Halloren Schokoladenfabrik

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Die Halloren Schokoladenfabrik AG ist die älteste bis heute produzierende Schokoladenfabrik Deutschlands. Im Jahr 2004 feierte sie ihr zweihundertjähriges Bestehen. Bekanntestes Produkt sind die Halloren Kugeln.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde von Friedrich August Miethe gegründet und erstmals im Jahr 1804

Cafe David.jpg

erwähnt. Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm Friedrich David, der auch das berühmte Café David am Moritzburg-Ring/Ecke Geiststraße in Halle bewirtschaftete, den Betrieb. Hier gab es neben feinstem Kaffee und Gebäck auch beste Schokoladen verschiedener Form. Nachdem der Bedarf an Schokoladenprodukten zum Ende des 19. Jahrhunderts ständig anstieg, bauten Friedrich David & Söhne eine neue Produktionsstätte in der Äußeren Delitzscher Straße, die ab 1896 Honigkuchen, Lebkuchen und hochwertige Pralinen herstellte. Deren damals berühmteste hieß Mignon und war bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges weit über Halles Grenzen ein Begriff.

Ab 1950 nahm das Kombinat Süßwaren, später VEB Schokoladenfabrik Halloren, die traditionelle Produktion wieder auf. Bereits zwei Jahre später wurde hier eine Köstlichkeit geschaffen, deren Beliebtheit bis heute ungebrochen ist - die Original Halloren Kugeln. Ihre Entstehung war dem permanenten Rohstoffmangel in dieser Zeit geschuldet. Aus der Not heraus suchte man zu Beginn der 1950er Jahre nach einer einfachen "Volkspraline", um der Bevölkerung die schweren Zeiten etwas zu versüßen. Fondant diente als Grundstoff, welcher zu einem Teil mit Kakao angereichert wurde. Von Schokolade umhüllt entstanden so die ersten Halloren-Kugeln. Als begehrte "Bückware", überstand der Markenartikel 40 DDR-Jahre und die Wende erfolgreich. Unter dem Namen Halloren Schokoladenfabrik gelang es seitdem, die edlen Kugeln mit stetig wachsendem Erfolg fest auf dem Markt zu etablieren. Neue Geschmacksvarianten kamen hinzu und neue süße Träumereien erweitern das Sortiment.

2012 übernahm die Halloren Schokoladenfabrik den niederländischen Hersteller Steenland Chokolate.

Halloren-Schokoladenmuseum[Bearbeiten]

Für Neugierige und alle, die in der Schokoladenstadt Halle noch mehr über die süßen Verführer wissen möchten, gibt es seit 2002 gleich neben der Fabrik das Schokoladenmuseum sowie eine gläserne Schauproduktion. Hier kann man das einzigartige im Biedermeierstil gehaltene Schokoladenzimmer betreten, dessen Wände vollständig aus Schokolade gearbeitet sind. Auf einem Grundanstrich aus Vollmilchkuvertüre sind Kassetten-Ornamente angebracht, die aus 46 x 86 Zentimeter großen Platten von Zartbitter-Schokolade bestehen. Rund 1400 Kilogramm Kuvertüre und 300 Kilogramm Marzipan sind in die Schmuckstücke des Halloren Schokoladenzimmers, "eingeflossen" - teilweise auch gespritzt, gestrichen oder gespachtelt.

Kurioses[Bearbeiten]

Bei der immer weiter fortschreitenden Erfolgsgeschichte der Hallorenkugeln aus Halle denkt heute fast niemand mehr daran, dass noch bis ins 19. Jahrhundert hinein Schokolade vor allem in halleschen Apotheken als "Kräftigungsmittel" verkauft und als Aphrodisiakum, "generell kräftigend und leicht verdaulich", empfohlen wurde.

Superlativ[Bearbeiten]

Im Halloren-Schokoladenmuseum befindet sich die größte Hallorenkugel der Welt. Sie wiegt 200 kg und wurde in Anlehnung an das Originalrezept von einem Konditormeister und drei Konditoren in sechsmonatiger Freizeitarbeit angefertigt. Insgesamt wurden 160 kg Sahne-Cacao-Creme und 40 kg Zartbitterschokolade verwendet.

Weblinks[Bearbeiten]