Riebeckplatz

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Panorama - Ansicht des Riebeckplatzes

Luftbild des Riebeckplatzes vor der Umgestaltung

Der Riebeckplatz in Halle, benannt nach dem Industriellen Carl Adolf Riebeck, ist einer der größten innerstädtischen Verkehrsknoten in Deutschland und wichtigstes Eingangstor der Stadt Halle. Von 2002 bis 2006 erfolgte die stadtplanerisch sehr aufwendige Neugestaltung des Riebeckplatzes.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Galgtorvorplatz

Ein platzartiges Areal bestand am Ort des heutigen Riebeckplatzes schon seit Jahrhunderten, da hier die vier wichtigen Handelsstraßen "Merseburger Weg", "Leipziger Heerstraße", "Reideburger Straße" und "Magdeburger Weg" eine Kreuzung bildeten. Seit 1120 befand sich hier der Galgen der Stadt Halle.

Der Platz befand sich außerhalb der Stadt. Dort, wo der heutige Riebeckplatz in die obere Leipziger Straße übergeht, endete das Gebiet der Stadt Halle mit dem Aüßeren Galgtor. Zu dieser Zeit hieß der Platz demnach Galgtorvorplatz. 1455 wurde wurde dem Galgenhügel nordöstlich gegenüber eine Betsäule errichtet, um an die Pestepedemie in Halle zu erinnern. Nordwestlich von der Betsäule stand ab ca. 1514 als weitere Hinrichtungsstätte der Rabenstein.

Durch den Fernverkehr gründeten sich auch einige Gasthäuser am Platz . Die Bestimmung des Platzes als Ort der Hinrichtung änderte sich erst im Jahr 1809, als Galgen und Rabenstein unter der französisch-westfälischen Herrschaft abgerissen wurden.

[Bearbeiten] Leipziger Platz

1827 wurde der Galgtorvorplatz, nachdem der Name schon länger umgangssprachlich in Gebrauch war, in Leipziger Platz umbenannt. 1840 hielt mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Magdeburg-Leipzig über Halle die Industrielle Revolution auch in dieser Gegend Einzug. Am Leipziger Platz wurde zahlreiche neue Gebäude gebaut und er gewann für die Stadtentwicklung immer mehr an Bedeutung. Carl Adolf Riebeck kaufte 1866 von einem Weinhändler einen Wohnpalast, den er als sich als Wohn- und Geschäftshaus umbauen ließ. Nach seinem Tod 1883 wurde der Platz 1891 nach ihm benannt. 1890 wurde in unmittelbarer Nähe das neue Hauptbahnhofsgebäude Halles eingeweiht. Den Leipziger Platz dominierten fortan Hotels und Firmenhäuser.

[Bearbeiten] Der Riebeckplatz der Gründerzeit

Durch die Nähe des Riebeckplatzes zum neuen Hauptbahnhof überquerten täglich hunderte Menschen den Platz, zu dem mittlerweile 7 Straßen führten. Im Westen entstanden die Hotels „Continental“ und „Dresden“. Die Nordseite teilten sich die bekannten Hotels „Europa“ und “Goldene Kugel“ . Der ganze Platz war dicht umbaut und stieß mit Aufkommen des individuellen Kraftfahrzeugverkehrs an seine Grenzen. Erste Umbau- und Modernisierungsvorschläge wurden diskutiert. Das Riebecksche Wohn- und Geschäftshaus wurde ab 1929 Hauptsitz der Werke der Stadt AG (WEHAG).

Am 31. März 1945 war Halle Ziel von Bombardierungen, die auch den Riebeckplatz trafen. Viele Gebäude wurden zerstört. Die Großen Hotels „Goldenen Kugel“ und „Europa“ brannten aus.

[Bearbeiten] Thälmannplatz

Den neuen politischen Interessen entsprechend wurde der Riebeckplatz nach dem Krieg in Ernst-Thälmann-Platz, kurz Thälmannplatz umbenannt. Die Ruinen der zerstörten Gebäude wurden relativ schnell entfernt, so dass auf dem Platz eine 175.000 m² Freifläche entstand. Pläne für die Neubebauung wurden ab dem 22. Mai 1965 umgesetzt. Der Thälmannplatz war gekennzeichnet durch eine neue Hochstraße, die zum damals neu entstehenden Halle-Neustadt führte, und zwei durch eine Fußgängerbrücke verbundene 22-geschossige Hochhäusern mit je 129 Zwei- und Dreiraumwohnungen (1968/70), die eine Eingangssituation in die Innenstadt bilden sollten. Bei den beiden Hochhäusern kam erstmals in der DDR die Stahlskelettbauweise im Wohnungsbau zur Anwendung.

Ein riesiger Kreisverkehr wurde realisiert, den sich Straßenbahnen und Autofahrer teilten. Für Fußgänger wurden jeweils zur Mitte des Platzes Unterführungen gebaut.

[Bearbeiten] Riebeckplatz

Nach der Wende entschied man sich, den Thälmannplatz erneut in Riebeckplatz umzubenennen.

[Bearbeiten] Aktuelle städtebauliche Veränderungen

Nach einer sehr kontrovers geführten öffentlichen Debatte, startete die HWG - Hallesche Wohnungsgesellschaft im Juni 2010 den Abbruch des nördlichen Hochhauses am Riebeckplatz. Im Panoramabild ist das eine Hochaus in der Abrissphase (Februar 2011) zu sehen.

[Bearbeiten] Virtuelle Besichtigung des Riebeckplatzes

[Bearbeiten] Literatur

  • Holger Brülls, Thomas Dietzsch: Architekturführer Halle an der Saale. Berlin 2000, S. 90f.
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