Salzwedel

Aus Sachsen-Anhalt-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Salzwedel

Landkreis Altmarkkreis Salzwedel
Fläche 286,44 km²
Einwohner 24.868
PLZ 29410, 29413, 29416
Vorwahl 03901, 039032, 039033, 039037, 039038
Kfz-Kennzeichen SAW
Bürgermeister/in Sabine Danicke
Webseite www.salzwedel.de
Lorenzkirche in Salzwedel

Die Hansestadt Salzwedel ist Kreisstadt des Altmarkkreises Salzwedel in Sachsen-Anhalt. In Salzwedel wird der bekannte Baumkuchen hergestellt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Salzwedel liegt im nordwestlichen Teil der Altmark an der Einmündung der Salzwedeler Dumme in die Jeetze. Benachbarte regional bedeutsame Städte sind Uelzen (im Westen, 44 km), Lüchow (im Norden, 12 km), Gardelegen (im Süden, 41 km) und Arendsee (im Osten, 24 km).

Ortschaften der Stadt Salzwedel sind:

[Bearbeiten] Ortsname

Die Volkssage führt den Namen Salzwedel auf lat. sol = Sonne und das deutsche Wort Welle im Sinne von Haus zurück.[1] Tatsächlich bezeichnet der alte Name Soltwidele den Ort einer Jeetzefurt an der Salzstraße von Lüneburg nach Magdeburg.

Die in der Gegend ansässigen slawischen Polaben, deren Sprache im 18. Jahrhundert ausstarb, nannten Salzwedel Ljosdit (Lôsdît, Lósdy), abgeleitet möglicherweise von ljos (slawisch lěsă = „Wald“).

[Bearbeiten] Geschichte

Fachwerkhäuser in der Altstadt

Ab etwa 800 begann die Besiedelung des Gebiets an der Jeetzefurt. 1112 wurde die Burg bei Salzwedel zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Salzwedel führt seine Stadtgründung auf Albrecht den Bären (1100–1170) aus dem Hause der Askanier zurück, der zeitweilig auf der Burg Salzwedel lebte.

Die erste Bezeichnung als Stadt datiert aus dem Jahre 1233. Am 28. Mai 1233 wurde der Gewandschneidergilde durch die regierenden Markgrafenbrüder Johann und Otto der alleinige Tuchhandel zugesprochen. In der ausgefertigten Urkunde ist Salzwedel erstmalig als Stadt genannt.

Am 2. Juli 1247 entstand unmittelbar nordöstlich der Altstadt die Neustadt als planmäßige Gründung und eigenständige Stadt. Beide Städte lagen innerhalb der Stadtmauer. Erst 1713 wurden Altstadt und Neustadt vereinigt. Die Altstadt erhielt 1314 das Münzrecht

Ab 1263 waren Salzwedeler Kaufleute in Visby auf Gotland handelsberechtigt. Damit rückte die Stadt in die Reihe der Hansestädte auf, verließ den Bund aber 1518 unter dem Druck der Kurfürsten von Brandenburg. Im Handel mit Hamburg und Lübeck diente bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts auch die Jeetze, die ab Salzwedel schiffbar war, als Handelsweg.

Mit der Kirchen- und Schulvisitation von 1541 wird die Reformation eingeführt.

Seit dem 14. Jahrhundert sind jüdische Einwohner bezeugt. 1322 werden die Judengasse und Synagoge genannt.

Auf Anweisung der preußischen Regierung wurden Altstadt und Neustadt Salzwedel mit der Bekanntmachung des neuen Salzwedeler Stadtreglements 1713 vereinigt.

Im 19. Jahrhundert gelangte Salzwedel durch die Zuckerindustrie zu neuer industrieller Blüte.

Seit 1816 ist Salzwedel Kreisstadt. 1843 eröffnete die Städtische Sparkasse. 1873 wurde die Eisenbahnstrecke Stendal-Salzwedel-Uelzen eröffnet.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Verkehr

Salzwedel liegt an der Bahnstrecke Stendal-Uelzen. Verbindungen bestehen mit dem Regionalexpress nach Uelzen und Stendal-Magdeburg sowie mit einer Regionalbahn, die alle Unterwegsbahnhöfe bedient, nach Stendal. Einmal täglich hält ein Eurocity der Relation Hamburg-Lüneburg-Stendal-Berlin-Krakau. Einmal wöchentlich verkehrt zudem ein Intercity von Berlin über Stendal, Salzwedel und Uelzen nach Munster (Örtze), der vor allem von den in Munster stationierten Soldaten genutzt wird.

Die Bahnstrecken von Salzwedel nach Geestgottberg (und weiter nach Wittenberge) wurde 2004 stillgelegt, die Strecke von Salzwedel nach Oebisfelde bereits 2002.

[Bearbeiten] Bildung

[Bearbeiten] Medien

Als Tageszeitung erscheint die Salzwedeler Volksstimme als Lokalausgabe der Volksstimme.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Salzwedel unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

  • Wesel in Nordrhein-Westfalen ist seit November 1990 Partnerstadt von Salzwedel. Die Kreis- und Hansestadt liegt inmitten der weiten typischen Landschaft des Niederrheins am Rande des Ruhr-Reviers. Da Wesel in den letzten Kriegstagen zu 98 % zerstört wurde, findet man hier keine "typische" deutsche Altstadt.
  • San Vito Dei Normanni in Italien ist seit Dezember 1990 Partnerstadt von Salzwedel. Die 25.000 Einwohner zählende Stadt liegt im tiefen Süden Italiens, 9 Kilometer von der Adria-Küste entfernt. Das über 900 Jahre alte San Vito dei Normanni zieht mit seinem seit über Generationen begangenen Festen und Veranstaltungen, den zahlreichen Kirchen, einem antiken Dorf und den Felssiedlungen jährlich viele Besucher an.
  • Felixstowe in der Region Suffolk in Großbritannien ist seit November 1994 Partnerstadt von Salzwedel. Die 23.000-Einwohner-Stadt ist ein beschauliches Städtchen direkt an der Nordsee. Besondere Highlights der Küstenstadt sind der Hafen und eine 6,5 km langen Strandpromenade.
Das ehemalige Rathaus in der Altstadt
Johann-Friedrich-Danneil-Museum (Alte Propstei)
Salzwedeler Baumkuchen

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten

Spezialitäten aus Salzwedel sind der Salzwedeler Baumkuchen, die Altmärkische Hochzeitssuppe, Tiegelbraten (Hammelfleisch) und das Zungenragout.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Sonstige Persönlichkeiten

  • Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), Pädagoge und Politiker, Begründer der Turnbewegung, besuchte von 1791 bis 1794 das Gymnasium in Salzwedel

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. J. D. H. Temme: Die Volkssagen der Altmark. Berlin 1839, S. 29

[Bearbeiten] Weblinks


Ein Projekt der
Persönliche Werkzeuge