Hochwasser 2013 in Dessau-Roßlau

Aus Sachsen-Anhalt-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Diese Seite dient der Dokumentation der Geschehnisse rund um das Hochwasser 2013 in Dessau-Roßlau. Im Stadtgebiet von Dessau-Roßlau mündet die Mulde in die Elbe. Durch das Zusammenfließen der beiden Flüsse ist die Stadt immer wieder von Hochwasser bedroht. Grund ist, dass das Muldwasser dann nicht mehr in die Elbe abfließen kann und sich zurückstaut.

Die Seite Hochwasser in Sachsen-Anhalt gibt einen Überblick über dokumentierte Ereignisse in den einzelnen Regionen bzw. Landkreisen.

Montag, 03. Juni 2013[Bearbeiten]

  • Um 12.45 Uhr wird der Katastrophenfall für Dessau-Roßlau ausgerufen.
  • Grund sind besorgniserregende Hochwasservorhersagen, sowohl für die Mulde aber auch für die Elbe. Für die Mulde wird der Scheitelpunkt am Mittwoch (05. Juni) morgen erwartet. Am Bezugspegel im sächsischen Torgau ist dann die Acht-Meter-Marke erreicht. Etwa 24 Stunden später wird das Wasser dann in Dessau-Roßlau erwartet. Acht Meter sind aber noch längst nicht der Höchststand, mit dem in Torgau gerechnet wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird am Dienstagabend die Hochwasserwarnstufe IV ausgerufen.
  • Am späten Montagabend (20-23 Uhr) beginnt die Evakuation der beiden östlichen Vororte Kleutsch und Sollnitz. Hier wird ein Mulde-Pegel von 7,50 Meter - und damit 1,25 Meter mehr als beim Jahrhundert-Hochwasser 2002 - erwartet. In den Turnhallen am Akazienwäldchen und in der Ringstraße werden erste Notquartiere eingerichtet.
  • Für die Evakuierung der mehreren hundert Menschen bleibt nur eine Stunde, weil die Stadtverwaltung zeitgleich beschließt, ab 23 Uhr die Friedensbrücke und damit das östliche Eingangstor der Stadt komplett zu sperren.
  • Dessaus Osten ist damit vom Zentrum abgekoppelt. Da in Roßlau auch noch die Südstraße gesperrt ist und der Verkehr durch die Stadt geleitet wird, bleibt allein die Autobahn-Anschlussstelle Süd, um die Stadt weiter zu erreichen.

Dienstag, 04. Juni 2013[Bearbeiten]

  • Gegen 8:00 Uhr ist die Friedensbrücke in Dessau jetzt auch für Fußgänger gesperrt.
  • Gegen 10:00 Uhr melden die Jobcentern und Arbeitsagenturen in Dessau-Roßlau und Wittenberg eine Ausnahmeregelung. Meldungen und Termine müssen demnach nicht eingehalten werden. Es entstehen keine Nachteile.
  • Die Elbbrücke zwischen Dessau udn Roßlau ist befahrbar.
  • Um 11:30 Uhr wird die Friedensbrücke für Radfahrer und Fußgänger wieder freigegeben, da der Mulde-Pegel auf 6,30 Meter gesunken ist.
  • Pegelstände: Dessau-Muldebrücke, 12:00 Uhr: 6,24 m; Elbe-Leopoldshafen, 11:30 Uhr: 6,24 m
  • Um 13:00 teilt der Katastrophenstab in Dessau mit, dass die A9 gesichert ist. Scholitzer Deich (Ost und West) mit Sandsäcken aufgerüstet wird.
  • Es gilt weiterhin Alarmstufe 4. In den späten Abendstunden ist mit der Alarmstufe 4 auch bei der Elbe zu rechnen.Bisher ist hier Warnstufe 2 ausgerufen.
  • Die Hochschule Anhalt stellt den Hochschulbetrieb am Standort Dessau zunächst von Mittwoch, 5. Juni 2013 bis Sonntag, 9. Juni 2013 vollständig ein.
  • 15:43 Uhr: Der Wasserstand der Mulde stagniert bei aktuell 6,24 Meter (Höchststand 2002: 6,25 Meter). Die Deichsicherungsarbeiten an Schwerpunktbereichen der Mulde stehen unmittelbar vor dem Abschluss. Der zweite Scheitelpunkt des Muldehochwassers wird Dessau voraussichtlich Mittwoch früh erreichen.
  • 22:00 Uhr: Der Pegel der Mulde bei Dessau ist bis 22 Uhr auf 6,37 Meter gestiegen und lag damit zwölf Zentimeter über dem Höchstwert aus dem Jahr 2002.
  • Die Elbe dagegen steigt die gesamte Nacht an, um 22 Uhr werden 6,38 Meter gemessen.
  • Am Abend errichtet der Katastrophenstab am Parkplatz am Zollhaus noch einen Deich, um ein Überfluten aus dem Vorderen Tiergarten zu verhindern.

