Magdeburg
Aus Sachsen-Anhalt-Wiki
| Magdeburg
| |
|---|---|
| Landkreis | Kreisfreie Stadt |
| Fläche | 200,97 km² |
| Einwohner | 232.660 (31. Januar 2013) |
| PLZ | 39104–39130 |
| Vorwahl | 0391 |
| Kfz-Kennzeichen | MD |
| Bürgermeister/in | Lutz Trümper (SPD) |
| Webseite | www.magdeburg.de |
Magdeburg ist die Hauptstadt des Landes Sachsen-Anhalt. Mit etwa 232.000 Einwohnern ist sie die bevölkerungsreichste Stadt sowie eines der drei Oberzentren des Landes.[1] Magdeburg ist sowohl evangelischer als auch katholischer Bischofssitz und Standort zweier Hochschulen, der Otto-von-Guericke-Universität und der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH). Zudem beherbergt Magdeburg zahlreiche Außeruniversitäre Einrichtungen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Das an einer alten Ost-West-Handelsstraße und an einem wichtigen Elbübergang gelegene karolingische Grenzkastell Magdeburg wurde 805 im Diedenhofer Kapitular Karls des Großen als Magadoburg erstmals erwähnt. Unter Kaiser Otto I. war es Kaiserpfalz und entwickelte sich in dieser Zeit zu einer der Metropolen des Abendlands. Die Stadtherrschaft ging im 10. Jahrhundert nach und nach an das von Otto 937 gegründete Moritzkloster über. Am 9. Juli 965 verlieh er dem Moritzkloster Markt, Münze und Zoll sowie den Bann und die Gerichtsbarkeit über die Juden und die sich in der Stadt aufhaltenden Kaufleute. 968 wurde Magdeburg Sitz des neugegründeten Erzbistums Magdeburg, das in die Rechte des Moritzklosters eintrat. Mit der Bestätigung der von Otto I. an das Erzbistum Magdeburg verliehenen Rechte durch dessen Sohn Otto II. (4. Juni 973) ging die Stadtherrschaft endgültig vom König auf das Erzbistum über.
Unter der Herrschaft des Erzbischofs Wichmann von Seeburg-Querfurt kam es zu einem Aufschwung von Handel und Gewerbe. Eine Stadterhebungsurkunde ist nicht bekannt. Sie wurde entweder bei der Zerstörung der Stadt 1631 vernichtet oder hat nicht existiert. Möglicherweise hat sich das Stadtrecht vom 10. bis 12. Jahrhundert als Gewohnheitsrecht aus dem Kaufmanns- und Marktrecht herausgebildet. Spätestens 1159 ist Magdeburg als Stadt im Rechtssinn anzusehen. Bis 1244 ist auch die Bildung eines stadtbürgerlichen Rats vollzogen. Magdeburg gehörte von Beginn an zu entstehenden Hanse.
Im Juni 1524 predigte Martin Luther wiederholt in Magdeburg, das kurz darauf die Reformation einführte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es am 10. Mai (jul. Kalender)/20. Mai (greg. Kalender) 1631 durch kaiserliche Truppen erobert und zerstört. Mit etwa 20.000 Toten kamen dabei etwa zwei Drittel der Einwohner ums Leben. Dieses Ereignis wurde auch als Magdeburger Hochzeit bekannt. Otto von Guericke leitete als Bürgermeister den Wiederaufbau und vertrat die Interessen der Stadt bei den Friedensverhandlungen von Münster und Osnabrück.
Im Frieden von Prag fielen Stadt und Erzbistum 1635 an Prinz August von Sachsen, der bereits 1628 zum Administrator des Erzstifts gewählt worden war. Im Westfälischen Frieden wurde die Anwartschaft Brandenburg zugesprochen, das Stadt und Erzstift nach dem Tod Augusts von Sachsen 1680 erhielt. Durch das Gröninger Privileg von 25. Mai 1689 förderte Kurfürst Friedrich III. die Ansiedlung von französisch-reformierten Flüchtlingen aus der Kurpfalz in einer selbstverwalteten Kolonie innerhalb der Magdeburger Alt- und Neustadt.
1807 kam Magdeburg vorübergehend an das Königreich Westphalen und wurde Verwaltungssitz des Elbdepartements. 1814 an Preußen zurückgegeben, wurde es 1816 Sitz des Regierungsbezirks Magdeburg.
Bereits 1801 war in Magdeburg die erste Rübenzuckerfabrik eröffnet worden. In preußischer Zeit nahm die Stadt einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Dazu trug nicht zuletzt der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bei. 1840 erhielt die Stadt Anschluss an das entstehende preußische Eisenbahnnetz. 1839 wurde in Magdeburg der erste Raddampfer gebaut. 1866 begann die Kettenschiffahrt auf der Elbe, ein System mit dem bis 1874 der gesamte Flusslauf bis Hamburg erschlossen wurde. 1893 ging der neue Elbhafen in Betrieb.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einer Industriesmetropole mit bedeutenden Unternehmungen der Schwerindustrie, des Maschinenbaus und der Rüstungsindustrie. Ortsansässige Unternehmen waren unter anderem das Maschinenbauunternehmen von Hermann Jacques Gruson und die Dampfkessel- und Lokomobilfabrik von Rudolf Ernst Wolf.
