Hallesche Marktplatzverwerfung

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Geoskop am Marktplatz in Halle

Die Hallesche Marktplatzverwerfung, auch Halle-Störung genannt, ist eine Erdkrustenverschiebung, die vor 65 Millionen Jahren begann und die Stadt Halle quert. Sie verläuft unterhalb des Marktplatzes zwischen Rathaus, Händeldenkmal und Marienkirche.

Entstehung[Bearbeiten]

Am Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren begann sich die Erdkruste unterhalb des heutigen Halles aufzuspalten. Eine Scholle wurde mehrere hundert Meter hochgehoben, die andere, sogenannte Tiefscholle blieb unbewegt liegen. Die Plattenverschiebung zog sich über 30 Millionen Jahre hin und war begleitet von Erdbeben. Seit nunmehr fünf Millionen Jahren ist die Verwerfung jedoch stabil, auch Erdbeben drohen nicht mehr.

Verlauf innerhalb der Stadt[Bearbeiten]

Auf der südwestlichen Platte liegen die Stadtteile Neustadt, Südstadt und Silberhöhe. Das Paulusviertel und das Mühlwegviertel, große Teile der Altstadt und Halle-Ost liegen auf der nordöstlichen Platte. Im Stadtzentrum verläuft die Verwerfung quer über den Marktplatz. Das leicht schief stehende westliche Turmpaar der Marktkirche St. Marien wird auf schwierige Gründungsverhältnisse zurückgeführt, da infolge der Verwerfung unterschiedliche Bodenverhältnisse vorhanden sind.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Verschiebung verdankt Halle allerdings seine wirtschaftliches Prosperität im ausgehenden Mittelalter, denn durch die veränderte Lage der Gesteinsschichten kam man leicht an abgelagertes Salz heran. Auch die Kohlevorkommen der Regionen gelangten durch diese und andere Verschiebungen näher an die Erdoberfläche.

Geoskop[Bearbeiten]

Am halleschen Marktplatz ist ein Schaukasten mit einem Querschnitt der Halle-Störung aufgestellt. Besucher können dort seit 2006 in einem mehrere Meter tiefen Schacht den Verlauf der Verwerfung betrachten.

Weblinks[Bearbeiten]