Ilsenburg (Harz)

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Ilsenburg (Harz)

Landkreis Landkreis Harz
Fläche 63,1 km²
Einwohner 9.734 (31. Dez. 2010)
PLZ 38871
Vorwahl 039452
Kfz-Kennzeichen HZ
Bürgermeister/in Denis Loeffke (CDU)
Webseite www.stadt-ilsenburg.de
Klosterkirche St. Petri und Pauli

Ilsenburg (Harz) ist eine Stadt im Landkreis Harz.

Geschichte[Bearbeiten]

Ilsenburg entstand unterhalb einer königlichen Jagdpfalz, die in einer Urkunde Ottos III. für das Kloster Drübeck am 7. Juli 995 erstmals erwähnt wurde. Der Pfalzbereich war zu Verteidigungszwecken eingerichtet und durch ein doppeltes Grabensystem geschützt. Errichtet wurde er möglicherweise im Zuge der Schaffung befestigter Plätze gegen die Ungarneinfälle durch Heinrich I.. Nach dem Sieg über die Ungarn bei Riade trat die militärische Funktion in den Hintergrund. Die Ilsenburg wurde wohl Sitz eines Pfalzgrafen im Harzgau, der die königlichen Güter im Reichsbannforst Harz beaufsichtigte. Heinrich II. schenkte das königliche Eigentum am 15. April 1003 dem Bischof von Halberstadt. Die Schenkung umfasste die Pfalz einschließlich Hofstellen, Mühlen, Grundbesitz und Hörige. Bischof Arnulf stiftete ein Benediktinerinnenkloster und beschenkte es mit Land und Zehnten. 1018 wurde es durch Mönche aus dem Kloster Fulda besiedelt. Bischof Burchhard II. bestätigte 1087 dem Kloster seine Güter, Rechte und Freiheiten und verlieh ihm das Recht zur Wahl des Schutzvogts. Die königliche Burg wurde auf den Ilsestein verlegt.

Nach der Reformation gelangte der Ort in den Besitz der Grafen von Stolberg-Wernigerode. Von 1650 bis 1710 war es Residenz der Grafen, die ihren Sitz in den ehemaligen Klostergebäuden nahmen.

Einen wichtigen Impuls für die Entwicklung lieferte die Gründung der Eisenhütte 1546 mit der Inbetriebnahme des ersten Harzer Hochofens. Ilsenburg wurde zum Zentrum der Hüttenindustrie in der Grafschaft Wernigerode. Der Eisenkunstguss der Ilsenburger Fürst-Stolberg-Hütte war international bekannt.

1806 wurde der Ort Teil des Königreichs Westphalen (bis 1813). 1813/14 kam er and as Königreich Preußen. Im Zuge der Industralisierung wurde die gräflische Hütte erneuert und um ein Walzwerk und eine Maschinenfabrik erweitert. Als weiterer bedeutender Industriebetrieb bestand ein Kupferhammer, der 1828 in den Besitz des Aron Hirsch aus Halberstadt überging und um eine Walz- und Raffinierhütte ergänzt wurde.

1872 erhielt Ilsenburg einen Anschluss an das Reichstelegrafennetz. Eisenbahnverbindungen gab es nach Wernigerode (1884) und Bad Harzburg (1894). Nach dem Ausbau des Elektrizitätsnetzes (1900) wurde 1907 auch elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt.

Seit dem 19. Jahrhundert entwickelte sich Ilsenburg zunehmend zum touristischen Ziel. 1947 wurde es anerkannter Luftkurort. Am 1. Januar 1959 erhielt es die Stadtrechte.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ilsenburg wurde als Standort für die Aufbereitung von Erzen aus dem Harz schon früh zu einem wichtigen industriellen Zentrum. Wichtige Industriebetriebe sind heute unter anderem noch die Radsatzfabrik Ilsenburg und die Fürst-Stolberg-Hütte. Im übrigen ist die Stadt stark durch den Tourismus geprägt.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt Ilsenburg verfügt über zwei Grundschulen in kommunaler Trägerschaft (Grundschule Prinzessin Ilse, Grundschule Thomas Mann). In anderer Trägerschaft gibt es unter anderem eine Sekundarschule (Goethe-Sekundarschule) und eine Fachschule für Sozialwesen im Ortsteil Drübeck.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Riefenstahl: 1000 Jahre Ilsenburg. In: Allgemeiner Harz-Berg-Kalender für das Jahr 1995, S. 143-147