Jürgen Sparwasser

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Jürgen Sparwasser bei der Fußball-WM 1974

Jürgen Sparwasser (* 4. Juni 1948 in Halberstadt) ist ein ehemaliger Fußballnationalspieler und Spieler der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballverbandes.

Mit dem 1. FC Magdeburg gewann er dreimal die Meisterschaft, wurde viermal DDR-Pokalsieger und gewann 1974 den Europapokal. Sparwasser spielte außerdem für die DDR-Auswahl der Nationalmannschaft und schoss während der Fußballweltmeisterschaft das entscheidende Siegtor gegen die BRD-Auswahl. Insgesamt bestritt er 53 Länderspiele für die DDR.

Sparwasser ist verheiratet und hat eine Tochter.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

[Bearbeiten] Ausbildung und Studium

Im Laufe seiner Karriere als aktiver Fußballspieler absolvierte Jürgen Sparwasser ein Studium des Ingenieurwesens. Außerdem schloss er 1980 erfolgreich eine Ausbildung zum Sportlehrer ab.

[Bearbeiten] Aktive Fußballlaufbahn

Jürgen Sparwasser startete seine aktive Laufbahn als Fußballspieler unter der Trainerschaft seines Vaters bei der BSG Lok Halberstadt. 1964 delegiert ihn diese ihn zum regionalen Schwerpunkt im Bereich Fußball, dem SC Aufbau Magdeburg, wo er zunächst in der Jugendmannschaft trainierte. Während dieser Zeit wird er für die Nationalmannschaft entdeckt und bestritt am 7. Oktober 1964 sein erstes Länderspiel der Junioren in der Begegnung der DDR mit Bulgarien. Ein Jahr später im Jahr 1965 ging der Sieg im UEFA-Jugendturnier mit einem Endergebnis von 3:2 gegen England an die Jugendauswahl der DDR um Sparwasser.

Bis 1966 schoss Sparwasser in insgesamt 19 Länderspielen der Junioren sieben Tore und nahm in den folgenden Jahren von 1966 bis 1972 an sieben Nachwuchs-Länderspielen teil, in denen er ebenfalls drei Tore erzielte.

Jürgen Sparwasser beim 1:0 Siegtreffer gegen Brasilien bei der WM 1974

Sein erster Einsatz für die DDR-Oberliga folgte am 26. Februar 1966 beim Spiel Magdeburg gegen den FC Hansa Rostock. Zu diesem Zeitpunkt war Sparwasser noch nicht einmal 18 Jahre alt. Bis zum Ende des Saison wurde er zu weiteren fünf Punktspielen in der Oberliga des inzwischen zum 1. FC Magdeburg umbenannten Vereins eingesetzt und erzielte beim Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt am 12. März 1966 sein erstes Oberligator.

Nach dem Abstieg des 1. FC Magdeburg spielte Jürgen Sparwasser in der zweitklassigen DDR-Liga, trug jedoch erfolgreich zum Wiederaufstieg bei und wurde in der Saison 1967/68 erneut zum besten Torschützen seiner Mannschaft.

Jürgen Sparwasser mit der DDR Nationalmannschaft während der WM 1974 bei dem ständigen Vertreter der DDR in der BRD Dr. Michael Kohl

Erstmalig zum Einsatz in der A-Nationalmannschaft kam Sparwasser am 22. Juni 1969 und spielte im Zusammentreffen DDR-Chile im linken Sturm. Der gebürtige Halberstadter konnte zwar mit konstanten Leistungen überzeugen, schaffte es jedoch nie auf die Liste der Stammspieler. Stattdessen entwickelte sich Sparwasser unter anderem bei dem olympischen Fußballturnier 1972 oder der Weltmeisterschafts-Endrunde 1974 ebenfalls als hervorragender Turnierspieler.

