Sonnenobservatorium Goseck

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Sonnenobservatorium Goseck

Das Sonnenobservatorium in Goseck ist eine etwa 7.000 Jahre alte Anlage, die den Menschen der Jungsteinzeit zur Bestimmung der Winter- und Sommersonnenwende diente.

Entdeckung[Bearbeiten]

Spuren der Anlage bei Goseck waren 1991 bei einem Erkundungsflug eines Luftbildarchäologen entdeckt worden. In den Jahren 2003 und 2004 wurde sie komplett ausgegraben.

Bedeutung[Bearbeiten]

Das etwa 7.000 Jahre alte Sonnenobservatorium gilt als älteste Anlage dieser Art der Welt und zeigt eine Art Momentaufnahme aus der Zeit der ersten Bauern der Steinzeit in Mitteldeutschland und beweist, dass die Menschen damals bereits über umfangreiches astronomisches Wissen verfügten. Das Observatorium diente den steinzeitlichen Menschen zur Bestimmung der Wintersonnen- (21. Dezember) und der Sommersonnenwende (21. Juni). In der bäuerlich geprägten Gesellschaft ohne Kalender konnte damit der Zeitpunkt der Aussaat festgelegt werden. Das Sonnenobservatorium war auch ein Ort der Rituale.

Rekonstruktion[Bearbeiten]

Das Sonnenobservatorium aus der Jungsteinzeit gilt als Meilenstein in der Archäologie und Astronomie und wurde - weltweit einmalig - am Originalstandort von 2004 bis 2005 rekonstruiert. Die Rekonstruktion hatte sieben Monate gedauert. Laut Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt betrugen die Kosten für den Wiederaufbau der Anlage rund 100.000 Euro.

Aussehen[Bearbeiten]

Sonnenobservatorium Goseck2.jpg

Die Kreisgrabenanlage hatte einen Durchmesser von 75 Metern. Das Areal war von zwei jeweils etwa zweieinhalb Meter hohen Holz-Palisadenzäunen umgeben. Zudem war sie von einem fast 1,50 Meter tiefen und 3,50 Meter breiten Graben mit vorgelagertem Erdwall umfasst. Das Observatorium verfügte über drei Tore und spezielle Aussparungen im Holzpalisadenzaun als Visiereinrichtungen. Mit Hilfe der Tore und Visiere konnten die Steinzeitmenschen den längsten und den kürzesten Tag des Jahres feststellen. Das rekonstruierte Sonnenobservatorium gehört zur archäologischen Route Himmelswege durch das südliche Sachsen-Anhalt. Auf der Route liegt auch der 25 Kilometer entfernte Fundort der Himmelsscheibe von Nebra auf dem Mittelberg (Burgenlandkreis).

Weblinks[Bearbeiten]