Johann Friedrich Naumann

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Naumann mit einer Drossel

Johann Friedrich Naumann wurde 1780 als erster von drei Söhnen im Dorf Ziebigk (heute Ortsteil von Prosigk in der Stadt Südliches Anhalt) geboren. Er gilt als Begründer der Vogelkunde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Werk

Schon als Kind malte Naumann Vögel und setzte diese Tätigkeit neben der Arbeit auf dem Bauernhof seines Vaters fort. Außerdem entwickelte er eine Methode, Vögel auszustopfen. Über diese Methode verfasste er das Buch "Taxidermie", das 1815 veröffentlicht wurde und noch heute in Neuauflagen verkauft wird. 1820 bis 1844 erschien Naumanns 13-bändige "Naturgeschichte der Vögel Deutschlands". Allerdings war als Autor der Vater Johann Andreas Naumann angegeben - ein Zeichen des Respekts gegenüber dem Vater. Die Hauptarbeit hatte allerdings Johann Friedrich geleistet. Sein Bruder Carl Andreas Naumann unterstützte seine Forschungen, indem er die Vögel fing bzw. schoß.

Die Herzöge Ferdinand und Heinrich von Anhalt-Köthen unterstützten ihn in seiner Arbeit. 1821 kaufte Ferdinand Naumanns Sammlung präparierter Vögel für 2.000 Taler (damals 691 Exemplare in 325 Arten) und setzte Naumann als Kurator ein. Seit 1835 ist die Ausstellung im Ferdinandsbau des Köthener Schlosses der Öffentlichkeit zugänglich.

Während seiner weiteren Arbeit konnte J. F. Naumann insgesamt 1.280 Präparate sammeln. 1850 war er einer der Gründer der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft in Leipzig. 1857 begann ein Augenleiden, das Naumann bei der Arbeit behinderte. Er verstarb noch im gleichen Jahr und wurde in Prosigk beerdigt.

[Bearbeiten] Naumann-Museum im Schloss Köthen

Dieser Seidenschwanz ist ein Exponat des Naumann-Museums

Seit 1835 befindet sich die Ausstellung der Vogelpräparate und anderen Werke Naumanns im Obergeschoss des Ferdinandbaus im Köthener Schloss.

Das 1915 dort eröffnete und 1980 erweiterte Naumann-Museum ist zu einer Kostbarkeit für in- und ausländische Interessenten geworden. Es ist nach eigenen Angaben das einzige ornithologiegeschichtliche Museum der Welt. Es beherbergt nahezu den gesamten Nachlass des berühmten Vogelkundlers. Den besonderen Reiz macht der originale Biedermeier-Stil der ornithologischen Ausstellung aus. In der Sammlung sind auch Zeichnungen, Kupferstiche, Bücher und andere Manuskripte sowie Jagdgeräte Naumanns zu finden.

[Bearbeiten] Naumann-Denkmal

1880 wurde im Köthener Schlossgarten ein Denkmal mit seiner Büste sowie der seines Vaters und Bruders errichtet. Geschaffen wurde es vom Berliner Bildhauer Heinrich Pohlmann. Es wurde 1943 zerstört, zum 100. Todestag Naumanns im Jahr 1957 durch ein neues Denkmal ersetzt.

[Bearbeiten] Weblinks

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