Halle (Saale)

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Halle (Saale)

Landkreis Kreisfreie Stadt
Fläche 135,02 km²
Einwohner 230.494 '
PLZ 06000 bis 06132
Vorwahl 0345
Kfz-Kennzeichen HAL
Bürgermeister/in Bernd Wiegand (parteilos)
Webseite www.halle.de
Marktplatz
Marktplatz mit den 5 Türmen


Halle (Saale) ist eine kreisfreie Stadt im Süden von Sachsen-Anhalt. Es ist mit etwa 230.494 Einwohnern die Bevölkerungsreichste Stadt des Bundeslandes[1]. Sie ist außerdem die Stadt mit der höchsten Bevölkerungsdichte in den neuen Bundesländern.

Halle ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort und auch eine Wissenschafts- und Hochschulstadt (Leopoldina, Martin-Luther-Universität, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Evangelische Hochschule für Kirchenmusik, Außeruniversitäre Einrichtungen).

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Halle liegt am Nordwestrand der Leipziger Tieflandsbucht, der größere Teil östlich der Saale, die sich hier in mehrere Arme teilt und eine breite Flussaue bildet. Die höchste Erhebung ist der Große Galgenberg mit 136 Metern über Normalnull (NN). Der tiefste Punkt beträgt 71 Meter über NN und befindet sich am Ufer der Saale-Insel Forstwerder, die im Stadtteil Trotha liegt.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet ist in die 5 Stadtbezirke Mitte, Nord, Ost, Süd und West gegliedert. Die Stadtbezirke sind in Stadtteile und diese wiederum in Stadtviertel unterteilt. siehe Stadtteile von Halle (Saale)

Hochwasser 2013[Bearbeiten]

Die tagelang anhaltenden Regenfälle Ende Mai/Anfang Juni 2013 haben in Sachsen-Anhalt eine schwere Flutkatastrophe verursacht. Sachsen-Anhalt droht nach offiziellen Einschätzungen ein noch schlimmeres Hochwasser als bei der Jahrhundertflut 2002. Die Seite Hochwasser 2013 in Halle dokumentiert die Geschehnisse, Pegelstände, Entwicklungen beginnend vom 03. Juni 2013.

Gewässer[Bearbeiten]

Flüsse[Bearbeiten]

Saale[Bearbeiten]
Hochwasser an der Neumühle mit alten Hochwassermarken, leider in sehr schlechtem Zustand

Auf einer Länge von 27 km fließt die Saale durch Halle. Die Stromsaale bewältigt dabei einen Höhenunterschied von 9 m. Um ihre Schiffbarkeit herzustellen, wurden fünf Wehre mit Schleusen errichtet. Zusammen mit den Nebenarmen, Hochwasserentlastern, Schleusen und Schleusenkanälen sowie Hafenbecken ergibt sich eine Gesamtlänge von 47 km Wasserläufen. Die Saale führt mitunter gefährliches Hochwasser, das besonders durch die Weiße Elster und die Unstrut eingebracht wird.

Historisch gesehen sind die Hochwasserstände allerdings niedrig, wenn man sie etwa mit dem von 1595 vergleicht.

Nebenflüsse[Bearbeiten]

Die Weiße Elster, die im tschechischen Elstergebirge östlich von Asch entspringt, mündet im Stadtteil Beesen in die Saale.

Stehende Gewässer[Bearbeiten]

Dazu befinden sich ca. 180 stehende Gewässer im Stadtgebiet. Der Hufeisensee bei Büschdorf ist mit 73 ha der größte See der Stadt. Weitere größere Seen sind der Osendorfer See mit 21 ha, Heidesee in Nietleben mit 12,5 ha, der Friedhofsteich und der Bruchsee in Halle Neustadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Marktplatz mit Marktkirche und Rotem Turm, 1906
Marktplatz, 1906

Das Wort „Hall“ wird oft als keltischer Begriff für Salz gedeutet, kommt aber wahrscheinlich aus dem Westgermanischen und bedeutet „unter Hitzeeinwirkung austrocknen“, was auf das Vorkommen von Salzquellen und den Betrieb einer Saline hindeutet.

