Johannes Schlaf

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Johannes Schlaf, Relief am Sterbehaus in Querfurt
Grabstätte auf dem Friedhof in Querfurt

Johannes Schlaf (* 21. Juni 1862 in Querfurt; † 2. Februar 1941 in Querfurt) war zusammen mit seinem Freund Arno Holz ein bedeutender Dramatiker des deutschen Naturalismus. Als Übersetzer von Werken der Autoren Walt Whitman, Émile Verhaeren und Émile Zola, trug er maßgeblich dazu bei, dass sich diese im deutschsprachigen Raum verbreiten konnten. Er gilt damit als Begründer des Whitman-Kults in Deutschland.

[Bearbeiten] Leben

Am 21. Juni 1862 wurde Johannes Schlaf im elterlichen Haus am Lederberg geboren. Sein Vater war ein Querfurter Kaufmann. In einer autobiographischen Skizze aus dem Jahre 1902 gab er an, schon mit zwölf Jahren Verse und kleine Puppenspiele geschrieben zu haben, während seiner Gymnasialzeit schrieb er Gedichte und Novellen. Ebenso zeigte er ein besonderes zeichnerisches Talent.[1]

Von 1875 bis 1884 besuchte Schlaf das Domgymnasium Magdeburg, wo er 1882 dem Schülerklub „Bund der Lebendigen“ beitrat. Nach seiner Kindheit und Jugend in Magdeburg studierte er in Halle (Saale) und ab 1885 in Berlin. Im Studium galt sein Interesse vor allem der Germanistik und der Altphilologie. In diese Zeit fielen auch seine ersten schriftstellerischen Werke.

In Berlin prägte ihn vor allem seine Freundschaft mit dem Schriftsteller Arno Holz mit dem er sich später über Urheberrechtsfragen zerstritt. Er veröffentlichte mit ihm zusammen erste konsequent naturalistische Dramen. 1904 zog er nach Weimar und schrieb zwischen 1900 und 1914 zehn Romane.

Seine Heimatstadt Querfurt bezeichnete er als "Dingsda" und beschrieb sie in vielen seiner Werke unter anderem in In Dingsda (1892), Stille Welten. Neue Stimmungen aus Dingsda (1899) und in Tantchen Mohnhaupt und Anderes. Dingsda-Geschichten (1913).

Am 21. Juni 1932 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt und kehrte 1937 nach Querfurt zurück. Dort starb er am 2. Februar 1941 an den Folgen eines Schlaganfalls.

An dem Haus der heutigen August-Bebel-Straße 15, einem häufigen Aufenthaltsort von Johannes Schlaf, wurde 2007 anlässlich der 75 Jahre Ehrenbürgerschaft eine vom "Altertums- und Verkehrsverein Querfurt und Umgebung e.V" initiierte Gedenktafel enthüllt. Eine weitere Gedenktafel befindet sich an seinem Sterbehaus in der Nebraer Straße.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Johannes Schlaf (Wikipedia)

[Bearbeiten] Weblinks

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