Mittwoch, 05. Juni 2013[Bearbeiten]

  • 1:00 Uhr: Der Mulde-Pegel sinkt auf 6,34 Meter, 6,29 Meter (3 Uhr) und 6,26 Meter (6 Uhr) und 6,21 Meter (8 Uhr).
  • 8:00 Uhr: Der Elbe-Pegel steigt weiter an, um 8 Uhr liegt der Pegel bei 6,53 Meter. (Höchstwert 2002 bei 7,16 Meter).
  • 12:00 Uhr: Der Muldepegel sinkt auf 6,09 Meter (12 Uh) gesunken.
  • 12:00 Uhr: Der Katastrophenstab hat die Evakuierung der Ortsteile Kleutsch und Sollnitz aufgehoben. Die Einwohner können in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Allerdings keine vollständige Entwarnung, da die Auswirkungen des noch ausstehenden Elbe-Hochwassers unklar sind.
  • 12:45 Uhr: Für die Elbe wird Alarmstufe IV ausgerufen. Am Pegel Torgau wird die Acht-Meter-Marke übertroffen.
  • Autobahn 9 Aufgrund des Muldepegels und einschließlich des Rückstaus der Mulde in Höhe der Einmündung in die Elbe wird der Notdeich in Höhe der Bundesautobahn 9, Fahrtrichtung München zwischen Vockerode und Dessau Ost auf einer Länge von 600 Metern um weitere vier Lagen Sandsäcke erhöht wird.
  • 13:55 Uhr: An der Elbe gilt ab sofort die höchste Hochwasserwarnstufe.
  • 16:00 Uhr: Sofortige Sperrung von insgesamt neun Sporthallen für jeglichen Trainings- und Wettkampfbetrieb, da diese als Unterkünfte für Helfer und Einsatzkräfte benötigt werden. Nicht mehr zugänglich sind ab sofort die Sporthallen Friedensschule, Berufsschulzentrum, Friederikenstraße, Ringstraße, Mariannenstraße, Kreuzberge (beide Hallen) und Zoberberg (beide Hallen).
  • 17:00 Uhr:, Dessau-Roßlau: Pegelstände der Mulde, Dessau-Muldebrücke: 6,07 Meter; Pegelstand der Elbe, Dessau-Leopoldshafen: 6,69 Meter
  • 19:30 Uhr: Der Muldepegel sinkt. Mit dem Scheitel der Elbe wird zwischen Freitag und Sonnabend gerechnet. Vergleichsweise langsam vollzieht sich der Wasseranstieg der Elbe. Nach jetzigen Prognosen soll der Höchstwert von 2002 mit 7,16 Meter übertroffen werden, die Deichanlagen seinen dafür aber ausreichend hoch ausgebaut.

Donnerstag, 06. Juni 2013[Bearbeiten]

  • 13:48 Uhr: An der Mulde bei Dessau entspannt sich die Lage. Die Warnstufe 4 bleibt aber noch erhalten. Die Situation in Roßlau an der Südstraße ist weiterhin im Griff, hier unterstützen Rettungstaucher die Arbeiten zum Verschließen undichter Stellen.
  • 18:00 Uhr: Pegelstände: Mulde, Dessau-Muldbrücke: 5,75 Meter; Elbe, Dessau-Leopoldshafen: 7,02 Meter

Freitag, 07. Juni 2013[Bearbeiten]

  • 4:30 Uhr: Pegelstände: Mulde, Dessau-Muldebrücke: 5,60 Meter, Elbe, Dessau-Leopoldshafen: 7,11 Meter
  • 6:56 Uhr: Auf der Autobahn 9 bei Vockerode steht Wasser auf der Fahrbahn. Die Einsatzkräfte pumpen das Wasser ab, um eine Sperrung zu verhindern.
  • 8:00 Uhr: Das Hochwasser der Elbe nähert sich immer mehr der Rekordmarke von 2002: Um 8 Uhr wurde nahe dem Kornhaus-Deich ein Pegel von 7,12 Meter gemessen, vier Zentimeter unter dem Rekordwert vor elf Jahren. Diese wird im Laufe des Tages übertroffen. Der Scheitel-Punkt der Elbe in Dessau wird laut Prognosen in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag erwartet.
  • Mulde-Pegel sinkt: 8:00 Uhr, 5,59 Meter
  • 11:00 Uhr: Dessau: Rekordwert von 2002 übertroffen: um 11 Uhr ist der Pegel der Elbe auf 7,17 Meter gestiegen und liegt damit einen Zentimeter über den 2002er Wert.
  • Friedensbrücke in Dessau ist bis mindestens Donnerstag (13. Juni 2013) gesperrt. Eine Überprüfung des Brückenbauwerkes auch unterhalb eines Pegelwertes von 5,50 Metern ist immer noch zu gefährlich, z.B. wegen des gegenwärtigen Treibgutes in der Mulde. Ein Hubsteiger kann erst ab einem Pegelwert von 4,70 Meter eingesetzt werden.
  • 17:30 Uhr: aktuelle Pegelstände in Dessau: Mulde bei 5,56 m und Elbe bei 7,23 m
  • 19:00 Uhr: aktuelle Pegelstände in Dessau: Muldbrücke = 5,50 m, Elbe Leopoldshafen = 7,24 m