Zur Zeit der Weimarer Republik war die Stadt durch eine sozialdemokratische Mehrheit im Stadtrat geprägt. Bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung 1919 kam die SPD auf 52,8 % der Stimmen, die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) auf 30,2 %, das katholische Zentrum auf 2,3 % die Bürgerliche Einheitsliste auf 7,1 % und die USPD auf 7,5 %. Hermann Beims wurde zum ersten SPD-Oberbürgermeister gewählt. Magdeburg war Gründungort sowohl des rechten "Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten", der durch den Magdeburger Fabrikanten Franz Seldte initiiert wurde, als auch des republikanischen "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold".
Am 16. Januar 1945 wurde Magdeburg bei einem alliierten Bombenangriff schwer getroffen. Die Altstadt wurde zu 90 Prozent zerstört, etwa 2500 Menschen kamen ums Leben. Damit ist Magdeburg neben Dresden und Köln eine der am schwersten zerstörten deutschen Städte.
Von 1947 bis 1990 war die Stadt Sitz des DDR-Bezirks Magdeburg. In dieser Zeit war es ein Zentrum des Schwermaschinenbaus. Aus dem früheren Grusonwerk wurde die Keimzelle des Schwermaschinenbau-Kombinats "Ernst Thälmenn" (SKET), das bis zu 30.000 Arbeiter beschäftigte. Nach der Wiedervereinigung wurde Magdeburg Landeshauptstadt des Landes Sachsen-Anhalt und setzte sich damit gegen die konkurrierenden Bewerber Halle (Saale) und Dessau durch.
[Bearbeiten] Stadtteile
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
Magdeburg ist Sitz der Landesregierung des Landes Sachsen-Anhalt und weiterer Landesbehörden, darunter des Landeshauptarchivs und des Oberverwaltungsgerichts.
[Bearbeiten] Kultur
[Bearbeiten] Museen
- Kulturhistorisches Museum
- Kunstmuseum im Kloster Unser Lieben Frauen
- Otto-von-Guericke-Museum in der Lukasklause
- Museum für Naturkunde
- Technikmuseum Magdeburg
- Jahrtausendturm
[Bearbeiten] Theater
Magdeburg verfügt über ein Vierspartentheater mit eigenen Ensembles für Musiktheater, Philharmonie, Schauspiel und Ballett.
Das 1958 gegründete Puppentheater gilt als eines der größten seiner Art in Europa.
[Bearbeiten] Bauwerke
- In der Leiterstraße befindet sich der Teufelsbrunnen.
[Bearbeiten] Musik
In der Stadt gibt es seit den 60ern Bands diverser Musikrichtungen. Hier möchten wir zunehmend immer mehr davon alphabetisch geordnet und mit Angabe zu den aktiven Jahren festhalten.
- Faustdick (seit 2006)
[Bearbeiten] Freizeitgestaltung
[Bearbeiten] Parks in Magdeburg
Liste der Parks in Magdeburg
[Bearbeiten] Sport in Magdeburg
[Bearbeiten] Sportvereine
[Bearbeiten] Sportstätten
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Flugverkehr
40 km südwestlich von Magdeburg liegt der Flughafen Magdeburg/Cochstedt, auf dem im Mai 2011 der Linienflugbetrieb aufgenommen wurde.
[Bearbeiten] Eisenbahn
Der Magdeburger Hauptbahnhof ist neben dem Hauptbahnhof in Halle (Saale) der wichtigste Bahnhof für den Bahnverkehr in Sachsen-Anhalt. Er gehört zur Bahnhofskategorie 2 und ist Verkehrshalt für den Fernverkehr nach Dresden und Oldenburg (Oldb) (ICE 50 und IC 56) sowie Leipzig und Köln (IC 55). Der Hauptbahnhof ist Zentrum des Schienenpersonennahverkehrs in der Region und der S-Bahn Magdeburg. Über den HarzElbeExpress bestehen Verbindungen über Quedlinburg und Halberstadt nach Thale (RE 5), über Halberstadt und Wernigerode nach Vienenburg sowie nach Blankenburg (Harz).
