Gernrode

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Gernrode

Stadt Quedlinburg
Fläche 34,06 km²
Einwohner 3812 (31. Dez. 2009)
PLZ 06485
Mietspiegel (40-80 m²)
stärkste Partei
Wahlbeteiligung
Durchschnittsalter
Webseite www.gernrode.de
Stiftskirche St. Cyriakus Gernrode
Gernrode, Preußische Landesaufnahme 1903)

Gernrode ist ein Ortsteil von Quedlinburg am nordöstlichen Rand des Harzes im Landkreis Harz. Es ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gernrode.

Lage[Bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Erholungsort Gernrode liegt am Nordrand des Harzes, in Hanglage des Stubenberges, und ist durch seine weithin sichtbare, über 1000 Jahre alte Stiftskirche St. Cyriakus (Wahrzeichen von Gernrode) bekannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg Geronisroth wurde im 10. Jahrhundert durch den Markgrafen Gero zum Schutz seiner ostsächsischen Besitzungen erbaut. 961 gründete er auf dem Gelände der Burg ein Nonnenkloster, das er seiner verwitweten Schwiegertochter Hathui als Äbtissin übergab. Kaiser Otto II. nahm das Kloster im gleichen Jahr in seinen Schutz und verlieh ihm das Recht der freien Wahl der Äbtissin und des Vogts.[1] 963 erhielt das Kloster eine Reliquie des Heiligen Cyriakus, dem die Klosterkirche geweiht wurde.

Nach dem Tod Geros wurde das Kloster durch Otto I. zum Reichsstift erhoben. Die Schutzvogtei wurde den Askaniern übertragen. Ein Dorf östlich des Burgbergs erscheint erstmals 1136. Er erhielt Ende des 12. Jahrhunderts Marktrecht und vermutlich 1539 das Stadtrecht. Später kam Gernrode in den Besitz der Fürsten von Anhalt, ab 1709 an Anhalt-Bernburg.

War für die wirtschaftliche Entwicklung zunächst nur der Silber-, Kupfer- und Zinnbergbau des nahegelegenen Reviers von Bedeutung, entwickelte sich Gernrode ab dem 19. Jahrhundert in erster Linie zum Luftkurort.

Am 1. Januar 2011 wurde Gernrode gemeinsam mit den Gemeinden Bad Suderode und Rieder in die benachbarte Stadt Quedlinburg zwangseingemeindet. Das Landesverfassungsgericht erklärte die Eingemeindung mit Urteil vom 19. Februar 2013 aufgrund eines Formfehlers für rechtswidrig[2] Die damit vorübergehend wieder selbstständige Gemeinde wurde zum 1. Januar 2014 dann erneut per Gesetz nach Quedlinburg eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stiftskirche St. Cyriakus[Bearbeiten]

Die Stiftskirche auf einem Notgeldschein der Stadt Gernrode, 1921

Mit ihren gewaltigen Ausmaßen ist die Stiftskirche St. Cyriakus das einzige, nahezu unveränderte romanische Bauwerk ottonischer Zeit in Nord- und Mitteleuropa. Im Innenraum der dreischiffigen Basilika mit kurzem Querhaus befinden sich das heilige Grab, die Gero-Tumba und die Orgel. Die Stiftskirche ist eine Station auf der südlichen Route der Straße der Romanik.

Rathaus[Bearbeiten]

Das Rathaus in seiner heutigen Form entstand 1914/15 anstelle eines schlichten Fachwerkhauses aus dem Jahre 1665 (Vorgänger bereits 1530 erwähnt).

Alte Elementarschule[Bearbeiten]

Die Alte Elementarschule (1533) gehört zu den ältesten reformatorischen Schulen Deutschlands.

Selketalbahn[Bearbeiten]

Die Selketalbahn ist die älteste Schmalspurbahn Deutschlands (1887). Die überwiegend mit ihren Dampfloks betriebenen Bahnen sind eine touristische Attraktion ersten Ranges im Harz. Der Verein Freundeskreis der Selketalbahn e.V. führt das Museum "Anhaltische Harzbahn" auf dem Bahnhof Gernrode.

Sonstiges[Bearbeiten]

Weitere Anziehungspunkte sind die Harzer Uhrenfabrik mit dem Harzmichel, der weltgrößten Kuckucksuhr außerhalb des Schwarzwaldes, und dem Riesenwetterhaus, das größte Thermometer der Welt.

Ausflugsziele in der Umgebung[Bearbeiten]

In die nähere und weitere Umgebung Gernrodes führen gut gepflegte Wanderwege durch Laub- und Nadelwälder. Auf ihnen gelangt man zu idyllischen Waldteichen, welche zum Baden, Campen und Angeln einladen. Natur in Hülle und Fülle, dazu das reizvolle Klima, haben Gernrode bis in die heutige Zeit als klassischen Urlaubsort geprägt. Am Haferfeld ist Startpunkt für 3 sehr gut ausgeschilderte Nordic-Walking Strecken, die miteinander kombinierbar sind.

Harztypisches Handwerk[Bearbeiten]

  • Harzer Likörfabrik (einheimische Spirituosen, Führungen, Verkauf u. Verkostung)
  • Harzschnitzerei Bormann (Führung u. Verkauf)
  • Harzer Uhrenfabrik (Führungen, Museum, Verkauf, Produktion)
  • Harzer Thermometer (Printwerbung & Druck)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Franz Hoffmann (1854-1931), ev. Theologe, Vorsitzender des Landeskirchenrats der Evangelischen Landeskirche Anhalts

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Monumenta Germaniae Historica. Die Urkunden der Deutschen Könige und Kaiser. 2.1: Die Urkunden Otto des II., Hannover 1888, Nr. 3
  2. Richter kassieren Eingemeindung von Harzorten. In: Magdeburger Volksstimme, 20. Februar 2013

Weblinks[Bearbeiten]