Samstag, 08. Juni 2013[Bearbeiten]

  • 3:00 Uhr: Aktuelle Pegelstände der Elbe: Dessau: 7,33 m; Rosslau: 6,82 m
  • 7:00 Uhr: Sandsack-Wall soll Dessau-Mosigkau schützen, da zwischen Mutter Sturm, einem Deich westlich von Großkühnau und Aken (Elbe) in den frühen Morgenstunden ein Teil des Hochufers weggespült. Derzeit wird eine Verteidigungslinie aus Sandsäcken errichtet, um den Ortsteil Mosigkau zu schützen. Alle Anlieger nördlich der Bahnlinie – Hühnerzuchtanlage, Reiterhof, ein Gehöft, Kleingartenanlage - werden von der Polizei vor Ort zum Verlassen des Gebietes aufgefordert. Die Landstraße 63 zwischen Kleinkühnau und Aken musste wegen Überflutung gesperrt werden.
  • 8:30 Uhr: An der Elbe zwischen Aken (Elbe] und Dessau hat sich ein weiteres Problem ergeben: etwa 40 m von der ersten Bruchstelle im Deich wurde eine zweite festgestellt, durch die das Hochwasser der Elbe strömt.
  • 9:00 Uhr: Mosigkau: Mitarbeiter vom Reiterhof Mosigkau am Mühlgraben bringen Pferde und der historische Kutschen in Sicherheit.
  • 12:05 Uhr: Die erforderlichen Sicherungsarbeiten im Bereich Hubitzkellerschleuse und Mutter Sturm sind abgeschlossen. Es besteht keine weitere Gefahr für Groß- und Kleinkühnau.
  • 18:00 Uhr: Auf der Autobahn 9 in Fahrtrichtung Berlin soll ab 18 Uhr begonnen werden, einen Behelfsdeich abzubauen, der in den vergangenen Tagen zwischen den Anschlussstellen Dessau-Süd und Dessau-Ost errichtet worden war, um ein Überfluten der Autobahn mit den Fluten der Mulde zu verhindern.

Sonntag, 09. Juli 2017[Bearbeiten]

  • Durch die Deichbrüche im Elbe-Saale-Winkel besteht seit den Morgenstunden keine konkrete Gefahr für Dessau-Roßlau. Es wird jedoch zur Sicherheit die Verteidigungslinie Mosigkau aufrecht erhalten.
  • In Dessau-Roßlau öffnen ab Montag die Schulen wieder.
  • Aufräumarbeiten kommen gut voran- Aktuelle Pressemitteilung der Stadt Dessau-Roßlau: "Erst langsam einsetzender, dann teils heftiger Regen unterbrach am Abend die Räumarbeiten in der Ludwigshafener Straße in Dessau. Dennoch sind diese gut vorangekommen. Vom Parkplatz am Muldewehr bis zur Wasserwerkstraße wurden die Sandsäcke entfernt, nur eine kleine Strecke zwischen Gliwicer Straße und Wasserwerkstraße musste dann im Regen liegen bleiben. Zwischen Wasserwerkstraße und Kreuzbergstraße gehen die Räumarbeiten ebenfalls am Montag weiter. Die 40 Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren, des Stadtpflegebetriebes und des THW wurden von rund 450 freiwilligen Helfern unterstützt. Gemeinsam haben sie um die 150 Tonnen Sand bewegt, der auf sieben Lkw und zwei Radladern davon gebracht und auf dem Sandplatz an der Alten Landebahn abgeladen wurde. Der Katastrophenschutzstab sagt herzlich danke. Wer es einrichten kann, ist auch am Montag zur Unterstützung in der Ludwigshafener Straße gern gesehen. Am Sonntagabend um 20 Uhr soll die Ludwigshafener Straße für den Fahrzeugverkehr wieder freigegeben werden."


Weblinks[Bearbeiten]