Saale-Elster-Kanal

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Eisangler auf dem Saale-Elster-Kanal bei Günthersdorf

Der Saale-Elster-Kanal ist ein 1933 begonnenes und 1943 eingestelltes Kanalprojekt, das die Weiße Elster mit der Saale bei Leuna verbinden und somit die Messestadt Leipzig an das Wasserstraßennetz anbinden sollte.

Mit dieser Verbindung hätte Leipzig über eine Schiffsverbindung via Saale an die Elbe und damit an Hamburg und die Nordsee verfügt. Der Kanal war für Schiffe bis 1000 Tonnen geplant.

Von den geplanten 19 Kilometern wurden nur 11,3 Kilometer fertig gestellt und mit Wasser gefüllt, weitere 5,5 Kilometer bereits teilweise ausgeschachtet. Der Kanal endet in der Nähe von Günthersdorf.

Chronologie[Bearbeiten]

Die Grafik zeigt, welcher Teil des Kanals fertiggestellt wurde

Am 11. Juli 1933 begannen bei Burghausen die Arbeiten am Kanal. Bis zu 2.000 Arbeitskräfte waren an der Baustelle eingesetzt. Sie war 1934 eine der größten im Deutschen Reich.

Bis 1936 gingen die Arbeiten zügig voran. Die beiden Sperrtore wurden im Jahr 1937 fertig gestellt. Mit den Arbeiten an einer Schleusentreppe bei Wüsteneutzsch wurde als letztes begonnen.

Ab Kriegsbeginn im September 1939 verzögerten sich die Arbeiten an den beiden Schleusen der Schleusentreppe und am Kanal immer weiter und wurden schließlich im Winter 1942/43 ganz eingestellt.

Vor dem Hintergrund der Ölkrise in den 1970er- und 1980er-Jahren rückte die Fertigstellung des Kanals nochmals in den Blickpunkt des Interesses, jedoch wurden diese Überlegungen schnell wieder verworfen.


Bis zum Jahr 2010 sind keinerlei Investitionen für einen Ausbau oder eine Fertigstellung des Kanals vorgesehen. Die Wirtschaftlichkeit eines Saale-Elster-Ausbaus ist aufgrund des vorherrschenden Straßengüterverkehrs stark umstritten. Jedoch gibt es Bestrebungen einiger Fördervereine zur Fertigstellung des Kanals, die darin eine Chance für den Tourismus in der Region sehen. Der im Jahr 2007 gegründete Saale-Elster-Kanal Förderverein e.V. ist einer von ihnen.

Umbenennung[Bearbeiten]

Der Saale-Elster-Kanal wurde mit Wirkung vom 24. März 1999 in Saale-Leipzig-Kanal umbenannt und wird so auch von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit der Abkürzung SLK gelistet.

Der offizielle Name wurde von der Bevölkerung jedoch kaum angenommen und wird heute im Sprachgebrauch so gut wie nicht verwendet. Der Kanal wird stattdessen weiter als Saale-Elster-Kanal bezeichnet, außerhalb von Sachsen-Anhalt auch Elster-Saale-Kanal .

Schleuse Wüsteneutzsch[Bearbeiten]

Die Schleusenmauern bei Wüsteneutzsch stehen noch.

Unmittelbar am Ortsrand von Wüsteneutzsch sollte für den Saale-Elster-Kanal eine Schleusentreppe errichtet werden. Der Bau der oberen Schachtschleuse wurde im Rohbauzustand abgebrochen (sie wurde zu etwa 75 Prozent fertiggestellt). Für die untere Schleuse war schon die Baugrube ausgehoben.

Weblinks[Bearbeiten]