Sangerhausen

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Sangerhausen

Landkreis Mansfeld-Südharz
Fläche 207,64 km²
Einwohner 29.679
PLZ 06526
Vorwahl 03464
Kfz-Kennzeichen MSH (alternativ: SGH)
Bürgermeister/in Ralf Poschmann (CDU)
Webseite www.sangerhausen.de
Europa-Rosarium

Sangerhausen ist eine Stadt im Südwesten von Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Thüringen. Sie ist die Kreisstadt des Landkreis Mansfeld-Südharz und wird oft auch als Berg- und Rosenstadt bezeichnet.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Sangerhausen liegt am östlichen Rand der Goldenen Aue, einem fruchtbaren Tal zwischen Harz und Kyffhäuser. Durch die Stadt selbst fließt der Fluss Gonna.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Kreisstadt ist in 14 Ortsteile untergliedert: Breitenbach, Gonna, Grillenberg, Großleinungen, Horla, Lengefeld, Morungen, Oberröblingen, Obersdorf, Riestedt, Rotha, Sangerhausen, Wettelrode, Wippra und Wolfsberg.

Gewässer[Bearbeiten]

Die Gonna ist ein 17 Kilometer langer Zufluss der Helme im Landkreis Mansfeld-Südharz. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1274, damals noch unter dem Namen "Gunno".

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtansicht von Norden, um 1916

Die Berg- und Rosenstadt Sangerhausen kann auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurückblicken. Der Ort ist eine fränkische Gründung aus dem 6. Jahrhundert. Archäologische Funde belegen allerdings, dass es hier schon während der Jungsteinzeit (4500 - 1700 v. Chr.) Besiedlungen gab.

Frühe Erwähnungen Sangerhausens finden sich im Urkundenbuch des Klosters Fulda (ca. 780-802) und im Zehnregister des Klosters Hersfeld (ca. 840-890). Die erste sicher datierbare urkundliche Erwähnung Sangerhausens findet sich in einer Urkunde Ottos III. vom 4. Oktober 991. Eine Fronhofsiedlung im Bereich der späteren Ulrichskirche war Ausgangspunkt für die städtische Entwicklung. Im 11. Jahrhundert entstand eine Marktsiedlung um den Alten Markt. Die Ulrichskirche wurde zwischen 1116 bis 1123 durch Ludwig den Springer errichtet. Sie ist das älteste erhaltene Bauwerk Sangerhausens.

1204 wird Sangerhausen als civitas bezeichnet und ist damit bereits als Stadt anzusehen. Sie wurde im 13. Jahrhundert nach Westen planmäßig erweitert. Ab 1247 wurde Sangerhausen durch Markgraf Heinrich als Grenzfeste ausgebaut. Um 1260 entstanden die Stadtmauer und das Alte Schloss. 1271 wird die Marktkirche erstmals erwähnt.

1340 kam Sangerhausen in den Besitz des Herzogtums Braunschweig. Von 1713 bis 1736 war es Residenzstadt des Herzogs Christian.

Am 1. Oktober 1816 wurde Sangerhausen Kreisstadt des neugegeründeten Kreises Sangerhausen. Im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt über ihre bisherigen Grenzen hinaus. Stadtmauer und Stadttore wurden abgetragen. Mit der Anbindung an das Eisenbahnnetz erlangte die Stadt auch als Industriestandort Bedeutung.

1903 wurde das Rosarium, welches heute als "Europa-Rosarium" bekannt ist, gegründet. Vom Zweiten Weltkrieg wurde Sangerhausen weitgehend verschont. Durch den Kupferschieferbergbau (Thomas-Müntzer-Schacht, 1951-1990) erlangte es auch in der DDR eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat umfasst 40 Mitglieder plus den Oberbürgermeister. Er wird auf fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Legislaturperiode dauert vom 1. Juli 2009 bis zum 30. Juni 2014.

Wappen[Bearbeiten]

Die Stadtfarben sind blau und weiß. Auf dem blauen Wappen sind zwei schräggekreuzte, silberne Doppelhaken zu sehen, die von einem goldenen "S" durchschlungen werden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sangerhausen unterhält mit folgenden Städten eine Partnerschaft:

  • Baunatal (Hessen)
  • Trnava (Slowakei)
  • Zabrze (Polen)
  • Nordhausen (Thüringen)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Im Süden von Sangerhausen führt die Bundesautobahn A 38 vorbei. Die Bundesstraße 86 tangiert die Stadt im Osten.

Außer dem Bahnhof Sangerhausen an der Halle-Kasseler Eisenbahn liegen auf dem Stadtgebiet auch die Haltepunkte in Riestedt und Oberröblingen, letzterer an der Bahnstrecke Sangerhausen-Erfurt. Die Abellio Rail Mitteldeutschland, die die Ausschreibung für den Nahverkehr im Saale-Thüringen-Südharz-Netz ab 2015 gewonnen hat, plant die Einrichtung einer Betriebswerkstätte in Sangerhausen.[1]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Am ersten Wochenende im September findet jährlich das Kobermännchenfest, das größte Volksfest der Stadt, statt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitteldeutsche Zeitung, 8. Februar 2013

Weblinks[Bearbeiten]

Genaue Lage[Bearbeiten]

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