St. Jacobi (Sangerhausen)

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Die St.-Jacobi-Kirche ist eine evangelische Kirche in Sangerhausen. Sie war 1989/90 ein Zentrum der politischen Wende in Sangerhausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Jakobikirche wurde am Markt der nach der Mitte des 13. Jahrhunderts angelegten Neustadt errichtet und wird 1271 als ecclesia forensis erstmals erwähnt. Die heutige dreischiffige spätgotische Hallenkirche mit polygonalem Chorschluss und Westturm wurde ab 1457 an der Stelle des Vorgängerbaus errichtet. 1495 bis 1510 wurde der Chor angebaut. 1614 bis 1562 erfolgte die Errichtung des Turmes mit welscher Haube und Laterne. Der schiefe Turm der Jacobikirche, der sich wegen des schlechten Baugrundes über einem aufgeschütteten ehemaligen Wallgraben nach Westen neigte, gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt Sangerhausen.

Das Langhaus ist flach eingedeckt. Auf die ursprünglich vorgesehenen Gewölbe wurde aus finanziellen Gründen verzichtet. 1655 erfolgte der Einbau von Emporen in das Kirchenschiff, das anschließend durch die Maler Johann Andreas Bottschild und Samuel Bottschild im frühbarocken Stil ausgebalt wurde.

Ausstattung[Bearbeiten]

  • Flügelaltar mit zwanzig geschnitzten Heiligenfiguren, ursprünglich aus dem Hochalotar des 1552 aufgehobenen Augustinereremiten-Klosters (um 1400). Predella und Aufsatz wurde 1621 ergänzt.
  • Renaissancekanzel mit einem 1593 gestifteten Schalldeckel
  • Chorgestühl aus dem ehemaligen Augustinerkloster (16. Jahrhundert)
  • Taufkessel aus Bronze (16. Jahrhundert)
  • Zahlreiche Grabmäler und Epitaphien, unter anderem für den kursächsischen Landrentmeister Caspar Tryller († 1625) und seine Frau

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel der Kirche wurde 1728 durch Zacharias Hildebrandt erbaut und 1976/78 durch die Bautzener Orgelbaufirma Eule restauriert. Der Prospekt stammt von dem Leipziger Bildhauer Valentin Schwarzzenberger.

Series Pastorum[Bearbeiten]

Oberpfarrer

Weblinks[Bearbeiten]