Der unmittelbar angrenzende Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) und einige Haltepunkte der Straßenbahn verbinden den Hauptbahnhof Magdeburg mit dem innenstädtischen ÖPNV.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Ehrenbürger
- Friedrich Wilhelm von Jagow (1771-1857), preußischer General der Infanterie
- Carl Christoph Gottlieb Zerrenner (1780-1851), Theologe und Pädagoge (1825)
- Ludwig Alexander von Jordan (1806-1889), Provinzialsteuerdirektor der Provinz Sachsen
- Karl Heinrich von Boetticher (1833-1907), Oberpräsident der Provinz Sachsen (1902)
- Kurt Ranke (1920-1999), Vorsitzender des Rats des Bezirks Magdeburg (1980, 1990 aberkannt)
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Johannes Nesener (1554-1613), evangelischer Theologe, Oberpfarrer an der St.-Johannis-Kirche in Magdeburg
- Tobias Cuno (1588-1657), evangelischer Theologe, Oberpfarrer an der St.-Johannis-Kirche in Magdeburg
- Otto von Guericke (1602-1686), Politiker, Jurist, Naturwissenschaftler, Physiker, Tierarzt, Erfinder und Bürgermeister Magdeburgs
- Friedrich Wilhelm von Steuben (1730-1794), General im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg
- Friedrich Delbrück (1768-1830), Pädagoge und Theologe, Erzieher am preußischen Königshof
- Johann Christian Friedrich Berghauer (1769-1831), evangelischer Pädagoge und Theologe
- Johann Philipp von Ladenberg (1769-1847), preußischer Staatsminister
- Samuel Marot (1770-1865), evangelischer Theologe, Oberkonsistorialrat, Ehrenbürger von Berlin
- Karl Friedrich Friesen (1784-1814), Pädagoge, Mitbegründer der deutschen Turn- und Sportbewegung
- Eduard von Alvensleben (1787-1876), Gutsbesitzer und Landrat des Kreises Jerichow II
- Heinrich Möwes (1793-1834), ev. Theologe und Schriftsteller
- Friedrich Mellin (1796-1859), Beamter in der preußischen Bauverwaltung, Ehrenbürger von Magdeburg
- Hermann von Nathusius (1809-1879), Landwirt und Agrarwissenschaftler
- Reinhold Assmann (1822-1917), Jurist und Politiker, MdR
- Friedrich Spielhagen (1829-1911), Schrifsteller und Publizist
- Paul Lindau (1839-1919), Schriftsteller, Journalist und Übersetzer
- Adolf Doeblin (1843-1924), Erster Domprediger in Naumburg, später Generalsuperintendent von Westpreußen
- Eugen Polte (1849-1911), Industrieller in der Magdeburger Maschinenbau-Industrie
- Ernst Ebeling (1859-1932), Oberbürgermeister von Dessau
- Wilhelm Kobelt (1865-1927), Politiker, MdR
- Max Bodenstein (1871-1942), Chemiker, Mitbegründer der chemischen Kinetik
- Paul Mebes (1872-1938), Architekt
- Gottwalt Christian Hirsch (1888-1972), Biologe, Hochschullehrer in Utrecht
- Gottfried Drenckmann (1889-), Unternehmer, Mitinhaber der Dampfmühle "W. A. Drenckmann"
- Erich Weinert (1890-1953), Schriftsteller, Kabarettist, Präsident des Nationalkomitees Freies Deutschland
- Margarete Schön (1895-1985), Schauspielerin
- Werner Bruschke (1898-1995), Politiker (SPD/SED), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt
- Albert Seelmann (19.Jhd.- 1919) Jurist, Präsident der Königlichen Oberzolldirektion für die Provinz Sachsen in Magdeburg
- Henning von Tresckow (1901-1944), Generalmajor, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
- Erich Ollenhauer (1901-1963), Politiker (PSD), MdB
- Robert Weimann (* 1928), Literatur- und Theaterwissenschaftler, Anglist, Kritiker, Herausgeber
- Karin Balzer (* 1938), Leichtathletin, Hürdensprinterin
- Rolf Henrich (* 1944), Politiker, Rechtsanwalt, Autor und Mitunterzeichner des Gründungsaufrufes des Neuen Forums
- Reinhard Lakomy (* 1946), Komponist, Pianist und Sänger
- Katrin Budde (* 1965), Politikerin (SPD), MdL
- Kay Barthel (* 1971), Politiker (CDU), MdL
- Marcel Schmelzer (1988), Fußballprofi Borussia Dortmund, dt. Nationalspieler
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Magdeburg größer als Halle. In: Magdeburger Volkstimme, 6. Februar 2013
[Bearbeiten] Literatur
- Maik Hattenhorst: Magdeburg 1933. Eine rote Stadt wird braun. Halle (Saale) 2010
- Wolfgang Knape: Ottostadt Magdeburg. Ein Führer durch die 1200-jährige Domstadt. Wernigerode 2011
- Matthias Puhle: Magdeburg im Mittelalter. Der Weg von der Pfalz Ottos des Großen bis zur Hansestadt um 1500. Halle (Saale) 2005
[Bearbeiten] Weblinks
- Webseite der Stadt Magdeburg
- Magdeburger Chronist
- Digitalisierte Exponate des Magdeburger Technikmuseums
- Digitalisierte Exponate des Naturkundlichen Museums Magdeburg
- Digitalisierte Exponate des Kulturhistorischen Museums Magdeburg
- Jugendforum Magdeburg