Oskar Zuckschwerdt

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Oskar Emil Theodor Friedrich Felix Zuckschwerdt (* 19. Juni 1883 in Gandersheim; † 21. Oktober 1965 in Göttingen) war ein evangelischer Theologe und zuletzt Propst in Magdeburg.

[Bearbeiten] Leben

Zuckschwerdt war ein Sohn des Rechtsanwalts und Notars Bernhard Zuckschwerdt. Er besuchte das Alte Gymnasium in Braunschweig und studierte Theologie an den Universitäten Göttingen, Straßburg und Marburg. Am 6. August 1899 wurde er in Liverpool ordiniert. Zuckschwerdt war ab 1909 Seemannspastor in Liverpool, ab 1913 Seemannspastor und Pfarrer der deutschen evangelischen Gemeinde in Glasgow. Im Ersten Weltkrieg war er von 1914 bis 1916 stellvertretender Garnisonpfarrer und Lazarettpfarrer in Berlin. 1914 war er außerdem im Ausschuss für großbritannische Flüchtlinge in Berlin tätig. 1916 wurde er Diacon in Groß Salze, 1922 Zweiter Pfarrer an St. Ulrich und Levin in Magdeburg. Von 1934 bis 1958 war er dort Erster Pfarrer.

Von 1922 bis 1932 war Zuckschwerdt Bezirksobmann der Hilfsfürsorge Magdeburg. Bald nach der nationalsozialistischen Machtergreifung trat er dem Pfarrernotbund und der Bekennenden Kirche bei. Das nationalsozialistische Kampfblatt "Der Stürmer" richtete scharfe Angriffe gegen ihn. Wegen Vergehen gegen das "Sammlungsgesetz" und "Kanzelmissbrauch" wurde er 1937 wiederholt in Haft genommen und verbrachte mehrere Monate in Untersuchungshaft.

Im Juni 1945 wurde Zuckschwerdt zum Superintendenten des Kirchenkreises ernannt und in die Vorläufige Geistliche Leitung der Provinz Sachsen berufen. 1946 wurde er unter Beibehaltung des Pfarramts an der Ulrichskirche Propst des neugeschaffenen Sprengels Magdeburg und ständiger Stellvertreter des Bischofs. Am 1. Oktober 1958 wurde er emeritiert. Seinen Ruhestand verbrachte er in Göttingen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen. Band 9, Leipzig 2009, S. 548

[Bearbeiten] Weblinks

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