Heinrich Schütz

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Heinrich Schütz um 1640; Gemälde von Rembrandt
Heinrich-Schütz-Haus in Bad Köstritz; Geburtshaus von Heinrich Schütz
Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels (Alterswohnsitz)

Heinrich Schütz (* 8. Oktober 1585 in Köstritz; † 6. November 1672 in Dresden) war ein bedeutender deutscher Komponist und Hofkapellmeister des 17. Jahrhunderts, der die Zeit des Frühbarocks nachhaltig prägte.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

[Bearbeiten] Kindheit und Jugend

Heinrich Schütz, Sohn des Juristen und Gasthofbesitzers Christian Schütz, wurde am 8. Oktober 1585 als zweites von acht Kindern im Gasthof seines Vaters Christoph Schütz in Köstritz, einer Kleinstadt im heutigen Landkreis Gera (Thüringen) geboren. Einen Tag später wurde er in der Kirche St. Leonhard in Köstritz von Pfarrer Matthäus Schlag getauft.

1590 verzog Heinrich Schütz gemeinsam mit seiner Familie nach Weißenfels, da sein Vater den vom Großvater Albrecht Schütz hinterlassenen Gasthof „Zum Goldenen Ring“ übernehmen sollte. In Weißenfels, wo der Vater Mitglied des Ratsstuhls wurde und mehrfach Bürgermeister war, verbrachte Schütz seine Kindheit.

[Bearbeiten] Entdeckung seines musikalischen Talents

Seinen ersten Musikunterricht erhielt Heinrich Schütz bei dem Weißenfelser Kantor Weber. 1598 Im Alter von 13 Jahren wurde er 1598 von Landgraf Moritz von Hessen Kassel entdeckt, der ihn nur ein Jahr später nach Kassel schickte, um eine Ausbildung zum Kapellknaben an der Hofschule „Collegium Mauritianum“ zu beginnen. Im Anschluss an seine Ausbildung ging Schütz nach Marburg, um dort ab 1608 Jura zu studieren, bevor er 1609 vom Landgrafen ein Stipendium für eine Italienreise erhielt. Während seiner Reise setzte er seine musikalische Ausbildung bei Giovanni Gabrieli in Venedig fort.

[Bearbeiten] Rückkehr nach Deutschland

1613 kehre Schütz nach Deutschland zurück und übernahm zunächst die Aufgabe des zweiten Hoforganisten in Kassel. Bereits im Jahr 1614 entstand ein Streit seinetwegen zwischen dem Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen und dem Landgraf Moritz von Hessen.

Seine endgültige Übersiedlung nach Dresden erfolgte 1617. Er begab sich damit in den Dienst des sächsischen Kurfürsten und übernahm die Aufgabe der Leitung der in Deutschland führenden Dresdner Hofkapelle, die er bis zu seinem Tode behielt.

Seine Aufgabenbereich umfasste dabei die Bereitstellung eigener oder fremder Kompositionen für alle geistlichen und weltlichen Notwendigkeiten des Hofes. Außerdem war er für die Organisation der Hofkapelle mit ihren Sängern und Instrumentalisten zuständig.

1619 heiratete Schütz Magdalene Wildeck, mit der er zwei Töchter bekam. Tochter Anna Justina wurde 1621 geboren, starb aber bereits im Alter von 17 Jahren. Seine zweite Tochter Euphrosine Schütz erblickte 1623 das Licht der Welt und heiratete den späteren Leipziger Bürgermeister Christoph Pincker. Die Generation Schütz wurde jedoch nicht weiter geführt, da beide Töchter kinderlos blieben. Seine Frau Magdalena starb 1625.

[Bearbeiten] Reisen

Zeit seines Lebens unternahm Schütz viele Reisen ins Ausland, wo er meist zum „Kapellmeister von Haus aus“ ernannt wurde. 1628 unternahm er seine zweite Italienreise und auch nach dem Tod seines Vaters 1630 zog es den noch jungen Schütz ins Ausland. 1633 zog es ihn nach Kopenhagen, wo er zum Dänischen Hofkapellmeister ernannt wird.

[Bearbeiten] Altersruhesitz

Bereits 1651 kaufte Schütz das Haus Nikolaistraße 13 in Weißenfels als Altersruhesitz. Nach dem Tod seiner zweiten Tochter Euphrosine 1655 gewährte ihm der Kurfürst Johann Georg II. weitestgehend Ruhestand und ernannte ihn zum Oberkapellmeister. Sein Weißenfelser Wohnhaus, das Heinrich-Schütz-Haus, dient heute als Museum. Am 6. November 1672 verstarb er in Dresden.

[Bearbeiten] Wirken

Heinrich Schütz gilt als einer der bedeutendsten Komponisten und einer der ersten deutschen Vertreter, denen auch auf internationaler Ebene Erfolg gelang. Sein Werksverzeichnis umfasst zahlreiche geistliche und weltliche Werke für höfische Gottesdienste oder Privatandachten, für Hoftafeln, Tanz, Hochzeiten, politische aber auch private Veranstaltungen. Der Großteil seiner weltlichen Werke ging verloren. Zur Veröffentlichung kamen vorrangig seine geistlichen Werke.

Sein musikalischer Stil weist eine behutsame, aber auch originell geprägte Aufnahme moderner Einflüsse auf, die Schütz vorwiegend aus Italien mitbrachte. Als Textgrundlage nutzte Schütz meist Bibelstellen der Lutherbibel, verfasste aber auch oftmals Texte selbst.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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