Emil Roediger

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Emil Roediger (* 13. Oktober 1801 in Sangerhausen; † 15. Juni 1874) war deutscher Orientalist.

Leben[Bearbeiten]

Roediger war ein Sohn des Organisten Johann Friedrich Roediger in Sangerhausen. Nach dem frühen Tod der Eltern wuchs er im Waisenhaus in Halle auf, wo er 1821 die Reifeprüfung bestand. Anschließend studierte er Theologie und Orientalistik an der Universität Halle. 1826 promovierte er zum Dr. phil. 1828 erhielt er den Grad eines Lic. theol. 1830 wurde er außerordentlicher, 1835 ordentlicher Professor der orientalischen Sprachen an der Universität Halle. Zum 1. Oktober 1860 nahm er einen Ruf an die Universität Berlin an und wurde wenig später Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften.

Besondere Verdienste hatte Roediger im Bereich der Paläographie und in der hebräischen Sprachwissenschaft. Hier wurde er nach dem Tod von Wilhelm Gesenius (1842) mit der Neubearbeitung von dessen Hebräischer Grammtik beauftragt, die von der 13. bis 21. Auflage von Roediger fortgeführt wurde. Zu seinen selbständigen Veröffentlichungen kommen zahlreiche Aufsätze in altertumswissenschaftlichen Periodika, darunter Literaturberichte in der Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft.

Werke[Bearbeiten]

  • Commentatio qua vulgata opinio de interpretatione arabica librorum V. T. historicum ex Graeca Alexandrina ducta refutatur (Halle 1828)
  • Chrestomathia Syriaca (Halle 1838)
  • Versuch über die himjaritischen Schriftmonumente (Halle 1841)
  • Über drei in Zypern gefundenen phönicischen Inschriften (1846)
  • Bemerkungen über die phönikischen Inschrift eines am 19. Januar 1855 nahe bei Sidon gefundenen Sarkophag's (Halle 1855)

Literatur[Bearbeiten]

  • Adolf Siegfried: Roediger, Emil. In: Allgemeine Deutsche Biographie 29 (1889), S. 26–30.