Hans-Christian Ströbele

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Hans-Christian Ströbele in Berlin bei der Umbenennung der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße

Hans-Christian Ströbele (* 7. Juni 1939 in Halle (Saale)) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Politiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

[Bearbeiten] Kindheit und Familie

Hans-Christian Ströbele wurde am 7. Juni 1939 in Halle (Saale) als Sohn eines Chemikers der Buna-Werke in Schkopau geboren. Als die US-Armee 1945 im Zuge ihres Rückzuges an die Zonengrenzen viele Akademikerfamilien mitnahm, geriet die Familie von Ströbele in die Westzone.

[Bearbeiten] Schule und Ausbildung

1946 im Alter von 7 Jahren besuchte Hans-Christian Ströbele die Schule in Marl (Westfalen). Sein Abitur absolvierte er 1959 am Albert-Schweitzer-Gymnasium. Nur ein Jahr nach seinem Schulabschluss wurde Ströbele 1960 zu einem Jahr Wehrpflicht nach Aurich in Ostfriesland einberufen. Eine Beförderung zum Gefreiten lehnte er ab, wurde jedoch zum Vertrauensmann des Bataillons gewählt und schied schließlich als Kanonier der Reserve aus seinem Wehrdienst aus.

Noch im selben Jahr begann Ströbele sein Studium der Rechtswissenschaften und Politologie in Heidelberg. Ab 1961 setzte er dieses in an der Freien Universität Berlin fort und bestand an selbiger sein erstes sowie zweites Examen.

Nach dem Bau der Berliner Mauer half Hans-Christian Ströbele bei der Zusammenführung seiner Familienmitglieder aus West und Ost und heiratete 1967 in Berlin.

[Bearbeiten] Politische Aktivität

[Bearbeiten] Einsatz für Studentenbewegung und RAF-Gefangene

Bereits am 2. Juni 1967 trat Ströbele als Rechtsreferendar in das Anwaltsbüro Mahler ein, um sich als aktive Unterstützung in Strafverfahren gegen Studenten und Studentinnen sowie andere Beteiligte an Demonstrationen für selbige einzusetzen.

Am 1. Mai 1969 gründete er das erste und bisher einzige Sozialistische Anwaltskollektiv auf deutschem Boden, bevor er 1970 in die SPD in Berlin-Wilmersdorf eintrat und die Verteidigung der ersten politischen Gefangenen aus der RAF übernahm.

Nach seinem Ausschluss von der Verteidigung im Prozess gegen die Gefangenen aus der RAF in Stuttgart-Stammheim und seinem Ausschluss aus der SPD wirkte Ströbele ab 1977 bei der Gründung der linksextremen Tageszeitung „taz“ mit.

Das Anwaltskollektiv wurde 1979 aufgelöst. Im Jahr 1980 erfolgte eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten auf Bewährung wegen seines Einsatzes als Verteidiger für die RAF-Gefangenen.

[Bearbeiten] Wahl in den Bundestag

Ebenfalls 1980 wirkte Ströbele bei der Gründung der Alternativen Liste für Demokratie und Umweltschutz (dem späteren Landesverband der Grünen) mit und wurde 1985 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1990 bis 1991 übernahm Ströbele dort die Funktionen des Sprechers der Bundespartei Die Grünen.

Erst acht Jahre später im Jahr 1998 gelang es Ströbele über die Landesliste Berlin von Bündnis 90/Die Grünen in den Deutschen Bundestag gewählt zu werden. Er wurde Mitglied des Rechtsausschusses, des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, des Ersten Untersuchungsausschusses sowie des Parlamentarischen Kontrollgremiums für Geheimdienste.

[Bearbeiten] Drei Direktmandate in Folge

Im Berliner Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg gewann Ströbele 2002 das Direktmandat und wurde stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Auch bei den vorgezogenen Bundestagswahlen 2005 blieb das Direktmandat bei Ströbele.

Seit seinem dritten Direktmandat in Folge und fast 44 Prozent der Wählerstimmen im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg ist er Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, im Rechtsausschuss sowie im Parlamentarischen Kontrollgremium für Geheimdienste.

[Bearbeiten] Weblinks

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