Heinrich Schütz
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Heinrich Schütz (* 8. Oktober 1585 in Köstritz; † 6. November 1672 in Dresden) war ein bedeutender deutscher Komponist und Hofkapellmeister des 17. Jahrhunderts, der die Zeit des Frühbarocks nachhaltig prägte.
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[Bearbeiten] Leben
[Bearbeiten] Kindheit und Jugend
Heinrich Schütz wurde am 8.Oktober 1585 als zweites von acht Kindern im Gasthof seines Vaters Christoph Schütz in Köstritz, einer Kleinstadt im Landkreis Gera (Thüringen) geboren. Einen Tag später, am 9.Oktober 1585, wurde er in der Kirche St. Leonhard in Köstritz von Pfarrer Matthäus Schlag getauft.
1590 siedelte Heinrich Schütz gemeinsam mit seiner Familie nach Weißenfels, da sein Vater den Gasthof „Zum Goldenen Ring“ übernehmen sollte. In Weißenfels, einer Stadt im heutigen Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt verbrachte Schütz seine Kindheit.
[Bearbeiten] Entdeckung seines musikalischen Talents
1898 wird Schütz im Alter von 13 Jahren vom Landgraf Moritz von Hessen Kassel entdeckt, der ihn nur ein Jahr später nach Kassel schickt, um eine Ausbildung zum Kapellknaben an der Hofschule „Mauritianum“ zu beginnen. Im Anschluss an seine Ausbildung ging Schütz nach Marburg, um dort ab 1608 Jura zu studieren bevor er 1609 vom Landgraf Moritz von Hessen ein Stipendium für eine Italienreise erhielt. Während dieser Reise absolvierte er ein Musikstudium bei Giovanni Gabrieli in Venedig.
[Bearbeiten] Rückkehr nach Deutschland
1613 kehre Heinrich Schütz nach Deutschland zurück und übernahm zunächst die Aufgabe des zweiten Hoforganisten in Kassel. Bereits im Jahr 1614 entstand ein Streit seinetwegen zwischen dem Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen und dem Landgraf Moritz von Hessen.
Seine endgültige Übersiedlung nach Dresden erfolgte 1617. Er begab sich damit in den Dienst des sächsischen Kurfürsten und übernahm die Aufgabe der Leitung der in Deutschland führenden Dresdner Hofkapelle, die er bis zu seinem Tode inne behielt.
Seine Aufgabenbereich umfasste dabei die Bereitstellung eigener oder fremder Kompositionen für alle geistlichen und weltlichen Notwendigkeiten des Hofes. Außerdem war er für die Organisation der Hofkapelle mit ihren Sängern und Instrumentalisten zuständig.
1619 heiratete Schütz Magdalene Wildeck, mit der er zwei Töchter bekam. Tochter Anna Justina wird 1621 geboren, starb aber bereits im Alter von 17 Jahren. Seine zweite Tochter Euphrosine Schütz erblickte 1623 das Licht der Welt und heiratete den späteren Leipziger Bürgermeister Christoph Pincker. Die Generation Schütz wurde jedoch nicht weiter geführt, da beide Töchter kinderlos blieben. Auch seine Frau Magdalena starb 1625.
[Bearbeiten] Reisen
Zeit seines Lebens unternahm Schütz viele Reisen ins Ausland, wo er meist zum „Kapellmeister von Haus aus“ ernannt wurde. 1628 unternahm er seine zweite Italienreise und auch nach dem Tod seines Vaters 1630 zog es den noch jungen Schütz ins Ausland. 1633 zog es ihn nach Kopenhagen, wo er zum Dänischen Hofkapellmeister ernannt wird.
[Bearbeiten] Altersruhesitz
Nachdem auch seine zweite Tochter Euphrosine 1655 verstarb gewährte ihm der Kurfürst Johann Georg II weitestgehend Ruhestand und ernannte ihn zum Oberkapellmeister. Seinen Alterssitz nahm Schütz in Weißenfels. Sein dortiges Wohnhaus, das Heinrich-Schütz-Haus, dient heute als Museum. Am 6. November 1672 verstarb er in Dresden.
[Bearbeiten] Wirken
Heinrich Schütz gilt als einer der bedeutendsten Komponisten und einer der ersten deutschen Vertreter, denen auch auf internationaler Ebene Erfolg gelang. Sein Werksverzeichnis umfasst zahlreiche geistliche und weltliche Werke für höfische Gottesdienste oder Privatandachten, für Hoftafeln, Tanz, Hochzeiten, politische aber auch private Veranstaltungen. Der Großteil seiner weltlichen Werke ging verloren. Zur Veröffentlichung kamen vorrangig seine geistlichen Werke.
Sein musikalischer Stil weist eine behutsame, aber auch originell geprägte Aufnahme moderner Einflüsse auf, die Schütz vorwiegend aus Italien mitbrachte. Als Textgrundlage nutzte Schütz meist Bibelstellen der Lutherbibel, verfasste aber auch oftmals Texte selbst.