Stadtgeschichte[Bearbeiten]

Halle wurde erstmals im Jahr 806 erwähnt. Im Jahr 961 wurde durch eine Urkunde Kaiser Ottos das Stadtrecht erteilt. 968 kam Halle in den Besitz des neugegründeten Erzbistums Magdeburg. Seit dem 15. Jahrhundert war es die Residenzstadt des Erzbistums.

Wohl seit demn 13. Jahrhundert nahmen hallesche Kaufleute am Fernhandel mit Flandern teil. 1281 wurde Halle urkundlich erstmals als Mitglied der Hanse erwähnt. Damals stimmte der Rat der Stadt der Verlegung des Stapelplatzes von Brügge nach Aardenburg zu.

Bei einem Konflikt zwischen der städtischen Oberschicht und den Handwerkern und den "Gemeinheiten", den Vertretern der einzelnen Stadtviertel, besetzten Truppen des Magdeburger Erzbischofs die bis dahin weitgehend autonome Stadt. Erzbischof Ernst hob die pfännerschaftliche Genossenschaft auf und vergab die Salzgüter vorwiegend an die mit ihm verbündeten Innungsvertreter und städtischen "Gemeinheiten". Im März 1479 wurde eine neue Regimentsordnung in Kraft gesetzt. Der Unbau der Kommunalverfassung war Anfang des 16. Jahrhunderts abgeschlossen. Der Erzbischof war seither unbestrittener Herr der Stadt, die auch das Recht verlor, eigene Bünbdnisse einzugehen. 1518 wurde beschlossen, Halle nicht mehr als Hansestadt zu betrachten.

1541 wurde die Reformation in der Stadt eingeführt. Martin Luther predigte mehrfach in der Hallenser Marktkirche.

Nach dem Tod des letzten Administrators des Erzbiustums Magdeburg, Herzog August von Sachsen, 1680 fiel Halle an das Kurfürstentum Brandenburg bzw. 1701 an das Königreich Preußen. Dort war es bis 1714 Hauptstadt des preußischen Herzogtums Magdeburg.

In Napoleonischer Zeit kam Halle 1807 infolge des Friedens von Tilsit an das Königreich Westphalen. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde es wieder an Preußen übertragen.

Hallenser, Halloren und Hallunken[Bearbeiten]

Hallenser, Halloren und Hallunken soll man in Halle an der Saale öfter antreffen. Diese ironisch gemeinte Kategorisierung der Einwohner Halles wird von vielen auf Heinrich Heine zurückgeführt. Eine Recherche ergab jedoch, dass eine entsprechende Stelle in Heines Schriften fehlt, was eine mündliche Äußerung natürlich nicht ausschließt. Zu fassen ist diese Einteilung erstmals im dritten Band von Robert Moritz' "Halloren-Geschichten", 1904, wo es auf S. 40 heißt:

"Geliebte! Hier kommen alle die Menschen zusammen, die dem Herrn dienen, Geliebte! Und auch die, die so tun, als ob sie ihm dienen täten. Und alle fühlen sich eins! Aber sie sind nicht eins! Sintemalen es sind Hallenser, Halunken und Halloren."

Halloren waren die Salzarbeiter, die ursprünglich auf der "Halle", dem heutigen Hallmarkt, lebten und in der Saline das weiße Gold gewannen. Als Hallenser dagegen wurden die Händler und Bürger bezeichnet, die um den höher gelegenen Markt, den heutigen Marktplatz, gelebt und mit Salz gehandelt haben. Hallunken schließlich mussten sich die Bewohner der heruntergekommenen Vorstadt Glaucha nennen lassen.

