Moses Mendelssohn

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Moses Mendelssohn um 1771

Moses Mendelssohn (* 6. September 1729 in Dessau; † 4. Januar 1786 in Berlin) war ein bedeutender deutscher Philosoph, der sich als Vorkämpfer für die Emanzipation und Glaubensfreiheit der Juden in Deutschland einsetzte.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

[Bearbeiten] Kindheit und Ausbildung

Moses Mendelssohn wurde am 6. September 1729 als Sohn des Schulmeisters, Thoraschreibers sowie Synagogendieners Mendel Heymann (1683-1766) und dessen Ehefrau Rahel Sara, der Tochter eines Branntweinbrennereibesitzers, in Dessau geboren.

Bereits im frühen Kindheitsalter besuchte er den Bibel- und Talmudunterricht. Der Dessauer Landesrabbiner David Fränkel wurde später sein Lehrer, dem er 1743 im Alter von 14 Jahren in die brandenburgisch-preußische Hauptstadt Berlin folgte. In intensivem Selbststudium konnte Mendelssohn nicht nur seine jüdische Bildung erweitern, sonder außerdem die deutsche Sprache erlernen.

[Bearbeiten] Mendelssohn in Berlin

1750 trat Mendelssohn im Alter von 21 Jahren als Hauslehrer in den Dienst des Seidenfabrikanten Isaak Bernhard. Wenige Jahre später im Jahr 1754 stellte dieser ihn als Buchhalter in seinem Haus an. Dies garantierte ihm ein festes Einkommen und zudem sein Aufenthaltsrecht. Nach dem Tod des Seidenfabrikanten wurden Mendelssohn Anteilhaber der Firma, fand jedoch für seine publizistischen Tätigkeiten und philosophischen Studium nur noch wenig Zeit.

Moses Mendelssohn war ein gelehrter, tugendhafter und vor allem sprachbegabter Mann, der sich mit großer Leidenschaft der modernen Wissenschaft, der Literatur und der jüdischen Überlieferung widmete. 1749 macht er Bekanntschaft mit dem jüdischen Arzt Aaron Salomon Gumpertz, über den er Zugang zu den intellektuellen Kreisen Berlins erhielt. Dieser lehrte ihm die englische und französische Sprache und führte ihn in die frühen Anfänge der zeitgenössische Philosophie ein. Gumpartz war außerdem der wichtigste Kontakt für Mendelssohn, der ihn zu der Bekanntschaft mit Gotthold Ephraim Lessing brachte.

Mit Lessing verband Mendelssohn eine lange und intensive Freundschaft. Lessing publizierte 1755 außerdem ohne dessen Mitwissen Mendelssohns erstes Werk „Philosophische Gespräche“ und sorgte unter der Leserschaft sehr schnell für reges Interesse. Mendelssohn veröffentlichte in den darauffolgenden Jahren mehrere weitere Schriften und wurde als Mitherausgeber zahlreicher aufklärerischer Zeitschriften tätig. 1762 heiratete Mendelssohn in Hamburg Fromet Gugenheim (1738-1812), die die Tochter des Kaufmanns Abraham Gugenheim war.

Seinen ersten Preis der Akademie der Wissenschaften gewann Mendelssohn im Jahre 1764 mit dem Werk „Abhandlung über die Evidenz in den metaphysischen Wissenschaften“ und war damit sogar Immanuel Kant weit voraus. Die Aufnahme Mendelssohns in die Akademie scheiterte jedoch an der Ablehnung des Königs Friedrich II.

[Bearbeiten] Wirken

Moses Mendelssohn setzte sich nicht nur im Sinne der jüdischen Gemeinschaft, sondern auch für die christlichen Ideen und Ideale der Aufklärung ein. Mit besonderem Interesse widmete er sich vor allem den Thematiken der Freiheit, der umfassenden Bildung und der Toleranz. Mendelssohn verfasste für die „Berliner Monatsschrift“ Beiträge für die Diskussion „Was ist Aufklärung?“ und übersetzte zur Verbreitung der deutschen Sprache unter mitteleuropäischen Juden in Zusammenarbeit mit Gelehrten die Thora ins Deutsche.

Trotz seines großen Strebens nach einer mehrheitlichen Gesellschaft war es für Mendelssohn jedoch stets von großer Bedeutung, sich seine Identität als Jude zu bewahren. Die Aufforderung Schweizer Theologen Johann Kaspar Lavater, entweder das Christentum zu widerlegen oder zu konvertieren, lehnte er voller Überzeugung ab. Er nahm dies zum Anlass, mehr Achtung vor den Ansichtsweisen von Andersdenkern zu fordern.

Als Aufklärer beeindruckte Mendelssohn nicht nur die jüdische, sonder auch die christliche Welt. Er wirkte als Vermittler zwischen der jüdischen Tradition einerseits und der Moderne andererseits. Er übertrug die Pentateuch ins Hochdeutsche (1778-1783), übersetzte die Psalmen (1783), lieferte zahlreiche Anregungen für die jüdischer Erziehungsreform und vor allem auch für die politische Emazipation der jüdischen Gemeinschaft. Sein Altersweg „Jerusalem“ aus dem Jahr 1783 beinhaltet intensive Begründungen über seine Auffassungen vom Judentum, der Vernunft, der Toleranz und vor allem auch der Menschenrechte.

Mendelssohn veröffentlichte nicht nur Bücher und Druckwerke, sondern auch eine große Anzahl von Rezensionen in deutschen und hebräischen Zeitschriften. Er schrieb Briefe, literarische Texte sowie Bildnisse über sein Leben. Am 4. Januar 1786 starb er im Alter von 57 Jahren in Berlin.

[Bearbeiten] Ehrungen

Am 25. April 2013 sorgte ein Streit um die Bennung des Vorplatzes des neuen Jüdischen Museums in Berlin für Aufsehen. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg stellte sich gegen einen männlichen Straßennahmen. Der Bezirk betonte, dass nur noch weibliche Straßennamen zugelassen werden bis die Frauenquote von 50 Prozent erreicht ist. Das Jüdische Museum Berlin und der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg machten einen Kompromiß und einigten sich auf den Namen "Fromet und Moses Mendelssohn-Platz". Nun ist auch die Frau von Moses Mendelssohn in den Namen mitintegriert.

[Bearbeiten] Werke (Auswahl)

  • Briefe über die Empfindungen (1755)
  • Philosophische Schriften (2 Bände, 1761)
  • Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele (1767)
  • Jerusalem oder über religiöse Macht und Judenthum (1783)
  • Über die Frage: was heißt aufklären? (1784)

[Bearbeiten] Weblinks

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