Weißenfels

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Weißenfels

Landkreis Burgenlandkreis
Fläche 113,51 km²
Einwohner 41.604 (31. Dez. 2009)
PLZ 06667, 06688
Vorwahl 03443, 034446
Kfz-Kennzeichen BLK (alternativ: WSF)
Bürgermeister/in Robby Risch (parteilos)
Webseite www.weissenfels.de

Weißenfels ist mit etwa 41.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt im Burgenlandkreis.

Geografie[Bearbeiten]

Weißenfels liegt zwischen Halle (Saale) und Jena an der Saale.

Geschichte[Bearbeiten]

Wappen Weissenfels

Slawische Siedlungen bestanden im Bereich der heutigen Stadt seit dem 8. Jahrhundert. Die ältesten Siedlungskerne liegen in Tauchlitz (später Nikolaivorstadt), Horklitz (auf dem Georgenberg) und Klengowe (Klingenvorstadt). Einzelne heute zu Weißenfels gehörende Ortschaften werden im 9. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie wurden Anfang des 10. Jahrhunderts durch Heinrich I. in den Machtbereich des ostfränkischen Reichs einbezogen. Unterhalb der Burg entwickelkte sich an einem Saaleübergang und Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen (u. a die Osterländer Salzsstraße von Halle nach Böhmen) ein Marktflecken, der 1136 an das Haus Wettin fiel. Otto der Reiche, Markgraf von Meißen, verlieh der Siedlung Stadtrecht. 1195 nennt sich Dietrich, ein Sohn Ottos des Reichen comes de Wizenfels. Ende des 13. Jahrhunderts erhielt Weißenfels Zoll- und Geleitsfreiheit für die wettinischen Länder. Etwa zur gleichen Zeit entstand wohl die Münzstätte.

1264 bis 1482 gehörte Weißenfels zur Landgrafschaft Thüringen. Nach der Leipziger Teilung von 1485 kam es an die albertinische Linie der Wettiner.

Die Verleihung des Weichbildes 1489 führte zu einem Aufblühen des Handwerks. 1489 erhielten, bald nach den Schneidern und Fleischern, die Schuhmacher einen Innungsbrief.

Nach dem Tod des Kurfürsten Johann Georg I., der durch sein Testament die Sekundogenitur des Herzogtums Sachsen-Weißenfels begründete, wurde Weißenfels Residenzstadt. In dieser Zeit erlebte es einen bedeutenden wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. 1660/90 wurde auf den Ruinen der alten Burg das Schloss Neu-Augustenburg errichtet.

1787 wurde Weißenfels Sitz des sächsischen Salinenamts für die Salinen Artern, Dürrenberg und Kösen. Durch den Wiener Kongress kam die Stadt 1815 an Preußen und wurde 1816 Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen. Ab 1. April 1899 bildete es einen eigenen Stadtkreis.

Weißenfels war nach der Kreisreform von 1952 weiterhin Sitz eines eigenen Kreises, der zum Bezirk Halle gehörte. Bei der ersten Kreisgebietsreform 1990 wurde er zunächst vergrößert. 2007 ging er im Burgenlandkreis auf.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Weinbau wird bei Weißenfels im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt. Von großer Bedeutung war seit dem Mittelalter auch die Saalefischerei.

Mit dem Beginn der Kohleförderung Mitte des 18. Jahrhunderts setzte eine frühe Industrialisierung ein. Mit der Inbetriebnahme der ersten Durchnähmaschine durch den Fabrikanten Sprenger begann 1871 die industrielle Schuhbabrikation in Weißenfels. Die Schuhindustrie bildete seither den wichtigsten Industriezweig in Weißenfels. 1890 setzte ein Schuharbeiterstrei den 10-Stunden-Tag durch. 1895 gab es bereits 42 Schuhfabriken und drei Schäftefabriken mit über 3000 Arbeitern.

Nach 1949 war der VEB Schuhfabrik "Bannder des Friedens" größte Schuhfabrik der DDR und Leitbetrieb für Kinderschuhe. Die Weuißenfelser Betriebe beschäöftigten in den 1970er Jahren rund 4000 Schuhfacharbeiter. Hinzu kamen 5000 Chemie- und Metallarbeiter unter andmerem in leuna und den Buna-Werken.

Nach der Wiedervereinigung brach die Industrie weitgehend zusammen. Auch der Abbau von Arbeitsplätzen in den benachbarten Leuna-Werken sorgte seither für einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Kornwestheim, Baden-Württemberg, seit Februar 1990
  • Komárno, Slowakei, seit Oktober 1995

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

In Weißenfels geboren[Bearbeiten]

Blick auf das Rathaus Weißenfels

Sonstige mit Weißenfels verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johann Olearius I. (1546-1623), lutherischer Theologe, war Oberhofprediger und Generalsuperintendent in Weißenfels
  • Max Brauer war Lehrer in Weißenfels und baute in den 1930er Jahren zahlreiche Großdioramen.
  • Max Lingner war Maler und Grafiker und lebte von 1922 und 1927 in Weißenfels.

Sport[Bearbeiten]

  • Der Mitteldeutsche Basketball Club ist einer der erfolgreichsten Sportclubs in Weißenfels.
  • Der 1. FC Weißenfels ist der erfolgreichste Fußballverein der Stadt.

Verkehr[Bearbeiten]

Östlich von Weißenfels verläuft die Bundesautobahn A 9. Die Stadt verfügt über einen Fernverkehrshalt der Deutschen Bahn.

Virtuelle Besichtigung des Marktplatzes[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]