Heutzutage werden die in Halle geborenen Menschen als Hallenser bezeichnet, während hingegen die Zugezogenen scherzhaft Hallunken genannt werden.

Politik[Bearbeiten]

Offizielles Hoheitszeichen und Stadtwappen

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Oberbürgermeisterwahl am 26. November 2006 wurde sie in der Stichwahl mit 54,47 % der abgegebenen Stimmen zur neuen Oberbürgermeisterin gewählt.

Zum Nachfolger wurde am 15. Juli 2012 der bisherige Innendezernent Bernd Wiegand gewählt. Er tritt sein Amt am 1. Dezember 2012 an.

Wappen[Bearbeiten]

Die Beschreibung des Wappens (Blasonierung) gibt folgende Auskunft: "In Silber ein steigender roter Mond zwischen zwei sechsstrahligen roten Sternen, der überhöhte Stern etwas größer dargestellt."

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Halle unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft bzw. Städtefreundschaft:

  • Oulu (Finnland) seit 1968
  • Coimbra (Portugal) seit 1974
  • Linz (Österreich) seit 1975
  • Grenoble (Frankreich) seit 1976
  • Karlsruhe (Baden-Württemberg) seit 1987
  • Hildesheim (Niedersachsen) seit 1992
  • Ufa (Baschkirien, Russland) seit 1997
  • Jiaxing (China) seit 2009
  • Savannah (USA) seit 2011

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Seit Halle bei der Wahl der Landeshauptstadt Anfang der 90er Jahre gegen Magdeburg verlor, nennt sich die Stadt "Kulturhauptstadt" Sachsen-Anhalts. Besondere Sehenswürdigkeiten der Stadt Halle sind – die Moritzburg, das Opernhaus, das Händelhaus, die Burg Giebichenstein, der Hallmarkt, das Beatles-Museum, und das Landesmuseum für Vorgeschichte.

Bühnen[Bearbeiten]

  • Opernhaus (Oper, Operette, Musical, Ballett)
  • Neues Theater (Schauspiel)
  • Puppentheater
  • Thalia-Theater (Kinder- und Jugendtheater)
  • Staatskapelle

Seit 1. Januar 2009 sind Oper, Staatskapelle, Neues Theater, Puppentheater und Thalia Theater in der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle, kurz Bühnen Halle GmbH vereinigt.

Freihe Theaterbühnen[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

  • Staatskapelle (Händelfestspielorchester, Orchester des Opernhauses)
  • Stadtsingechor
  • Robert-Franz-Singakademie
  • Kinderchor der Stadt Halle
  • Hallesche Kantorei
  • Collegium Vocale Halle
  • CantArt Halle
  • Hallesche Madrigalisten
  • bene vocale
  • convivium musicum
  • Acapella Chor
  • Neuer Chor
  • Mädchenchor Halle-Neustadt
  • Konzerthallenchor Halle

Bibliotheken[Bearbeiten]

  • Universitäts- und Landesbibliothek mit Zweigbibliotheken
  • Bibliothek der Morgenländischen Gesellschaft
  • Bibliothek der Leopoldina
  • Marienbibliothek
  • Bibliothek des Händelhauses
  • Musikbibliothek
  • Stadtbibliothek mit Zweigbibliotheken

Museen[Bearbeiten]

Kinos[Bearbeiten]

Programmkinos

siehe auch: Historische Kinos in Halle (Saale)

Kirchen und Synagogen[Bearbeiten]

Burgen und andere Befestigungsanlagen[Bearbeiten]

Ansichtskarte von Halle mit Moritzburg und Giebichenstein, 1899

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Händeldenkmal (Hermann Heidel), Marktplatz
  • Francke-Denkmal (Christian Daniel Rauch), Franckesche Stiftungen
  • Denkmal für Richard Volkmann-Leander (Artur Volkmann), Magdeburger Str.
  • Denkmal für Wilhelm Roux, Steintor
  • Denkmal für Johann Christian Reil, Reilstraße
  • Denkmal für Kurt Götz (Michael Weihe), Universitätsplatz
  • Heinrich-Heine-Denkmal (Jens Bergner), Universitätsplatz
  • Eichendorffbank auf dem Klausberg
  • Kaiser-Wilhelm-Denkmal (Peter Breuer - Bruno Schmitz), Hansering, 1947 abgerissen.

