Juliana zu Stolberg

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Juliana zu Stolberg

Juliana zu Stolberg (* 15. Februar 1506 in Stolberg (Harz); † 18. Juni 1580 in Dillenburg) ist die Stammmutter der älteren und jüngeren Linie des Hauses Oranien.

Leben[Bearbeiten]

Juliana zu Stolberg wurde am 15. Februar 1506 auf Schloss Stolberg als Tochter des Grafen Botho zu Stolberg und Anna von Eppstein-Königstein geboren. Bis sie 13 Jahre alt ist, wächst sie in Stolberg und Wernigerode auf, danach wird sie zum Hof ihres Onkels in Königstein im Taunus geschickt. Dort wird sie mit 14 Jahren dem Grafen Philipp II. von Hanau-Münzenberg versprochen, den sie drei Jahre später auch heiratet. Mit ihm hat sie 5 Kinder, nach nur 6 Jahren Ehe stirbt Philipp jedoch 1529 im Alter von 27 Jahren. Für seinen noch minderjährigen Sohn, Graf Philipp III., übernimmt neben Juliana auch Graf Wilhelm von Nassau-Dillenburg, ein Freund der Familie, die Vormundschaft.

1531 nimmt der verwitwete Graf sie zu seiner zweiten Frau, mit ihm hat sie weitere fünf Söhne und sechs Töchter. Ihr ältester Sohn Prinz Wilhelm I. der Schweiger wird durch den Tod seines Onkels René von Nassau, Fürst von Oranien, zum Erben des niederländischen Hauses Oranien. Wilhelm geht als Befreier der Niederlande von der spanischen Herrschaft, als Vater des Vaterlandes in die Geschichte ein. Durch seinen Einzug in das niederländische Fürstenhaus wird Juliana zu Stolberg im selben Zug Stammmutter das Hauses Nassau-Oranien. Sie stirbt mit 74 Jahren auf Schloss Dillenburg, für die damalige Zeit ein sehr hohes Alter und hinterlässt eine sehr große Nachkommenschaft mit 160 Enkeln und Urenkeln. Nach ihrem Tod wurde sie in der Evangelischen Stadtkirche Dillenburg beigesetzt.

Bedeutung[Bearbeiten]

Die historische Bedeutung von Juliana zu Stolberg ergibt sich in erster Linie aus ihrer zahlreichen Nachkommenschaft, die sie zur Stammmutter fast aller regierenden europäischen Häuser werden ließ. So ist Juliana auch direkte Vorfahrin der heutigen Königin der Niederlande und Prinzessin von Oranien-Nassau, Königin Beatrix. Ihr Andenken wird in den Niederlanden noch immer bewahrt, so sind Straßen, Plätze und Schulen nach ihr benannt. Ein Denkmal in Den Haag erinnert außerdem an ihren Anteil am Befreiungskampf der Niederlande. 2002 übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Schloss Stolberg, das kurz vor dem Verfall stand. Im Jahr 2006, zu ihrem 500. Geburtstag, wurde ihr ein Denkmal in der Geburtsstadt Stolberg errichtet.

Denkmal Juliana zu Stolbergs in Den Haag
Denkmal Juliana zu Stolbergs in ihrer Heimatstadt Stolberg

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinildis van Ditzhuyzen: Deine getreuwe muter allezeit. Juliana von Stolberg 1506-1580. Münster 2006.
  • Monika Lücke, Claudia Hennrich: Juliana - eine "Oranierin" aus Stolberg im Harz. Stolberg (Harz) 2006
  • Pierre Even: Dynastie Luxemburg-Nassau. Von den Grafen zu Nassau zu den Großherzögen von Luxemburg. Eine neunhundertjährige Herrschergeschichte in einhundert Biographien. Schortgen, Luxemburg 2000.
  • Klaus Vetter: Am Hofe Wilhelms von Oranien. Stuttgart 1991
  • Eduard Jacobs: Juliana von Stolberg. Ahnfrau des Hauses Nassau-Oranien. Nach ihrem Leben und ihrer geschichtlichen Bedeutung dargestellt. Hendel, Wernigerode u. a. 1889.
  • Adrian Willem Eliza Dek: De Afstammelingen van Juliana van Stolberg tot aan het jaar van de vrede van Munster. De Europese Bibliotheek, Zaltbommel 1968 (Spiegel der historie).
  • Eduard Jacobs: Nassau, Juliana, Gräfin von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 263–265.

Weblinks[Bearbeiten]