Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben

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Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) ist eine gemeinnützige Forschungseinrichtung in Gatersleben im Salzlandkreis. Es ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und international renommiertes Forschungszentrum auf dem Gebiet der Kulturpflanzenforschung. Es wird als Stiftung öffentlichen Rechts geführt, und untersteht dem Schutz und der Rechtsaufsicht des Landes Sachsen-Anhalt. Zusammen mit den Instituten der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kultupflanzen in Quedlinburg und Aschersleben, Einrichtungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Institut für Pflanzenbiochemie in Halle bildet das IPK einen wichtigen Schwerpunkt der Pflanzenforschung in der Mitte Deutschlands.

Im IPK bearbeiten Forscher Probleme der modernen Biologie in der Grundlagen- und Anwendungsforschung; vorrangig am Objekt Kulturpflanze. Die genetische Vielfalt von Wild- und Kulturpflanzen wird untersucht. Ziel ist dabei, neue Erkenntnisse und Methoden, sowie Pflanzenmaterial für eine effektivere und erweiterte Nutzung der Pflanze in der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Auch als Ausgangsbasis für verbesserte und neue Biomaterialien und für neue Pharmaka sollen die gewonnenen Erkenntnisse dienen.

Über die wissenschaftliche Arbeit ist das IPK in Gatersleben seit seiner Gründung auch Standort kultureller Aktivitäten. Konzerte, Kunstausstellungen, Lesungen, Vortrags- und Filmabende finden regelmäßig statt. Besondere Bedeutung haben die seit 1986 stattfindenden „Gaterslebener Begegnungen“, zwischen Naturwissenschaftlern, Künstlern, Sozialwissenschaftlern und Politikern in denen unter anderem die ethischen Dimensionen der stattfindenden Forschung diskutiert werden.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aufgaben des IPK

Die Grundlage für die Aufgaben des Institutes bildet die Satzung der Stiftung. Ihr gemäß hat das IPK die Aufgabe, Grundlagenforschung auf den Gebieten der Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung mit folgenden Schwerpunkten zu betreiben:

  • Erarbeitung neuer Erkenntnisse über Funktion, Struktur und Evolution des Erbmaterials
  • Erhaltung, Erforschung und Erschließung der erblichen Vielfalt von Kulturpflanzen, ihrer Vorfahren und Verwandten
  • Forschung zur Züchtungsgenetik im Vorfeld der praktischen Pflanzenforschung[2]

[Bearbeiten] Geschichte

  • 1943 - Gründung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Kulturpflanzenforschung der Kaiser-Wilhelm Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Tuttendorf bei Wien unter Hans Stubbe
  • 1945 – Im Oktober wird die Domäne Gatersleben für die Ansiedlung des Instituts zur Verfügung gestellt. Der Aufbau beginnt
  • 1946 – Angliederung des Instituts an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Name des Instituts wird dabei beibehalten.
  • 1948 – Eingliederung in den Kreis der Forschungsinstitute der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin
  • 1948 -1964 Aufbau der Institutsgebäude
  • 1969 – Umbenennung in „Zentralinstitut für Genetik und Kulturpflanzenforschung
  • 1969 – 1972 Reform der Institutsstruktur; Bildung von wissenschaftlichen Bereichen und von Querschnittsbereichen
  • 1990 – Umbenennung des Instituts in „Institut für Genetik und Kulturpflanzenforschung
  • 1991 – Schließung des Instituts am 31. Dezember gemäß Artikel 38 des Einigungsvertrages
  • 1992 – Neugründung als „Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung“
  • 2004 – Abschluss der Zusammenführung der deutschen Genbanken Braunschweig und Gatersleben
  • 2006 – Firmierung unter „Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung“

[Bearbeiten] Abteilungen

Die Arbeit des Instituts in in folgenden Abteilungen[3] organisiert:

  • Abteilung Genbank (Kulturpflanzenbank)
  • Abteilung Taxonomie
  • Abteilung Cytogenetik
  • Abteilung Molekulare Genetik
  • Abteilung Molekulare Zellbiologie

[Bearbeiten] Literatur

  • Klaus Müntz, Ulrich Wobus: Das Institut Gatersleben und seine Geschichte. Springer, 2012, ISBN 978-3-642-28647-6, doi:10.1007/978-3-642-28648-3_2.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung-Ein Institut der Blauen Liste, Institut für Pflanzengenetik und Kultupflanzenforschung Gatersleben, 1993
  2. Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung-Ein Institut der Blauen Liste, Institut für Pflanzengenetik und Kultupflanzenforschung Gatersleben, 1993
  3. Institut für Pflanzengenetik und Kultupflanzenforschung (IPK) Gatersleben – Ein Leibniz-Institut, Institut für Pflanzengenetik und Kultupflanzenforschung Gatersleben, 2000
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