Naumburg (Saale)

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Naumburg (Saale)

Landkreis Burgenlandkreis
Fläche 129,88 km²
Einwohner 34.294 (31. Dez. 2010)
PLZ 06618, 06628 (Bad Kösen, Crölpa-Löbschütz)
Vorwahl 03445, 034466, 034463
Kfz-Kennzeichen BLK (alternativ: NMB)
Bürgermeister/in Bernward Küper (CDU)
Webseite www.naumburg.de
Türme des Naumburger Doms
Blick vom Wenzelsturm auf die Innenstadt
Marktplatz mit Rathaus
Steinweg

Naumburg (Saale) ist die Kreisstadt des Burgenlandkreises im Süden Sachsen-Anhalts. Es liegt im Saaletal 39 km Kilometer südlich von Halle und 30 Kilometer nördlich von Jena. Naumburg ist Mittelpunkt des nördlichsten deutschen Weinanbaugebietes Saale-Unstrut.

Geschichte[Bearbeiten]

Naumburg im Mittelalter[Bearbeiten]

Archäologische Grabungen in den 1960er Jahren haben belegt, dass der Naumburger Domberg schon im 8. Jahrhundert besiedelt war. Anfang des 11. Jahrhunderts errichteten die Ekkehardinger Markgrafen auf einer Sandsteinterasse gegenüber der Unstrutmündung die namensgebende "Neue Burg", die 1012 erstmals urkundlich erwähnt wird. Aus der ihrem Schutz gebildeten Ansiedlung von Handwerkern und Kaufleuten entwickelte sich die spätere Stadt. Die Verlegung des Bistums Zeitz nach Naumburg 1028 gilt als ihr eigentliches Gründungsjahr. Naumburg entwickelte sich zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum. 1103 wird das Georgenkloster erstmals erwähnt, das seine Gründung der Überlieferung zufolge auf Markgraf Ekkehard I. zurückführt. 1210 begann der Bau des Naumburger Doms. 1228 wird die Stadtkirche St. Wenzel, die spätere Hauptkirche des Stadt außerhalb der Domfreiheit, erstmals erwähnt.

Seit 1144 wird Naumburg als Stadt bezeichnet. Es entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsplatz an der Via Regia. Die Naumburger Messe wird 1278 erstmals erwähnt. Sie stand aber seit dem 16. Jahrhundert im Schatten des auftrebenden Messestandorts Leipzig. Mit der Erteilung des Befestigungsrechts (1287) durften sich Domfreiheit und Ratsstadt gesondert mit Mauern und Gräben umgeben. Das Rathaus am Topfmarkt wird 1305 erstmals erwähnt.

Bei einem Stadtbrand wurden 1384 das Rathaus und die Stadtkirche St. Wenzel zerstört. Das Rathaus wurde an der heutigen Stelle neu errichtet.

1432 trat die Stadt dem Hansebund bei, musste aber auf Verlangen des Bischofs bereits ein Jahr später wieder austreten.

Im sächsischen Bruderkrieg wurde Naumburg 1450 von Truppen des Herzogs Moritz belagert. Die als "Hussiten" bezeichneten böhmischen Hilfstruppen erreichten Naumburg nicht rechtzeitig. Auf dieses Ereignis geht das Naumburger Hussitenkirschfest zurück.

Im 15. und 16. Jahrhundert wurden die Stadtbefestigungen weiter ausgebaut. 1456 erfolgte die Neuerrichtung des Marientores in Stein, 1508 der Bau des Salztor und 1510 des Viehtors (Wenzelstor). 1517 wurden Teile der Stadt bei einem Brand erneut zerstört.

Seit der Reformation[Bearbeiten]

1521 hielt sich Martin Luther in Naumburg auf. Mit der Reformation wurde das Naumburger Bistum Mitte des 16. Jahrhunderts säkularisiert und ging an die Kurfürsten von Sachsen über. Die Verwaltung wurde durch eine in der Stadt ansässige Stiftsregierung ausgeübt. 1657 fiel das Stiftsgebiet an die Nebenlinie Sachsen-Zeitz. Bis zum Bau der Moritzburg in Zeitz war das Stadtschloss in Naumburg deren Residenz. Mit dem Erlöschen der Zeitzer Linie 1718 fiel die Stadt an die Kurlinie zurück.

Mit dem Wiener Kongress 1815 kam Naumburg an Preußen und wurde Sitz eines Kreises im Regierungsbezirk Merseburg.

Das Wachstum der Stadt über die alten Grenzen hinaus führt dazu, dass die mittelalterliche Stadtbefestigung nach und nach abgetragen werden. 1821 werden das Jakobstor und das schon 1363 erstmals erwähnte Herrentor, 1824 das Salztor und 1836 das Wenzelstor abgebrochen.

1846 erhielt Naumburg einen Bahnanschluß an die Thüringische Eisenbahn.

Am 15. September 1892 nahm die Naumburger Dampfstraßenbahn ihren Betrieb auf. Sie verkehrte im Oktober 1906 zum letzten Mal. Im Januar 1907 wurde der Betrieb durch die elektrische Straßenbahn übernommen und zugleich die Strecke bis zum Salztor verlängert. 1914 wurde der Straßenbahnring zwischen Salztor, Kösener Straße und Hauptbahnhof geschlossen.

Bedeutung hat Naumburg auch als Justizstandort. 1858 wurde das Schwurgericht vor dem Salztor eingeweiht. Die Stadt wurde Sitz des Oberlandesgerichts für die Provinz Sachsen. 1917 wurde das neue Oberlandesgerichtsgebäude eröffnet.

Im April 1945 wurde die Stadt zweimal durch anglo-amerikanische Flieger bombardiert. Am 12. April besetzen US-amerikanische Truppen die Stadt. Am 2. Juli erfolgte die Besetzung der Stadt durch die Rote Armee.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Einen Gebietszuwachs erfuhr die Stadt Naumburg 1950 durch die Eingemeindung des Dorfs Almrich.

1989 fanden wie in vielen Städten der DDR Demonstrationen und Protestveranstaltungen statt. Bei den ersten freien Wahlen (1990) wurde die CDU stärkste politische Kraft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Als ehemalige Modellstadt für Stadtsanierung besitzt Naumburg eine liebevoll restaurierte Innenstadt mit zahlreichen historischen und baulichen Schmuckstücken.

Der Ortsteil Bad Kösen ist für seine romantische Lage im Saaletal mit den beiden Burgen Rudelsburg und Saaleck bekannt. Zwischen Naumburg und Bad Kösen liegt das ehemalige Zisterzienserkloster Pforta (heute Landesschule Pforta) mit Klosterkriche und sehenswertem Bauensemble der Schule.

In dem Ortsteil Großjena befindet sich das Weinbergshaus des Malers, Grafikers und Bildhauers Max Klinger. Das Landhaus hatte er 1903 als Zweitwohnsitz erworben. Klinger starb dort am 4. Juli 1920.

Verkehr[Bearbeiten]

Seit 1846 ist Naumburg an das Bahnnetz angeschlossen. Die Stadt liegt an der Thüringer Bahn Halle-Erfurt und der Saalbahn nach Saalfeld/Saale. Von 1900 bis 2010 verkehrte außerdem eine Nebenstrecke nach Teuchern, die heute nur noch im Güterverkehr bedient wird.

Eine Attraktion der Stadt ist die ehemalige Ringstraßenbahn, die heute noch zwischen Hauptbahnhof und Vogelwiese verkehrt. Ein Wiederaufbau der stillgelegten Strecke bis zum Salztor ist in Vorbereitung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige mit Naumburg (Saale) verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]