Julius Wolff

Aus Sachsen-Anhalt-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Illustration aus dem Versepos "Tannhäuser" (1913)

Julius Wolff (* 16. September 1834 in Quedlinburg; † 3. Juni 1910 in Charlottenburg) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Wolff war Sohn eines Tuchfabrikanten. Er studierte Philosophie, Literatur- und Wirtschaftswissenschaften in Berlin. Nach mehreren Studienreisen übernahm er das väterliche Unternehmen, das er 1869 aufgab, um sich bis 1870 der von ihm ins Leben gerufenen "Harz-Zeitung" zu widmen. Das Einzugsgebiet der Zeitung erstreckte sich über das gesamte Harzgebiet. Agenturen befanden sich in Aschersleben, Halberstadt, Blankenburg, Wernigerode, Goslar, Clausthal, Herzberg und Nordhausen. Die Expedition der Zeitung befand sich auf dem elterlichen Grundstück in einem Seitenflügel des "Hotels zum Bär" am Markt. Neben Beiträgen zur regionalen und überregionalen Politik verfügte die Harz-Zeitung ein literarisches Feuilleton. Kulturgeschichtlichen Artikeln wurde ein breiter Raum belassen. Obwohl die Zeitung schnell das führende Blatt des Harzgebiets wurde, musste sie am 21. Juli 1870 ihr Erscheinen einstellen, als Wolff zum Militärdienst einberufen wurde.

1871 erschien in Berlin Julius Wolffs erster Gedichtband "Aus dem Felde" (4. Auflage 1907). Nach dessen Erfolg ließ er sich als freier Schriftsteller in Charlottenburg (heute zu Berlin) nieder.

Zu Wolffs weiteren Werken gehören Dramen, historische Romane und Versepen nach dem Vorbild Joseph Viktor von Scheffels. Mit seiner Harzer Heimat beschäftigt sich unter anderem der Roman "Der Raubgraf". Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien im Verlag von Paul List in Leipzig.

Werke (in Auswahl)[Bearbeiten]

  • Der Rattenfänger von Hameln (Philadelphia um 1880)
  • Der wilde Jäger. Eine Waidmannsmär
  • Tannhäuser. Ein Minnesang (Versepos in 2 Bänden)
  • Der Raubgraf. Eine Geschichte aus dem Harzgau (Berlin 1884)
  • Lurlei. Eine Romanze
  • Die Pappenheimer. Ein Reiterlied (Berlin 1889)
  • Der fliegende Holländer. Eine Seemannssage (Berlin 1892)
  • Das schwarze Weib. Roman aus dem Bauernkriege (Berlin 1894)
  • Die Hohkönigsburg. Eine Fehdegeschichte aus dem Wasgau (Berlin 1902)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Goebke: Der Dichter Julius Wolff als Zeitungs-Verleger. In: Harz-Zeitschrift 7 (1955), S. 149-151