Mit der Olympiaauswahl, für die er in der Zeit von 1968 und 1975 tätig wurde, gelang ihm 1972 sogar der Gewinn der Bronzemedaille. Im Vorrundenspiel bei der Weltmeisterschaft 1974 im Spiel der DDR gegen die Bundesrepublik sorgte Sparwasser für den entscheidenden Siegtreffer (1:0) und wurde schnell zum Held der ostdeutschen Nation.

[Bearbeiten] Höhepunkt und Karriereende

Als Spieler beim 1. FC Magdeburg wurde Jürgen Sparwasser doppelter Oberliga-Meister (1972 und 1974) und gewann ebenso zweimal den DDR-Pokal (1969 und 1973). Den größten Erfolg seiner fußballerischen Karriere erzielte er jedoch mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger am 8. Mai 1974 durch ein 2:0 gegen den AC Mailand.

Jeweils in den Saisons 1973/74 sowie 1975/76 erreichte er den Titel des besten Torschützen des 1. FC Magdeburg und gewann 1975 sogar seinen dritten DDR-Meister-Titel. Den dritten und viertel DDR-Pokalsieg holte sich Sparwasser 1978 und 1979. Ab 1976 bildete er gemeinsam mit Joachim Streich und Martin Hoffmann die Sturmspitze der Magdeburger.

1978/79 beging Sparwasser seine letzte Saison in der Oberliga, bevor er seine aktive Fußballkarriere auf Grund eines Hüftleidens im Alter von 31 Jahren beenden musste. Insgesamt blickt Jürgen Sparwasser auf eine Fußballlaufbahn zurück, in der er 271 Oberligaspiele mit 111 Toren für den 1. FC Magdeburg bestritt, 27 DDR-Ligaspiele mit 22 Toren, 49 nationale Pokalspiele mit 20 Toren sowie 41 Europapokalspiele mit 20 Toren. Sein letztes Spiel für die Nationalmannschaft und damit sein 53. A-Länderspiel absolvierte er am 16. November 1977 bei dem Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel der Türkei gegen die DDR (1:2).

Sparwasser ging damit mit 15 Toren in die gesamte Länderspiel-Statistik ein.

[Bearbeiten] Leben nach dem aktiven Fußball

Nach seiner Ausbildung zum Sportlehrer im Jahr 1980 wurde Sparwasser vom 1. FC Magdeburg zum Assistenztrainer angestellt. Diverse Angebote, die Stelle des Cheftrainers zu übernehmen, lehnte er jedoch auf Grund der damit verbundenen politischen Verpflichtungen ab. An der Magdeburger Pädagogischen Hochschule übernahm er allerdings die Aufgabe des wissenschaftlichen Assistenten.

In die DDR-Staatspartei SED trat Jürgen Sparwasser erst 1973 ein, geriet jedoch in Folge eines Ausreiseantrages seiner Tochter später in die Gefahr, seine berufliche Stellung zu verlieren. Er entschloss sich schließlich 1988 zur Flucht aus der DDR in die BRD und setzte dieses Vorhaben bei einem Altherren-Spiel des 1. FC Magdeburg in Saarbrücken gemeinsam mit seiner Frau in die Tat um.

Nach seiner Auswanderung war Sparwasser zunächst wieder als Trainer tätig (Januar 1988 bis 1990 Co-Trainer bei Eintracht Frankfurt; Juni 1990 bis November 1991 bei SV Darmstadt 98; Rot-Weiß Walldorf). Anschließend widmete er sich dem Sportmarketing und arbeitete bei einer Versicherung. Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV) ernannte ihn 1997 zu ihrem Präsident. Er übte das Amt bis 1999 aus, wurde dann jedoch als Spielerberater tätig

Sein Trikot mit der Nummer 14, das er im Spiel gegen die DFB-Auswahl 1974 trug, wurde von einem Unternehmen aus Krefeld ersteigert und dem „Haus der Geschichte“ in Bonn übergeben, wo es sich bis heute befindet.

[Bearbeiten] Weblinks

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