Brunnen[Bearbeiten]

Brücken[Bearbeiten]

  • Forstwerderbrücke (nur für Fußgänger)
  • Giebichensteinbrücke
  • Ochsenbrücke (nur für Fußgänger)
  • Schwanenbrücke (nur für Fußgänger)
  • Steinmühlenbrücke
  • Peißnitzbrücke (nur für Fußgänger und Radfahrer)
  • Elisabetbrücke (nur für Fußgänger und Straßenbahn)
  • Schieferbrücke
  • Klausbrücke
  • Brücke der Magistrale (Nur für Kraftfahrzeuge)
  • Genzmerbrücke
  • Hafenbahnbrücke (nur für Fußgänger und Radfahrer)
  • Berliner Brücke

Inseln[Bearbeiten]

Friedhofsanlagen[Bearbeiten]

Drei Gänse - Plastik von Gustav Weidanz

Plastiken, Büsten und Monumente[Bearbeiten]

(Auswahl)

  • Drei Gänse (Weidanz) auf dem Rosa-Luxemburg-Platz
  • Fahnenmonument (Fliegel) am Hansering
  • Kugelstoßer (Bebernis) an der Nietlebener Straße
  • Pferd und Rind an der Giebichensteinbrücke (Marcks)
  • Die Lesende (Beberniß) auf der Ziegelwiese
  • Turnende Kinder (Hilscher) auf der Neustädter Passage
  • Maureske (Ohme, 1988) am Friedemann-Bach-Platz
  • Theaterdirektor Striese (Sell) am Unversitätsplatz


Parks und Gärten[Bearbeiten]

Natur- und Landschaftsschutzgebiete[Bearbeiten]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Landschaftsschutzgebiete[Bearbeiten]

Sport in Halle[Bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten]

Sportstätten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige Persönlichkeiten mit Bezug zu Halle[Bearbeiten]

  • August Hermann Francke (1663-1727) evangelischer Theologe, Pädagoge und Begründer der Franckeschen Stiftungen
  • Anton Wilhelm Amo (1703-1753) ist der erste bekannte Philosoph und Rechtswissenschaftler afrikanischer Herkunft in Deutschland. Er studierte ab 1727 an der Universität Halle Philosophie und Rechtswissenschaften.
  • Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784) war der älteste Sohn von Johann Sebastian Bach und wird auch als der Hallesche Bach bezeichnet. Zwischen 1746 und 1764 war Musikdirektor und Organist an der Marktkirche (Marienkirche) in Halle und leitete auch den Stadtsingechor zu Halle.
  • Moritz Heyne (1837-1906) war ein germanistischer Mediävist und Lexikograph.Zwischen 1863 und 1869 studierte und dozierte er in Halle. Später arbeitete er u.a. am Deutschen Wörterbuch, dem größten und umfassendsten Wörterbuch zur deutschen Sprache seit dem 16. Jahrhundert mit Wortbedeutungen und Belegstellen.
  • Lyonel Feininger (1871-1956), gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Klassischen Moderne. 1930/31 arbeitete er auf Einladung der Stadt Halle an insgesamt elf expressionistischen Stadtansichten, insbesondere die Ansichten der Marktkirche und des Roten Turmes wurden bekannt.

Virtueller Stadtrundgang durch Halle[Bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Halle größer als Magdeburg. In: Magdeburger Volksstimme, 6. Februar 2013

Weblinks[Bearbeiten]