Stendal

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Stendal

Landkreis Landkreis Stendal
Fläche 268,02 km²
Einwohner 41.014 (31. Dez. 2012)
PLZ 39576
Vorwahl 03931, 039325 (Staats, Uchtspringe, Vinzelberg, Volgfelde, Vollenschier, Wittenmoor), 039328 (Groß Schwechten, Neuendorf am Speck), 039329 (Insel, Klein Möringen, Möringen, Nahrstedt), 039361 (Buchholz)
Kfz-Kennzeichen SDL
Bürgermeister/in Klaus Schmotz (CDU)
Webseite www.stendal.de
Anlage mit Denkmal für den Afrikaforscher Gustav Nachtigal
Dom St. Nikolaus
Uenglinger Tor

Stendal ist eine Stadt in der Altmark. Es ist die Kreisstadt des Landkreises Stendal und mit 41.014 Einwohnern (31. Dezember 2012) die größte Stadt des Kreises.

Geografie[Bearbeiten]

Stendal liegt an der Uchte im Südosten der Altmark.

Geschichte[Bearbeiten]

Stendal wurde um 1160 im Zuge des Landesausbaus durch die askanischen Markgrafen gegründet und erhielt um 1165 durch Albrecht den Bären Stadtrecht. Durch seine Nachfolger wurde es mit weiteren Privilegien wie Zollfreiheit und Münzrecht ausgestattet. Die Entwicklung wurde durch die Lage nahe der Elbfähre in Tangermünde und den Uchteübergang in der Stadt begünstigt. Es wurde zu einem wichtigen Kreuzungspunkt der Handelswege der Hanse, die über die Straße Magdeburg-Tangermünde-Stendal weiter nach Gardelegen-Braunschweig oder Salzwedel-Lüneburg im Westen sowie Wittenberge und die Ostsee im Norden führten. Es wurde schnell zum wichtigsten Handelsplatz der Altmark. 1188 ist bereits die Existenz eines Kaufhauses belegt. Auch eine markgräfkliche Münzsstätte bestand damals schon. Die ältesten bekannten Brakteaten, die dem Prägeort Stendal zugewiesen werden können, stammen aus der Regierungszeit Otos II. um 1185. Im Mittelalter wurde die Hauptstadt der Altmark durch Tuchhandel reich. Von ihrer einstigen Bedeutung zeugen noch die großen Backsteinkirchen, besonders der Dom St. Nikolaus, die ehemalige Stiftskirche des 1188 gegründeten Stifts St. Nikolaus, und die Stadtkirche St. Marien, die als Kirche der Bürgerschaft entstand. Spätestens seit 1359 bis 1518 war Stendal Mitglied der Hanse. Mit rund 8000 Einwohnern war sie im 15. Jahrhundert die größte und einflussreichste Stadt der Region. Wirtschaftliche Prosperität brachte unter anderem der Tuchhandel. Mit dem Dreißigjährigen Krieg setzte der Niedergang ein.

Einen erneuten Aufschwung erlebte die Stadt im 19. Jahrhundert. Der Anschluss an das Schienennetz und der Ausbau zum Bahnknotenpunkt beförderten die Ansiedlung von Industrie.

1860 wurde Stendal Garnison des neu errichteten Westfälischen Dragoner-Regiments Nr. 7, das 1878 nach Saarbrücken verlegt wurde. Durch den Einzug des Dragoner-Regiments Nr. 7 und 1884 eines Husaren-Regiments blieb es aber Kavalleriestandort, zuletzt des 3. Reiter-Regiments (Kavallerie-Regiment 3) der Reichswehr bzw. Wehrmacht, bis 1937.

1936 wurde auf dem Flugplatz Stendal-Borstel die erste deutsche Fallschirmjägertruppe gegründet.

Seit Frühjahr 1945 war die Region um Stendal Frontgebiet. Im April kam es durch amerikanischen Beschuss zu Schäden am Dom und anderen Gebäuden. Ende April trafen amerikanische Truppen an der Elbe auf die Rote Armee. Am 4. Mai 1945 kapitulierte in Stendal die Armee Wenck. Die US-Militäradministration setzte eine deutsche Zivilverwaltung ein, übergaben die Stadt aber im Juli an die Sowjets.

1965 konnte die Stadt ihre 800-Jahr-Feier begehen. In der DDR nahm Stendal noch einmal einen gewissen Aufschwung. 1974 begann der Bau des Kernkraftwerks Stendal in Niedergörne. Durch die Anlage der für das Werk gebauten Siedlung Stadtsee wurde Stendal zur größten Stadt der Altmark.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Als Hauptverwaltungsstandort der Region nimmt die Hansestadt Stendal als Mittelzentrum auch Teilfunktionen eines Oberzentrums wahr. Die wirtschaftliche Basis bilden eine Vielzahl an Industrie- und Gewerbebetrieben sowie hervorragende Dienstleister. Die Unternehmen stehen für technische Innovation und Qualitätsprodukte von Weltrang. Zahlreiche Firmen sehen ihren Absatzmarkt längst nicht mehr nur in Deutschland - sie agieren global.

Attraktive Gewerbeflächen, eine leistungsfähige Infrastruktur und die kurzen Wege zu den Ballungszentren Berlin, Hannover, Hamburg und Magdeburg sind weitere Argumente für den Standort Hansestadt Stendal.

Stendal ist Standort eines ehemaligen Bahnausbesserungswerks der Reichsbahn bzw. Deutsche Bahn AG, das heute von der ALSTOM Lokomotiven Service betrieben wird.

Verkehr[Bearbeiten]

Stendal ist seit jeher ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. In Betrieb sind noch die Bahnstrecken von/nach Wolfsburg, Salzwedel/Uelzen, Wittenberge, Magdeburg und Berlin sowie die Stichbahnstrecke nach Tangermünde. 1998 wurde die neu ausgebaute ICE-Schnellfahrstrecke Hannover-Berlin mit Halt in Stendal in Betrieb genommen.

Der gut ausgestattete Verkehrslandeplatz Stendal-Borstel bietet Geschäftsleuten und Hobbyfliegern eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten.

Straßenmäßig wird die geplante Weiterführung der A 14 die Hansestadt Stendal tangieren. Schon heute ist die Stadt durch die Bundesstraße B 188 und B 189 unmittelbar erschlossen. Die B 107 befindet sich in ca. 15 km Entfernung.

Religionen[Bearbeiten]

Von den konfessionell gebundenen Bürgern Stendals gehören die meisten der evangelischen Kirche an. Stendal ist Sitz des Regionalbischofs für den Propstsprengel Stendal-Magdeburg. Die römisch-katholischen Gemeinden in Stendal gehören zum Dekanat Stendal des Bistums Magdeburg.

Kultur[Bearbeiten]

Stendal ist Spielstätte des Theaters der Altmark. Die Stadt ist Träger der Stadtbibliothek "Anna Seghers".

In der Stadt hat unter anderem die Winckelmann-Gesellschaft ihren Sitz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt Stendal verfügt mit der Hochschule Magdeburg-Stendal seit 1991 über eine Hochschule.

In der Stadt und ihren Ortsteilen gibt es neun Grundschulen. Die weiterführende schulische Bildung gewährleisten vier Gymnasien (Winckelmann-Gymnasium, Rudolf-Hildebrand-Gymnasium, Privatgymnasium Stendal, Fachgymnasium) und vier Sekundarschulen.

Das Bildungsangebot wird durch die Städtische Volkshochschule sowie die die Musik- und Kunstschule in Adam-Ileborgh-Haus ergänzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige mit der Stadt verbundene Personen[Bearbeiten]