Heinrich I. von Anhalt

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Heinrich I. von Anhalt (* um 1170; † 1252), aus dem Geschlecht der Askanier, begründete 1212 das Land Anhalt und regierte dies als „Fürst in Anhalt“ (1215 erstmals belegt) bis zu seinem Tode.

Leben[Bearbeiten]

Heinrichs Vater Bernhard III. war der jüngste Sohn Albrechts des Bären, welcher 1170 verstarb und Bernhard Ascaria (Aschersleben) sowie den Gau Serimunt überließ. Um diese Zeit wurde Heinrich geboren. Seine Mutter war Judith von Polen, Tochter des Mieszko III., Seniorherzog von Polen aus der Dynastie der Piasten und der Elisabeth von Ungarn (1128–1155), der Tochter des König Béla II. von Ungarn aus dem Hause der Árpáden und der Helene von Serbien.

1171 wurde Bernhard auch noch Graf von Ballenstedt und erhielt das Heimfallsrecht auf die Herrschaft Plötzkau. Nach der Ächtung Heinrichs des Löwen fielen Bernhard 1180 die östlichen Teile der welfischen Lande sowie im Jahr darauf der sächsische Herzogstitel zu. 1190 nahm er an der Königswahl Heinrichs VI. teil und fungierte bei dessen Krönung erstmals als Erzmarschall. Nach der Ermordung Philipps von Schwaben (König ab 1198) im Jahre 1208 unterstützte er den Welfen Otto IV. Bernhard verstarb als letzter von Albrechts vielen Söhnen am 9. Februar 1212 auf der Bernburg, seine Lande wurden unter seine Söhne Albrecht I., der das sächsische Gebiet erhielt, und Heinrich aufgeteilt.

Heinrich bekam das spätere Anhalt und wurde 1218 in den Fürstenstand erhoben. Er machte sich auch als Minnesänger einen Namen und wurde mit zwei Liedern in die Manessische Liederhandschrift eingetragen. Er heiratete Irmgard (* um 1197, † um 1244), eine Tochter des Landgrafen Hermann I. von Thüringen und der bayerischen Herzogstochter Sophia. Ihnen wurden elf Kinder geboren, darunter Heinrich II. (* 1215, † nach dem 12. Juni 1266), genannt „der Fette“, Bernhard I. von Anhalt-Bernburg (* 1218, † 1287) und Siegfried I. von Anhalt-Köthen (* um 1230, † nach dem 25. März 1298).

Er erhielt die Besitzungen am Unterharz, an der Saale, Mulde und Elbe, wozu auch Aschersleben gehörte. Mit ihm begann das selbstständige Fürstentum Anhalt. Er setzte sich bei der Auseinandersetzung um den deutschen Königsthron gleich seinem Vater für Otto IV. gegen Friedrich II. ein, was Sanktionen seitens des Erzbischofs von Magdeburg nach sich zog. Coswig war der älteste Besitz rechts der Elbe, wo Heinrich I. laut einer Schenkungsurkunde dem Dorf "Loschke" eine Stiftskirche gab. In dieser Gegend hatten ansonsten der Markgraf von Brandenburg, der Bischof von Magdeburg und die Abtei Quedlinburg Besitz. Bernhard geriet mit dem Abt Bernot von Nienburg in eine Auseinandersetzung, welche 1239 mit einer Beschneidung der Rechte des Nienburger Vogtes endete. Der Erzbischof von Magdeburg verhängte deswegen über Heinrich I. den Kirchenbann. Dem Erzbistum Magdeburg war 1166 von Kaiser Friedrich Barbarossa das Kloster Nienburg und die Burg Freckleben im Tausch gegen dessen Besitzungen am Rhein (die Burg Schönburg, das Dorf Oberwesel und den Hof Jugenheim) übergeben worden.

Heinrich war Vogt des Damenstiftes Gernrode, welches von seiner Schwester Äbtissin Sophia von Sachsen († 1244) seit 1221 geleitet wurde.

Nach seinem Tod folgte ihm sein ältester Sohn Heinrich II. von Anhalt in der Regierung nach.