Radsatzfabrik Ilsenburg

Aus Sachsen-Anhalt-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Radsatzfabrik Ilsenburg
Sitz Ilsenburg (Harz)
Rechtsform GmbH
Branche Bahntechnik
Gründung 1946
Leitung Norbert Klein, Dr. Günter Köhler, Michael Thamm, Jörg Villmann (Geschäftsführer)
Mitarbeiter
Umsatz ca. 91 Mio €
Website www.rafil-gmbh.de
Verwaltungsgebäude der Radsatzfabrik Ilsenburg

Die Radsatzfabrik Ilsenburg (Rafil) ist ein Industrieunternehmen in Ilsenburg (Harz).

Geschichte[Bearbeiten]

Der 1946 gegründete Betrieb produziert an seinem Standort unmittelbar am Bahnhof Ilsenburg Radsätze für unterschiedlichste Arten von Schienenfahrzeugen im In- und Ausland. Er geht zurück auf die Verlagerung von Radsätzen für Lokomotivtender der Klöckner-Werke AG von Osnabrück an den Standort der Fürst-Stolberg-Hütte in Ilsenburg während des Zweiten Weltkriegs. Nach Kriegsende wurden die Klöckner-Werke durch die sowjetische Militäradministration enteignet und in die sowjetische Transportmaschinen AG zur Erfüllung von Reparationsleistungen unter der Leitung eines Militärdirektors gestellt. Das Werk erhielt die Bezeichnung Radsatzfabrik Ilsenburg/Harz der sowjetischen AG für Transportmittelbau "Transmasch". Am 1. April 1952 wurde das Werk aus der Militärverwaltung entlassen, in Volkseigentum überführt und am 1. Juni 1952 unter dem Namen VEB Radsatzfabrik Ilsenburg in die Vereinigung Volkseigener Betriebe Schwermaschinenbau eingegliedert. In den folgenden Jahren wurde die Radsatzfabrik Ilsenburg zum Alleinhersteller in der DDR. Produziert wurden Radsätze für Spurweiten aller Triebfahrzeuge und Waggons, Personenwagen und Spezialfahrzeuge.

1990 wurde das Unternehmen als Radsatzfabrik Ilsenburg GmbH privatisiert. Bis 1991 war es ein Komponentenbetrieb der Deutschen Waggonbau AG. 1991 kam er in den Besitz der VSG Vereinigte Schmiedewerke GmbH in Bochum. Seit 1998 gehört er zur Georgsmarienhütte Holding GmbH.

Produkte[Bearbeiten]

Hergestellt werden Laufradsätze für den Personen- und Güterwagenverkehr, Treibradsätze für Lokomotiven und Nahverkehrstriebzüge (S- und U-Bahnen), Sonderradsätze für Schienenkrane, Autotransportwagen, Arbeitsmaschinen und Bergbaufahrzeuge, Vollräder von 360-1250 mm Durchmesser sowie Radsatzwellen als Voll- und Hohlwellen.

Hauptkunden sind die Schienenfahrzeughersteller Bombardier Transportation Deutschland GmbH, ALSTOM Transport Deutschland GmbH, Eisenbahnlaufwerke Halle GmbH & Co. KG und GEC Alstom GmbH sowie ausländische Waggonbauunternehmen.