St. Bartholomäi (Zerbst)

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Die Hof- und Stiftskirche zu St. Bartholomäi ist eine evangelische Kirche in Zerbst/Anhalt. Zum Pfarramt St. Bartholomäi, dem ca. 1100 Gemeindeglieder angehören, gehören auch die selbständigen Kirchengemeinden Hohenlepte (mit Badetz), Jütrichau, Niederlepte, Nutha und Wertlau.

Geschichte[Bearbeiten]

St. Bartholomäi war die Kirche des 1299 errichteten gleichnamigen Chorherrenstifts, das seit 1331 das Patronat über die Kirche St. Nikolai und mehrere Dorfkirchen im Umland besaß. Die Reformation wurde im Dezember 1524 mit der Anstellung des Paulus Grunart als erstem evangelischen Geistlichen durchgeführt. St. Bartholomäi war in Zerbst die bevorzugte Kirche des anhaltischen Fürstenhauses, so dass der Erste Pastor meist zugleich Superintendent und Hofprediger war. Daneben verfügte die Gemeinde über einen zweiten Geistlichen mit der Amtsbezeichnung Archidiakonus sowie bis 1819 über einen Diakonus und 1720 bis 1820 einen Subdiakonus.

Kirchenbau[Bearbeiten]

Der ursprünglicher Bau entstand um 1150 im romanischen Stil, worauf noch heute das romanische Nordportal verweist. Bis 1215 wurde der Chorraum umgestaltet und am 20. September 1215 durch Bischof Balduin von Brandenburg eingeweiht. Die Kirche wurde zur dreischiffigen Basilika ausgebaut, deren Nord- und Südwand im 15. Jahrhundert neugebaut und auf die gleiche Höhe wie das Mittelschifft gebracht wurden. 1517 wurde die westliche Vorhalle angebaut, 1565 erfolgte eine Vergrößerung des Altarraums, 1694 der Anbau der Saktistei.

Der abseits stehende Turm aus der Zeit vor 1350 war der Bergfried des Burgbezirks.

Im Chorraum der Kirche befindet sich eine Gruft, in der Fürst Wolfgang von Anhalt-Köthen beigesetzt wurde.

Durch Luftangriffe am 18./19. April 1945 brannte die Kirche völlig aus. Der Altarraum und ein Teil des Kirchenschiffs wurden 1950/51 wieder ausgebaut und am 8. April 1951 eingeweiht. Hier entstand 1985/90 ein neues Gemeindezentrum. Der Turm bekam 1955 ein Notdach und wurde 1985/90 ebenfalls renoviert.

Ausstattung[Bearbeiten]

Die früher reiche Ausstattung ging weitgehend verloren. Erhalten sind romanische Fresken im Südarm (1230), zwei gotische Sakramentsnischen im Chor, Epitaphien der Fürsten Wolfgang (1566) und Johann von Anhalt (1572) sowie das Gemälde "Die Taufe Jesu" mit dem Stifter Wolfgang von Anhalt von Lucas Cranach d. J. (1568) und das barocke Portal zur Fürstengruft.

Series Pastorum[Bearbeiten]

Erster Prediger

Literatur[Bearbeiten]

  • Herrmann Graf: Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation. Dessau 1996, S. 77-79

Weblinks[Bearbeiten]