Gau Serimunt

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Der Gau Serimunt war eine mittelalterliche Gaugrafschaft, welche noch bis Anfang des 10. Jahrhunderts unter sorbischer Herrschaft stand und dann bis Mitte des 10. Jahrhunderts durch den Markgrafen Gero erobert und der unmittelbaren Herrschaft König Ottos I. unterstellt wurde.

Serimunt lag gegenüber dem Schwabengau am Ostufer der Saale. Das Gebiet östlich der Saale und östlich des Nordthüringgaues gehörte im Norden mit Trabitz und Zudhau teilweise dem Gau Zitizi (auch Zitici) an, der in der Forschung zumeist als Untergau von Serimunt betrachtet wird.

Die Nordgrenze von Serimunt und Zitizi wurde durch die Elbe gebildet, die Ostgrenze von Serimunt durch die Mulde. Nördlicher Nachbar war der Gau Zerwisti (um Zerbst), östlicher Nachbar der ausgedehnte Gau Nizizi, der sich entlang der Elbe bis Belgern zog.

Im Süden von Serimunt lag der Gau Coledizi (auch Coledici), dessen Zugehörigkeit in der Forschung zu Serimunt umstritten ist. Die Coledizer siedelten nördlich der Fuhne, südöstlich dieses Flusses gab es einen weiteren Gau Zitizi um Zörbig bis hin zur Fuhnemündung.

Während die bereits vorgeschichtliche Siedlungskammer an der Saale sehr dicht besiedelt war, gab es nur wenige Siedlungen an der Mulde und ein sehr großes siedlungsfreies Gebiet dazwischen, sodass Serimunt überwiegend unbewohnt war.

Siedlungen[Bearbeiten]

An der Saale[Bearbeiten]

Von Süden:

  • Pechlitz (Wüstung südlich von Dröbel) nahe der Fuhnemündung
  • Budizko (sorbisch, altsorbisch: Budsko), ostfränkisch Grimschleben (Burgward gegenüber der Bodemündung, sorbisch Buda) - Burganlage (etwa 350 × 400 m) aus einer großen runden Hauptburg und zwei in größerem Abstand halbkreisförmig vorgelagerten Wällen - 927 kam die Burg unter die Herrschaft der sächsischen Liudolfinger - kam am 17. April 978 an das Kloster Nienburg[1] - weitere Erwähnung am 3. März 979[2]
  • Wedlitz
  • Wispitz
  • Trabitz (zum Untergau Zitizi)
  • Klein Rosenburg (Burgward nahe der Saalemündung)

Östlich der Saale[Bearbeiten]

Von Westen:

An der Mulde[Bearbeiten]

Von Süden:

An der Fuhne[Bearbeiten]

Von Westen:

Nördlich der Fuhne[Bearbeiten]

Von Westen:

Geschichte[Bearbeiten]

Grafen[Bearbeiten]

  • Esiko von Ballenstedt, Graf im Schwabengau und im Gau Serimunt, † 1059/1060, aus seinen Territorien ging später das Land Anhalt hervor

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. 17. April 978, Allstedt, Urkunde Kaiser Ottos II.: Otto schenkt über Intervention seiner Gemahlin Theophanu, des Erzbischofs Adalbert von Magdeburg und des Grafen Bernhard dem Kloster Nienburg, das er über Bitten seiner Getreuen, des Erzbischofs Gero (von Köln) und dessen Bruders, des Grafen Thiemo, in seinen Schutz aufgenommen hat, dreißig Königshufen in der Burg Grimschleben und anderen namentlich aufgezählten Orten mit allem Zubehör. RI II,2 n. 765, in: Regesta Imperii Online, URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0978-04-17_1_0_2_2_0_331_765 (Abgerufen am 03.12.2017).
  2. 3. März 979, Dornburg, Urkunde Kaiser Ottos II.: Otto schenkt über Bitte seiner Gemahlin Theophanu dem Marienkloster zu Nienburg, dem er kürzlich die Burg Grimschleben mit dreißig Königshufen verliehen hatte, zur Ergänzung alle noch übrigen zu der Burg gehörigen und namentlich aufgezählten Ortschaften nebst Zubehör in der Grafschaft des Knaben Gero im Serimuntgau. RI II,2 n. 808, in: Regesta Imperii Online, URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0980-03-03_3_0_2_2_0_397_808 (Abgerufen am 03.12.2017).