St. Marien (Salzwedel)

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St.-Marien-Kirche
Bronzetaufe, 1520 gegossen von Hans von Köln
Hochaltar
Blick durch das Mittelschiff nach Westen zur Orgel

Die St.-Marien-Kirche ist eine evangelische Kirche im Südwesten der historischen Altstadt von Salzwedel. Die fünfschiffige Basilika im Stil der norddeutschen Backsteingotik ist die älteste Kirche der Stadt. Ihr Turm ist mit einer Höhe von 80,31 Metern der zweithöchste der Altmark.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Baugeschichte

Um 1150 wurde an der Stelle der heutigen Kirche eine erste einschiffige Feldsteinkirche errichtet, von der nur ein ca. 2,70 Meter hoher Turmstumpf im Sockel des romanischen Turmschaftes erhalten ist. Der Rundturm war dem Kirchenschiff im Westen vorgelagert. Das Langhaus war im Osten durch einen eingezogenen querrechteckigen Altarraum abgeschlossen.

Der ökonomische Aufschwung der Stadt ermöglichte im 13. Jahrhundert den Neubau der Kirche als dreischiffige romanische Backsteinbasilika mit breitem Querschiff und geradem Chorschluss. An der Nordseite entstand später ein zusätzliches Seitenschiff. Über dem runden Sockel wurde ein achteckiger Turm erichtet.

Ab Anfang des 14. Jahrhunderts wurde der Bau erweitert. Die beiden romanischen Seitenschiffe wurden in gotischen Formen zu zwei Doppelschiffen umgebaut, das Mittelschiff wurde erhöht. Zwischen 1340 und 1350 entstand der dreijochige gotisch eingewölbte Ostchor mit polygonalem 5/8-Schluss. Ende des 14. Jahrhunderts wurden die Seitenschiffe nach Westen um zwei Joche über den Turm hinaus verlängert und die Westfassade gerade abgeschlossen, wodurch im Innern der Kirche ein Umgang (Prozessionsweg) entstand. Der Turmhelm wurde 1496 vollendet.

Im Winkel zwischen Chor und nördlichem Querhaus wurde im zweiten Drittel des 15. Jahrhunderts eine zweigeschossige Sakristei errichtett, für die 1464 ein Kapellenaltar gestiftet wurde. Zwei weitere Kapellen wurden an die Südseite der Kirche angebaut: eine Marienkapelle (nach der Reformation wieder abgebrochen) als Andachtsraum der Marienbruderschaft und die Annenkapelle (um 1500), die ab 1678 als Grablege der Bürgermeisterfamilie Rademacher diente. Mit dem Portalvorbau zur Stadt hin und dem Bibliotheksraum über der Eingangshalle sowie vier Seitenkapellen nach Norden hin war der Kirchenbau um 1500 abgeschlossen.

Von der Inneneinrichtung wurden infolge der Reformation 28 Nebenaltäre entfernt.

1956 bis 1959 fand eine grundlegende Renovierung der Kirche statt. 2002 bis 2006 wurde das Kirchendach saniert.

[Bearbeiten] Ausstattung

  • Hochaltar (um 1510), mit Rahmenwerk aus Eichenholz, Reliefschnitzereien und Figuren aus Linde. Der Altar ist in geöffnetem Zustand fast 8 Meter breit und 6 Meter hoch.
  • Chorgestühl (Mitte 14. Jahrhundert)
  • Triumphkreuzgruppe (Mitte 15. Jahrhundert)
  • Sandsteinkanzel (1581, 1604 restauriert und gefasst)
  • Bronzetaufe aus der Zeit der Frührenaissance (1520), von Hans von Köln in Nürnberg gegossen. Das Gitter stammt von 1522.

[Bearbeiten] Orgel

Eine Orgel in der Marienkirche wird 1541 erstmals erwähnt. Ein Neubau erfolgte 1700 durch den Braunschweiger Orgelbaumeister Otto Engelhardt Botjenter. Sein Werk wurde bereits 1748 bis 1752 durch eine mechanische Orgel des Berliner Orgelbauers Joachim Wagner und seines Schülers Gottlieb Scholtze ersetzt. Die Hannoveraner Firma Furtwängler & Hammer baute hinter dem Wagnerschen Barockprospekt ein neues romantisches Werk mit 62 Registern auf drei Manualen und Pedal ein. Sie ist eine der größten Orgeln der norddeutschen Orgellandschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg unbrauchbar geworden, wurde sie erst 2007 nach gründlicher Restaurierung wieder eingeweiht.

[Bearbeiten] Geläut

Das Geläut der Marienkirche besteht aus sechs Glocken, von denen drei der kleineren ursprünglich aus der Benediktinerinnen-Klosterkirche in Dambeck stammen. Die älteste erhaltene Glocke stammt aus dem 13. Jahrhundert, die jüngste wurde 2003 in der Kunstgießerei Lauchhammer gegossen.

[Bearbeiten] Series Pastorum

Oberpfarrer

Vakanz

[Bearbeiten] Literatur

  • Verena Friedrich: Die Kirche St. Marien in Salzwedel. Passau 2007

[Bearbeiten] Weblinks

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