Eduard Arnhold

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Eduard Arnhold (* 10. Juni 1849 in Dessau; † 10. August 1925 in Berlin) war Unternehmer, Politiker, Kunstsammler und Mäzen.

Leben[Bearbeiten]

Arnhold, Sohn des jüdischen Arzts Adolph Arnhold in Dessau, besuchte die jüdische Franzschule und machte 1863 bis 1867 eine Lehre in der Berliner Kohlengroßhandlung von Caesar Wollheim, in der er sich zunächst als Angestellter emporarbeitete. 1882 wurde er Alleininhaber des Unternehmens, das nahezu den gesamten Handel mit Steinkohle aus Schlesien für den Berliner Markt kontrollierte. Als das Oberschlesische Steinkohlesyndikat entstand, übernahm Arnold 36% der Anteile. Um dem abgelegenen Kohlegebiet bessere Absatzmöglichkeiten zu verschaffen, unterstützte er die Erweiterung der Eisenbahninfrastruktur und den Ausbau der Oder zum Großschifffahrtsweg.

In Berlin gehörte Arnhold zu den Initiatoren der Großen Berliner Straßenbahn-Gesellschaft, die durch Aufkaufen verschiedener kleinerer Bahngesellschaften den Straßenbahnverkehr in Berlin in einer Hand zusammenführte. Arnhold war Vorsitzender des Aufsichtsrats der Großen Berliner Straßenbahn-Gesellschaft und gehörte weiteren Aufsichtsräten, darunter dem der Dresdner Bank, an. Ein Anliegen war ihm der Bau des Teltowkanals. Verdienste erwarb er sich ferner um die Gründung und Förderung der Gründung und Förderung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, dem Vorläufer der heutigen Max-Planck-Gesellschaft.

Als Kunstsammler besaß Arnhold eine bedeutende Sammlung französischer Impressionisten. Er gilt als der größte bürgerliche Berliner Kunstmäzenen seiner Zeit. Zu seinem Freundeskreis gehörten unter anderem Max Liebermann, Arnold Böcklin und Adolph Menzel.1913 stiftete er dem preußischen Staat die Villa Massimo in Rom. Die damit verbundene Stiftung ermöglicht heute als Kultureinrichtung der Bundesrepublik Deutschland Künstlern stipendiengeförderte Studienaufenthalte in Rom.

1913 wurde Arnhold als erster und einziger Jude von Kaiser Wilhelm II. in das Preußische Herrenhaus berufen. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Neuen Friedhof in Berlin-Wannsee.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Roter Adlerorden (1913)

Literatur[Bearbeiten]

  • Volker Spiess (Hg.): Berliner Biographisches Lexikon. Berlin 2003, S. 17