Zementwerk Schwanebeck

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Zementwerk Schwanebeck, um 1907
Das Zementwerk, November 1995

Das Zementwerk Schwanebeck war ein Industriebetrieb in Schwanebeck im heutigen Landkreis Harz. Es war zu DDR-Zeiten der größte Arbeitgeber der Stadt.

[Bearbeiten] Geschichte

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden im Huy mehrere kleine Gipshütten, die mit der verstärkten Nutzung von Zement Ende des 19. Jahrhunderts aufgegeben wurden. 1895 unternahm die Firma Gersmann & Hans[1] in der Nähe von Schwanebeck die ersten Brennversuche für Zement. 1899 wurde die Produktion aufgenommen.

Am 28. Juli 1906 wurde das Unternehmen in die Portland Cementwerk Schwanebeck AG, Berlin umgewandelt. Durch den Einbau eines neuen Drehrohrofens konnte noch vor dem Ersten Weltkrieg die Produktion erheblich gesteigert werden. Nach dem Krieg erfolgte eine weitere Modernisierung des Werks. Der Absatz brach aber im Zuge der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre erheblich ein.

Die Norddeutsche Portland-Cement-Fabrik erwarb 1930 eine Beteiligung von ca. einem Viertel am Aktienkapital der Portland Cementwerk Schwanebeck AG und schloss mit ihr einen Interessengemeinschaftsvertrag. 1937 schloss die „Norddeutsche“ mit 5 Tochtergesellschaften einen Interessengemeinschaftsvertrag in den auch „Schwanebeck“ mit einbezogen wurde und der den Vertrag von 1930 ablöste. Direktor Benno Gersmann gehörte dem Aufsichtsrat beider Gesellschaften bis zum 30. November 1931 an. 1939 befanden sich mehr als 90% des Aktienkapitals der Portland Cementwerk Schwanebeck AG im Besitz verschiedener Werke der Interessengemeinschaft der „Norddeutschen“.

1931 wurde die Produktion in Schwanenbeck zunächst ganz eingestellt und fast die gesamte Belegschaft, soweit sie nicht für die Unterhaltung und Bewachung der Anlagen benötigt wurde, entlassen. Erst im Sommer 1934 wurde das Werk reaktiviert und 1938 ein zweiter Drehrohrofen in Betrieb genommen.

Mit dem Einmarsch der US-Armee im Frühjahr erfolgte die erneute Stillegung. Vor der Übernahme durch die Rote Armee schaffte der Mutterkonzern noch Ersatzteile und Teile der Anlage in den Westen. Das Werk wurde in die Verwaltung der sowjetischen Militäradministration übernommen, am 1. Juli 1948 enteignet und in Volkseigentum überführt.

Mit dem Einbau eines dritten Drehrohrofen 1951 wurde die Produktion noch einmal gesteigert. Seit den 1970er Jahren gehörte des Werk Schwanebeck zum VEB Zementkombinat Bernburg.

Die Wende brachte 1990 und 1991 starke Produktionseinschränkungen für das veraltete Werk, das nicht mehr den ökologischen Anforderungen entsprach und im Volksmund als "Dreckschleuder" bezeichnet wurde. 1992 wurde das Werk endgültig geschlossen. Die Anlagen wurden 1997 abgerissen und auf dem Gelände des Zementwerks Gewerbe angesiedelt.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Biographie von Benno Gersmann

[Bearbeiten] Literatur

  • Dirk Endisch: Die Nebenbahn Nienhagen-Jerxheim. Leonberg-Höfingen 2005, S. 18-22
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