Herbert Ziegenhahn

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Herbert Ziegenhahn (* 27. Oktober 1921 in Dankerode; † 29. Juni 1993 in Gera) war ein Parteifunktionär der SED und Mitglied der Volkskammer.

[Bearbeiten] Leben

Ziegenhahn war Sohn eines Metallarbeiters. Er besuchte von 1928 bis 1936 die Volksschule. Anschließend arbeitete er als Waldarbeiter, Landarbeiter und Maurer in Stolberg, Dankerode und Harzgerode. Kurzzeitig besuchte er auch die landwirtschaftliche Schule in Wippra. 1940 wurde er zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. 1941 bis 1945 diente er als Kanonier bei der Wehrmacht. 1945 bis 1949 war er in sowjetischer Kruiegsgefangenschaft, besuchte dort 1948 die Antifa-Gebietsschule in Riga und die Antifa-Zentralschule 2040 in Ogre, wo er auch als Assistent tätig war.

Im Juli 1949 nach Deutschland zurückgekehrt, arbeitete er bis 1950 im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern in Dankerode mit. 1949 wurde er Kandidat und 1951 Mitglied der SED. Von November 1950 bis Oktober 1951 war er Bürgermeister der Gemeinde Dankerode, von Oktober 1951 bis Juni 1952 Bürgermeister der Stadt Harzgerode, danach bis 1959 1. Sekretär der Kreisleitung Quedlinburg.

Von 1954 bis 1960 absolvierte Ziehenhahn ein Fernstudium an der Parteihochschule "Karl Marx" und machte einen Abschluss als Diplom-Gesellschaftswissenschaftler. Von August 1959 bis Februar 1963 war er 1. Sekretär der Kreisleitung Dessau, von Januar 1963 bis September 1966 Kandidat, September 1966 bis Dezember 1989 Mitglied des Zentralkomitees der SED. Von Februar 1963 bis November 1989 war er 1. Sekretär der Bezirksleitung Gera, Oktober 1963 bis Ende 1989 Abgeordneter der Volkskammer sowie Abgeordneter des Bezirkstages in Gera. Das Politbüro fasste in seiner Sitzung vom 31. Oktober 1989 den Beschluss über seine Ablösung. Daraufhin wurde Ziegenhahn am 2. November 1989 von der Bezirksleitung Gera seiner Funktion als 1. Sekretär enthoben. Am 3. Dezember 1989 erfolgte sein Ausschluss aus der SED.

Anfang 1990 kam Ziehenhahn unter anderem wegen des Verdachts der Untreue in Untersuchungshaft, wurde dann aber wegen Haftunfähigkeit entlassen. Das Verfahren wurde eingestellt. Am 13. Dezember 1990 erfolgte eine Anklage durch die Staatsanwaltschaft Gera wegen Anstiftung zur Wahlfälschung bei der Kommunalwahl vom 7. Mai 1989. Auch dieses Verfahren wurde wegen Verhandlungsunfähigkeit vorläufig und nach seinem Tod endgültig eingestellt.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

  • Vaterländischer Verdienstorden in Silber
  • Vaterländischer Verdienstorden in Gold (1971)
  • Karl-Marx-Orden (1981)

[Bearbeiten] Literatur

  • Mario Niemann, Andreas Herbst (Hg.): SED-Kader: Die mittlere Ebene. Paderborn u. a. 2010, S. 539f.
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