Elbe

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Elbe

Lage Tschechien und Deutschland
Länge 1.091,47 Kilometer
Quelle im Riesengebirge
Quellhöhe 1.386 m NM
Mündung bei Cuxhaven in die Nordsee
Mündungshöhe 0 m ü. NN
Nebenflüsse Mulde, Saale
Angrenzende Städte Magdeburg, Torgau, Lutherstadt Wittenberg, Dessau-Roßlau, Schönebeck, Wittenberge, Tangermünde
Die Elbe bei Magdeburg
Binnenschifffahrt auf der Elbe bei Kleinwittenberg

Die Elbe ist Sachsen-Anhalts längster Fluss. Sie durchfließt das Land auf einer Strecke von 302 Kilometern. Damit befindet sich der längste Elbabschnitt Deutschlands in Sachsen-Anhalt. Es folgen Niedersachsen mit 272 km, Sachsen mit 179 km, Schleswig-Holstein mit 109 km, Brandenburg mit 93 km, Hamburg mit 51 km und Mecklenburg-Vorpommern mit 21 km.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Elbe entspringt in Tschechien westlich der Schneekoppe im Riesengebirge. Sie fließt von dort zunächst südöstlich, knickt bei Pardubitz in westliche Richtung ab und nimmt ihren Lauf ab Kolin nach Nordwesten. Bei Melnik nimmt sie die Moldau auf, ihren größten Nebenfluss. Als weitere Städte passiert sie Leitmeritz, Aussig, Dresden, Meißen, Riesa, Torgau, Lutherstadt Wittenberg, Magdeburg, Wittenberge und Hamburg

Nebenflüsse in Sachsen-Anhalt[Bearbeiten]

Der zweitgrößte Nebenfluss ist die Saale mit einer Länge von 413 Kilometern, die im Fichtelgebirge in Bayern entspringt und bei Barby in Sachsen-Anhalt in die Elbe mündet. Ihr Einzugsgebiet umfasst den Westen Sachsens, den größten Teil Thüringens und den Ostharz.

Die Mulde (124 Kilometer Länge, mit Zwickauer Mulde 290 Kilometer) ensteht bei Colditz aus der Vereinigung der Freiberger Mulde (124 Kilometer) und der Zwickauer Mulde (166 Kilometer). In ihr sammelt sich das meiste Wasser von der Nordseite des Erzgebirges.

Die Ohre wird im niedersächsischen Kreis Gifhorn gebildet und mündet bei Rogätz linksseitig in die Elbe. Bei Schnackenburg nimmt die Elbe den Aland auf, einen weiteren linken Zufluss.

Hochwasser[Bearbeiten]

Die zum Schutz vor Elbhochwasser angelegten Deiche erstrecken sich insgesamt auf einer Länge von 525 km; hinzu kommen die Deiche im Bereich der Elbeumflut/Ehle mit 40,5 km. Insgesamt werden in Sachsen-Anhalt Flächen in einer Ausdehnung von rund 250.000 Hektar durch Deiche begrenzt. Die Deichanlagen haben eine Gesamtlänge von 1.343 Kilometern.

Von 1990 bis 2002 wurde der Schutz vor Hochwasser erheblich verbessert. Dazu wurden jährlich rund 7,5 Millionen Euro in die Sanierung von Deichen - insbesondere an der Elbe und ihren großen Nebenflüssen - bereitgestellt. Parallel dazu musste die Funktionsfähigkeit vieler technischer Anlagen an diesen Gewässern verbessert werden.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Elbe wird seit Alters her für den Gütertransport und für die Personenschifffahrt genutzt. Schon früh begannen auch bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Schiffbarkeit und zum Schutz gegen Überschwemmungen. Nach dem katastrophalen Frühjahrshochwaaser von 1655 begann das Magdeburger Fähramt als städtische Wasserbaubehörde mit der Abdämmung der beiden östlichen Elbarme und damit der Bündelung des Wassers in der Stromelbe, die 1686 abgeschlossen war.

In den Artikeln 108 bis 116 der Kongressakte des Wiener Kongresses wurde die freie Schifffahrt auf den deutschen Strömen, mithin auch auf der Elbe, garantiert. 1821 beschlossen die zehn Anrainerstaaten der Elbe eine Befahrung der Elbe zur Bestandsaufnahme und Durchführung von Messprogrammen (Elbschifffahrtsakte). 1844 wurde die Elbschifffahrtsadditionalakte beschlossen, nach der der Fluss eine Mindestafhrwassertiefene von 3 Fuß (= 0,94 Meter) erhalten soll. Die Strombaukommission unternahm 1850, 1858 und 1869 weitere Elbbereisungen. Zur Regulierung des Wasserstandes wurden bis 1869 über 5000 Buhnen errichtet.

1866 wurde beim Oberpräsidium der Provinz Sachsen eine Elbstrombauverwaltung eingerichtet, der sechs örtliche Bauinspektionen an der Elbe und eine ander Saale zugeordnet wurden. Erster Elbstrombaudirektor wurde Theodor Kozlowski.

Die Elbe als Wasserstraße heute[Bearbeiten]

Die Elbe ist heute eine Bundeswasserstraße der Klasse Va. Zuständig für den Unterhalt der Elbe als Wasserstraße ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg. Wichtige Elbhäfen in Sachsen-Anhalt sind der Magdeburger Hafen, der Hafen in Schönebeck-Frohse, der Hafen in Aken und der Industriehafen Roßlau.

Umstritten ist der Ausbau der Elbe bis zu einer Wassertiefe von 1,60 Meter, der den Verkehr mit großen Containerschiffen als Hinterlandanbindung des Hamburger Hafens ermöglichen soll. Als Problemstrecken gelten der Abschnitt zwischen Dömitz (Mecklenburg) und Lauenburg (Niedersachsen) sowie der Abschnitt zwischen Barby und Torgau. Auf letzterem soll die Fließgeschwindigkeit durch den Rückbau von Buhnen und die Öffnung von Altarmen verlangsamt werden, um zu verhindern, dass sich der Fluss tiefer in die Landschaft eingräbt. Umweltverbände und Bürgerinitiativen lehnen Eingriffe in den weitgehend naturbelassenen Fluss ab und fordern statt dessen den Ausbau des Schienenverkehrs.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Elbe steht vor Ausbau für Containerschiffe. In: Magdeburger Volksstimme, 6. März 2013

Literatur[Bearbeiten]

  • Hansjörg Küster: Die Elbe. Landschaft und Geschichte. München 2007