Tangermünde
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| Tangermünde
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|---|---|
| Landkreis | Landkreis Stendal |
| Fläche | 89,87 km² |
| Einwohner | 10.937 (31. Dez. 2010) |
| PLZ | 39517 (Bölsdorf, Buch), 39579 (Grobleben), 39590 (Hämerten, Langensalzwedel, Miltern, Storkau, Tangermünde) |
| Vorwahl | 039322, 039321 (Storkau), 039362 (Buch) |
| Kfz-Kennzeichen | SDL |
| Bürgermeister/in | Rudolf Opitz (CDU) |
| Webseite | www.tangermuende.de |
Tangermünde ist eine Stadt im Landkreis Stendal.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Lage
Tangermünde liegt südlich von Stendal in der Altmark auf einem Höhenzug an der Mündung des Tanger in die Elbe.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Neben der Kernstadt Tangermünde gehören zum Stadtgebiet folgende Ortschaften:
- Bölsdorf mit dem OT Köckte
- Buch
- Grobleben
- Hämerten
- Langensalzwedel
- Miltern
- Storkau mit dem OT Billberge
[Bearbeiten] Geschichte
Die an einem wichtigen Elbübergang errichtete Tangermünder Burg, die vermutlich um 925 unter Heinrich I. zum Schutz einer Furt errichtet wurde, wird erstmals 1009 durch den Chronisten Thietmar von Merseburg erwähnt. Im 12. Jahrhundert entstand eine Marktsiedlung südwestlich der Burg, die wohl im frühen 13. Jahrhundert Stadtrechte erhielt. Die Ersterwähnung der Stadt, deren Wirtschaftsleben durch Schiffahrt, Fischerei und vor allem Handel bestimmt wurde, war 1275. Um 1300 wurde die Stadtmauer errichtet.
Im 14. und 15. Jahrhundert erlebte Tangermünde seine Blütezeit. 1368 wurde es Mitglied der Hanse. Von 1373 bis 1378 war es Zweitsitz Kaiser Karls IV. Aus der Burg, deren Ausbau in dieser Zeit begann, wurde eine Kaiserpfalz. 1415 wurden die Hohenzollern mit der Mark Brandenburg belehnt und machten Tangermünde vorübergehend zur Residenz (bis 1488).
Der Niedergang setzte im 16. Jahrhundert ein. 1617, 1676 und 1678 war Tangermünde von schweren Stadtbränden betroffen. Der Stadtbrand von 1617 wurde der Brandstiftung durch Grete Minde zugeschrieben, die dafür zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Theodor Fontane verarbeitete die Ereignisse 1879 in seiner gleichnamigen Novelle.
Weitere Zerstörungen brachte der Dreißigjährige Krieg. Dabei wurde auch das Schloss zerstört, das nicht wieder aufgebaut und durch ein kleines Amtshaus ersetzt wurde. 1693 wurde die Ratsherrschaft beseitigt.
1806 von napoleonischen Truppen besetzt, wurde Tangermünde bis 1813 Teil des Königreichs Westphalen. Danach kam es wieder zu Preußen.
1826 wurde eine Zuckerfabrik gegründet, die bis Ende des 19. Jahrhunderts die einzige nennenswerte industrielle Unternehmung blieb. 1886 erhielt Tangermünde über eine Nebenstrecke Anschluss an die Eisenbahn bei Stendal. Der erhoffte direkte Anschluss an die Bahnstrecke von Berlin unterblieb zugunsten einer weiter nördlich verlaufenden Streckenführung. Einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte der Ausbau des Elbhafens an der Tangermündung 1887-90.
1933 wurde die erste feste Elbquerung eingeweiht. Bis dahin gab es ledigloich eine Fährbervindung. Die Elbbrücke bei Tangermünde war mit 833 Metern Länge einer der längsten Brücken Deutschlands. 1945 zerstört, wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.
[Bearbeiten] Bildung
Tangermünde verfügt über ein Gymnasium (Diesterweg-Gymnasium), die Sekundarschule "Hinrich Brunsberg", die Grundschule Comenius sowie eine Schule in freier Trägerschaft (Privatschule Tangermünde, freies Gymnasium).
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Burg Tangermünde, 1373 erneuert und 1902 historisierend ergänzt
- Burgmuseum
- Stadtmauer mit Neustädter Tor
- Stephanskirche, begonnen 1380, 1485 vollendet
- Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Friedrich der Eiserne (1413-1471), Markgraf und Kurfürst von Brandenburg
- Albrecht Achilles (1414-1486), Markgraf und Kurfürst von Brandenburg
- Joachim Asseburg († 1586), Oberpfarrer an der St.-Stephans-Kirche in Tangermünde
- Andreas Rittner (1646-1721), ev. Theologe, Oberpfarrer und Superintendent in Havelberg
- Samuel Gottfried Borsche (1767-1821), preußischer Staatsrat
- Ludwig von Borstell (1773-1844), General der Kavallerie
- Friedrich Theodor Meyer (1796-1884), Unternehmer, Gründer der Zuckersiederei in Tangermünde
- Wilhelm von Becker (1835-1924), Politiker
- Friedrich Hugo Meyer (1839-1927), Unternehmer
- Wilhelm Bartz (1881-1929), Politiker (SPD, KPD), stellv. Mitglied des preußischen Staatsrats
- Almuth Berger (* 1943), Theologin, Ausländerbeauftrage der letzten DDR-Regierung, DDR-Bürgerrechtlerin
[Bearbeiten] Literatur
- Sigrid Brückner (Hrsg.): Tangermünde. 1000 Jahre Geschichte. Dössel 2008