Thomas-Müntzer-Schacht

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Der Thomas-Müntzer-Schacht war ein Kupferschieferbergwerk in Sangerhausen.

Die Anlage auf dem Brühl nördlich des Bahnhofs wurde ab 1944 abgeteuft. Nachdem die Arbeiten kriegsbedingt vorübergehend ruhten, wurden sie 1947 wieder aufgenommen und zugleich eine Verbindung zum Röhrigschacht bei Wettelrode hergestellt, der als Wetterschacht und Fluchtweg dienen sollte. 1950 erhielt die Anlage den Namen des Bauernführers Thomas Müntzer. Der Abbau von Kupferschiefer begann 1951. Der dabei anfallende Abraum wurde zunächst in einer Sturzhalde am Hang zum Brühltal in unmittelbarer Nähe des Schachtes gelagert und ab 1955 mit einer Seilbahn zur Schachthalde Hohe Linde verbracht.

Zunehmende Probleme mit dem Eindringen von salzhaltigem Wasser führten 1983 zum Bau einer Wasserleitung ins Mansfelder Revier, die zur Entwässerung der Stollen beitragen sollte. Ab 1988 wurden die Abbaufelder sukzessive aufgegeben und der Betrieb am 10. August 1990 endgültig eingestellt. Bis dahin war der Kupferschieferflöz auf einer Größe von 16,6 km² abgebaut worden.

Die verbliebenen Schachtanlagen wurden 1992 geflutet, die Schachtröhren verfüllt. Ausgenommen blieb das Schaubergwerk Röhrigschacht in Wettelrode. Die obertägigen Anlagen des Thomas-Müntzer-Schachts wurden weitgehend abgerissen, im Februar 1997 verschwand auch das Fördergerüst.

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