Halle.neu.stadt 2050

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Die Initiative halle.neu.stadt 2050 beschäftigt sich im Rahmen des deutschlandweiten Wettbewerbs „Zukunftsstadt“ (ins Leben gerufen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung) seit dem Jahr 2015 mit Zukunftskonzepten für den Stadtteil Halle-Neustadt. Unter dem Motto "klimaneutral - vernetzt - integriert" liegt der Fokus dabei vor allem auf den Aspekten Umweltschutz, Migration, Demographie, Infrastruktur, Wohnen, Vernetzung und Interaktion.[1]

Logo der Initiative halle.neu.stadt


Inhalt und Ablauf[Bearbeiten]

Zentraler Aspekt des Zukunfts-Konzepts für Halle-Neustadt soll die Verbindung zum Wohngebiet Heide-Süd sowie zum Weinberg-Campus mit seinem Wissenschaftspark und Technologie-/Gründungszentrum sein. Halle-Neustadt kann so zu einem integrierten Wohn-, Bildungs- und Arbeitsort zusammenwachsen.[2]

Phase 1[Bearbeiten]

Im Juli 2015 wurde Halle-Neustadt als einer von 51 Teilnehmern aus insgesamt 168 Bewerbern für die erste Phase des Wettbewerbs ausgewählt. Der Halle.neu.stadt 2050-Kickoff fand am 9. Juli 2015 unter Beteiligung zahlreicher Kooperationspartner und Unterstützer statt.[3]

Für Phase 1 (Dauer: neun Monate) wurden vier thematische Arbeitsgruppen gebildet.

  • Gründerlabor
  • Kommunikationslabor
  • Soziallabor
  • Technologielabor

In den Expertengremien wurden - auch unter Einbeziehung der Bevölkerung in der sogenannten "Zukunftswerkstatt" und mit Hilfe einer Online-Umfrage - erste Visionen entwickelt, die zum Ende der ersten Phase wissenschaftlich aufgearbeitet und eingereicht wurden. [4]

Die Initiative konnte sich in Phase 1 durchsetzen und wurde zusammen mit 19 weiteren Bewerbern, wie der Berlin Mierendorff-Insel, dem Landkreis Rottal Inn und dem "Wattenmeer Achter" für die zweite Phase des Wettbewerbs „Zukunftsstadt“ ausgewählt.

Phase 2[Bearbeiten]

neu.stadt.2050 erreicht Phase 2

In dieser Runde (Start: August 2016) kann die Initiative rund 200.000 Euro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) einsetzen, um ihre Visionen weiterzuentwickeln.[5]Im Mittelpunkt stehen dabei Tätigkeiten in drei Aktionsfeldern:

1) neu.stadt.campus: Bildung für alle Altersgruppen (Kinder, Senioren etc.) am Schulcampus Kastanienallee
2) frei.raum.gestalten: Kunstaktionen sollen Neustadt verschönern (Wandkunst, Urban Gardening, Lichtkonzepte) - unter Integration der Bevölkerung
3) Innovationsquartier Weinberg-Süd: Wohnsiedlung der Zukunft, nachhaltige Nutzung von Rückbauflächen [6]

Als Teil von Aktionsfeld 2) gestaltete bereits am 5. September 2016 die Freiraumgalerie unter dem Titel „ha:neo“ eine Fassade in Halle-Neustadt mit einem überdimensionalen Kunstwerk. Zuvor konnten BewohnerInnen aus drei unterschiedlichen Skizzen ihren Favoriten wählen. [7]

Zum 1. Januar 2017 wurde in einer vom Bauverein Halle & Leuna eG bereitgestellten Wohnung in der Unstrutstraße außerdem das sogenannte "LivingLab" eröffnet. Interessierte können in der Gästewohnung kostenlos das Wohnen und Leben in Halle-Neustadt erfahren und müssen dafür ihren Besuch nur öffentlich dokumentieren (zum Beispiel bei den MZ-BürgerReportern). [8]

Die offizielle Auftaktveranstaltung für die zweite Zukunftsstadt-Phase mit allen drei Aktionsfeldern findet am 3. März 2017 in Halle (Saale) statt. Erreicht die Initiative die nächste Phase, werden die Visionen in sogenannten "Reallaboren" umgesetzt.

Hintergrund: Entwicklung Halle-Neustadt[Bearbeiten]

Halle-Neustadt wurde 1964 als "Satellitenstadt" gebaut, um den Mangel an modernem Wohnraum ein Ende zu setzen. 1967 wurde sie zur eigenen Gemeinde erklärt und wuchs rasant an (Bevölkerungszahl in den 1980ern: 93.000), vor allem aufgrund der Lage in der Nähe von Chemie-Großbetrieben wie den Buna-Werken. Nach der Wende zog es allerdings viele Menschen in andere Regionen, die Einwohnerzahl von Halle-Neustadt halbierte sich auf rund 45.000 (2010). Die Folge: Überalterung, soziale Entmischung und Wohnungsleerstand. Seit dem 6. Mai 1990 ist "HaNeu" einer von 34 halleschen Stadtteilen und hat nicht erst seitdem mit dem Image als "sozialer Brennpunkt" zu kämpfen. [9]

Beteiligte der Initiative[Bearbeiten]

Das Kernteam der Initiative besteht aus der Stadt Halle (vor allem dem Dienstleistungszentrum Wirtschaft und Wissenschaft), dem Universitätsgründerservice Univations, dem Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung (ISW), dem Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik, dem Quartiermanagement Halle-Neustadt sowie der Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation science2public.

