Fürst-Stolberg-Hütte

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Die Fürst-Stolberg-Hütte ist eine Metallgießerei und Eisenmanufaktur in Ilsenburg (Harz). Gegründet 1530 durch Graf Botho zu Stolberg ist sie eine der ältesten noch produzierenden Hütten Deutschlands. Im 19. Jahrhundert genoss sie internationale Bekanntheit.

Geschichte

Zahlreiche renommierte Künstler von Albrecht Dürer bis Karl Friedrich Schinkel schufen Modelle für die Hütte. Der russische Zar Peter der Große besuchte sie 1697. Auch bei anderen Monarchen fand sie Interesse. Zuletzt wurde die Hütte 1929 durch den ägyptischen König Fuad I. besichtigt.

Einen wichtigen Impuls erfuhr die Produktion 1833 mit der Gründung einer Maschinenfabrik am ehemaligen Hochofenteich, die Dampfmaschinen, hydraulische Pressen, Gebläse, Zylinder für Pumpen, Bohr- und Hobelmaschinen herstellte. Wegen der zunehmenden Konkurrenz stellte die Hütte die Dampfmaschinenproduktion wieder ein und spezialisierte sich auf den Bau von Maschinen für die Zuckerindustrie, später auch auf Maschinen für Ziegeleien und Bleichereien.

Nach dem Ersten Weltkrieg gelangte die Hütte mit Gießerei und Maschinenfabrik zeitweilig in den Besitz der Magdeburger Werkzeugmaschinenfabrik. Auf dem zugeschütteten Hochofenteich entstand 1922 eine neue Fertigungshalle. Am 1. Juli 1925 wurde die Hütte durch den Fürsten zu Stolberg-Wernigerode zurückgekauft. Seither wird sie als "Fürst-Stolberg-Hütte" bezeichnet. Sie produzierte jetzt auch Dieselmotor-Rangierkranen, Diesellokomotiven, Kranlokomotiven, Kranen und Dieselmotoren. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise wurde der Betrieb am 4. Oktober 1930 eingestellt und das Werk durch die Magdeburger Gruson-Werke übernommen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Dingler-Werke aus Zweibrücken zur Fertigung von U-Boot-Teilen auf das Gelände verlegt, ebenso die Radsatzfertigung der Klöckner-Werke AG aus Osnabrück. Während aus letzterer nach dem Krieg die Radsatzfabrik Ilsenburg entstand, wurde die ehemaligen Fürst-Stolberg-Hütte verstaatlicht und firmierte in der DDR unter den Namen "Ilsewerk". Als Zweigbetrieb des Schwermaschinenbaukombinats "Ernst Thälmann" wurden ausschließlich Industriegussprodukte hergestellt. Am 1. April 1993 wurde die Hütte unter dem alten Namen "Fürst-Stolberg-Hütte" privatisiert.

Produkte

Hergestellt werden heute vor allem Kunstgussprodukte wie Teller, Figuren, Kerzenleuchter, Wand- und Ofenplatten, aber auch Möbel. Von Bedeutung sind auch immer noch der Industrieguss und die Restaurierung alter Gussteile.

Weblinks