Otto III. (HRR)

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Otto III. (* Ende Juni/Anfang Juli 980 im Reichswald Ketil bei Nimwegen; † 24. (23.?) Januar 1002 in Paterno) war ein deutscher König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches aus der Familie der Liudolfinger.

Leben[Bearbeiten]

Otto war ein Sohn Kaiser Ottos II. und der byzantinischen Kaisertochter Theophanu. Er erhielt seine Erziehung vornehmlich durch den Griechen Johannes Philagathos aus Kalabrien (später Erzbischof von Piacenza) und den Kaplan Bernward (ab 993 Bischof von Hildesheim). Auf dem Reichstag von Verona wurde er Ende Mai oder Anfang Juni 983 durch deutsche und italienische Große einstimmig zum König gewählt und am 25. Dezember 983 durch Erzbischof Willigis von Mainz und Erzbischof Johannes von Ravenna in Aachen zum deutschen König und König von Italien gekrönt.

Ende September 994 erhielt er auf einem Reichstag zu Sohlingen bei Höxter die Schwertleite und wurde für mündig erklärt. Bereits im Sommer 995 unternahm Otto mit polnischer und böhmischer Unterstützung einen Feldzug gegen die Elbslawen. Im Frühjahr 996 trat er eine Romfahrt an, bei der er in Pavia die Huldigung der italienischen Großen entgegennahm. Nach dem Tod Papst Johannes XV. bestimmte er seinen Vetter Brun, einen Urenkel Ottos des Großen zum Nachfolger und ersten deutschen Papst (Gregor V., 996-999). Gregor krönte Otto am 21. Mai 996 in Rom zum Kaiser.

Im August 996 kehrte Otto über die Alpen zurück. Sein bevorzugter Aufenthalt wurde Aachen, das neben Rom seinen wichtigsten Bezugspunkt bildete. In bewusster Anknüpfung an die Tradition Karls des Großen stattet er die dortige Marienkapelle, der er den Status einer Kardinalskirche verlieh, mit Gütern, Reliquien und Kunstwerken aus. Die Stiftung von zwei Klöstern in Aachen bezeugt darüberhinaus sein Interesse an der Stadt.

Im Sommer 997 unternahm Otto zwei kurze Feldzüge gegen die rebellischen Elbslawen. In Rom verdrängte unterdessen der Stadtadelige Crescentius II. Papst gregor V. und veranlasste Johannes Philagathos, sich zum Gegenpapst (Johannes XVI.) ausrufen zu lassen. Otto zog erneut nach Rom und ließ nach der Einnahme der Stadt im Februar 998 Crescentius hinrichten. Johannes wurde verstümmelt und in ein Kloster verbannt. Otto wollte Rom zum zweiten Zentrum seiner Herrschaft ausbauen und begann mit dem Neubau einer Kaiserpfalz auf dem Palatin. Zum neuen Papst ernannte er nach Gregors Tod 999 Erzbischof Gerbert von Ravenna, der den Namen Silvester II. annahm.

An der Ostgrenze des Reiches begann Otto mit einer Neuordnung der Beziehungen zu Polen. 1000 erhob er die Kirche in Gnesen, wo der ihm befreundete, 997 als Märtyrer in Ostpreußen gestorbene Erzbischof Adalbert von Prag seine letzte Ruhestätte gefunden hatte, zum Ezbistum. Die Orte Kolberg, Breslau und Krakau wies er ihm als Suffraganbistümer zu. Damit löste Otto Polen aus dem deutschen Einflussbereich und insbesondere aus seinen Beziehungen zur Kirchenorganisation des Missionsbistums Magdeburg. Die Neuordnung durch Otto III. war der Beginn einer eigenen polnischen Kirchenorganisation. Zugleich erkannte Otto die Eroberungen des polnischen Herrschers Boleslaw Chrobry in Pomerellen, Schlesien und Krakovien an und förderte damit die Entstehung eines gefestigten polnischen Staates.

Otto bereitete auch eine neue Kirchenorganisation für Ungarn vor, das mit der Taufe des Großfürsten Waik als Stephan I. (26. Dezember 996) ebenfalls die Christianisierung einleitete.

Im Sommer 1001 unternahm Otto einen erfolglosen Strafzug gegen einen erneuten Aufstand in Rom. Kurz für der Eröffnung einer Offensive starb er im Alter von erst 21 Jahren in der Burg Paterno am Soracte nördlich von Rom an einem Fieber. Sein Leichnam wurde nach Aachen überführt und dort im Chor des Marienmünsters beigesetzt.