Halle.neu.stadt 2050 geht außerdem Kooperationen mit anderen Partnern ein, wie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg oder der Freiraumgalerie. [10]

Der Wettbewerb „Zukunftsstadt“[Bearbeiten]

Im Wissenschaftsjahr 2015 startete das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Wettbewerb "Zukunftsstadt", bei dem es nach dem Motto "Bürgerschaft und Wissenschaft gemeinsam für die Stadt von morgen" um Visionen für die Stadt der Zukunft geht. Von 168 Bewerber-Kommunen wurden 51 Städte, Landkreise und Gemeinden ausgewählt, die konkrete Visionen für ihre Zukunft erarbeiten sollten. Eine unabhängige Expertenjury wählte etwas mehr als 20 Bewerber aus, die ihre Visionen mit Hilfe einer Förderung von 200.000 Euro in umsetzungsreife Konzepte überführen sollten. In der dritten Phase (2018/2019) erhalten bis zu acht Kommunen eine Finanzierung von mehreren Millionen Euro und damit die Chance, in sogenannten "Reallaboren" ihre Ideen und Visionen in die Realität umzusetzen.

Der Wettbewerb "Zukunftsstadt" findet in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie dem Deutschen Landkreistag statt. Er ist Teil der Leitinitiative „Zukunftsstadt“ des Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen“ (FONA³). [11]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bioeconomy.de/kick-mit-halle-neu-stadt-2050-zur-zukunftsstadt-des-bmbf/ Bioeconomy: Kick-off: Mit “halle.neu.stadt 2050″ zur Zukunftsstadt des BMBF, zuletzt aufgerufen im Februar 2017
  2. https://www.wettbewerb-zukunftsstadt.de/veranstaltungen/detail/kickoff_halle_saale_auf_dem_weg_zur_zukunftsstadt_2050_wir_stellen_uns_vor.html Wettbewerb Zukunftsstadt: Kickoff Halle (Saale) auf dem Weg zur Zukunftsstadt 2050. Wir stellen uns vor, zuletzt aufgerufen im Februar 2017
  3. https://halle.neu.stadt-2050.de/wp-content/uploads/2016/09/halle-neu-Stadt-2050_Dokumentation_WEB.pdf Halle.neu.stadt 2050: Dokumentation der ersten Projektphase zum Zukunftsstadt-Projekt der Stadt Halle im BMBF-Wettbewerb, zuletzt aufgerufen im Februar 2017
  4. http://www.mz-web.de/halle-saale/wettbewerb-welche-bau-ideen-in-halle-neustadt-bis-2050-umgesetzt-werden-koennten-23910702 Mitteldeutsche Zeitung: Welche Bau-Ideen in Halle-Neustadt bis 2050 umgesetzt werden könnten, zuletzt aufgerufen im Februar 2017
  5. http://www.halle.de/de/Wissenschaft/Wettbewerb-Zukunftsstadt/ Halle.de: Wettbewerb Zukunftsstadt, zuletzt aufgerufen im Februar 2017
  6. http://www.mz-web.de/halle-saale/zukunftsstadt-in-halle-innovationen-fuer-die-neustadt-24695280 Mitteldeutsche Zeitung: Innovationen für die Neustadt, zuletzt aufgerufen im Februar 2017
  7. http://www.halle.de/Publications/6799/amtsblatt15_140916_geaendert.pdf Amtsblatt: Freiraumgalerie gestaltet Fassade in Halle-Neustadt, zuletzt aufgerufen im Februar 2017
  8. https://halle.neu.stadt-2050.de/2016/12/zimmer-frei-im-living-lab-in-haneu-entdecke-haneu-2050-mit-uns-als-ein-quartier-der-zukunft/ Halle.neu.stadt 2050: Zimmer frei im Living Lab in HaNeu! Entdecke HaNeu 2050 mit uns als ein Quartier der Zukunft, zuletzt aufgerufen im Februar 2017
  9. http://www.sachsen-anhalt-wiki.de/index.php/Halle-Neustadt Sachsen-Anhalt Wiki: Halle-Neustadt, zuletzt aufgerufen im Februar 2017
  10. https://www.science2public.com/portfolio-item/halle-neu-stadt-2050/ Science2Public: Portfolio - Halle.Neu.Stadt 2050, zuletzt aufgerufen im Februar 2017
  11. https://www.wettbewerb-zukunftsstadt.de/der-wettbewerb/kurzbeschreibung.html Wettbewerb Zukunftsstadt: Der Wettbewerb. Kurzbeschreibung, zuletzt aufgerufen im Februar 2017