Dessau

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Dessau war eine kreisfreie Stadt im Land Sachsen-Anhalt; seit dem 1. Juli 2007 ist sie Teil der neuen kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau. Das bisherige Dessau war, gemessen an der Zahl der Einwohner, nach Halle (Saale) und Magdeburg die drittgrößte Stadt Sachsen-Anhalts (bezogen auf die Fläche die zweitgrößte), sowie eines von drei Oberzentren des Bundeslandes. Die nächsten größeren Städte sind Halle (Saale), etwa 40 km südwestlich, Leipzig, etwa 52 km südlich und Magdeburg, etwa 65 km nordwestlich. Historisch war Dessau Hauptstadt und Residenz des Fürsten-, späteren Herzogtums Anhalt-Dessau und Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Im Jahre 1213 wird Dessau erstmals urkundlich erwähnt. Allerdings gibt es Hinweise, die für das 12. Jahrhundert eine planmäßige Gründung Dessaus als Marktsiedlung auf einer hochwasserfreien Talsandzunge zwischen dem Altsiedelland und eroberten slawischen Gebieten vermuten lassen. Daneben deuten noch weit ältere Orte im heutigen Stadtgebiet (Kühnau, Stene, Sollnitz) auf eine frühe und dichte Besiedlung des Raumes hin.

Ende des 16. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung, dem der Dreißigjährige Krieg ein Ende setzte. Die Elbbrücke bei Roßlau machte Dessau zum Durchmarschgebiet zahlreicher Truppen aller kriegführenden Seiten und Schauplatz einer großen Schlacht 1626, der Schlacht an der Elbbrücke. Erst Ende des 17. Jahrhunderts konnte Dessau an die Vorkriegsentwicklung anknüpfen, durch aktive Ansiedlungspolitik des Fürsten, es wuchs auch eine große jüdische Gemeinde heran. Während der Regentschaft von Leopold I., des Alten Dessauers, wurde Dessau zu einer barocken Residenz umgebaut und erweitert.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Fürst Leopold III. Friedrich Franz (Anhalt-Dessau) wurde Dessau zu einem Zentrum der Aufklärung in Deutschland, der mit einem tiefgreifenden Reformwerk in Bildung und Landeskultur, und der Anlage des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs und zahlreichen Bauten im Stil des Klassizismus europaweit Aufmerksamkeit erregte. Dabei wurde er von Freunden wie Erdmannsdorff, Eyserbeck und Schoch, unterstützt. Sie sahen das Gartenreich als einen Ausdruck der Ideale von Aufklärung und Humanismus.

Die Industrialisierung der Region setzte 1844 mit der Gründung der Maschinenfabrik der Gebrüder Sachsenberg in Roßlau ein. Dessau wurde mit den Industriebetrieben u. a. der Berlin-Anhaltischen Maschinenbau AG (BAMAG, gegr. 1872) und der Dessauer Waggonfabrik (1895) zu einer Stadt des Maschinen- und Fahrzeugbaus und mit der 1871 gegründeten Dessauer Actien Zucker Raffinerie auch der Lebensmittelindustrie. Überregionale Bedeutung erlangte ebenso die Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft (gegr. 1855). Der ab 1915 in Dessau von Hugo Junkers betriebene Flugzeugbau der späteren Junkers Flugzeug- und Motorenwerke begann in der dortigen, 1895 gegründeten Fabrik für Gasbadeöfen von Junkers & Co. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung ging in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ein stetiger Bevölkerungszuwachs von 23.000 (1880) über 23.000 (1890) auf über 50.000 Eihnwohner einher (1900). Es entstanden neue überwiegend von Industriearbeitern bewohnte Stadtteile.

Auf INitiative von Oberbürgermeister Fritz Hesse wurde das 1919 in Weimar gegründete Bauhaus 1925/26 nach Dessau verlegt, wo es das Walter Gropius geplante Gebäude bezog. Am 22. August 1932 erfolgte im Dessauer Gemeinderat auf Antrag der NSDAP-Fraktion der Auflösungsbeschluss für das Bauhaus, bei Stimmenthaltung der SPD und Gegenstimmen vom Oberbürgermeister und den vier Stimmen der KPD, zum 1. Oktober 1932.

1933 wurden die Junkers-Werke verstaatlicht. So entstand ein Rüstungszentrum der Luftwaffe, das zahlreiche alliierte Luftangriffe auf sich zog. Dadurch wurden schließlich 84 Prozent der Innenstadt zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaus entwickelte sich Dessau zu einem großindustriellen Zentrum der DDR.

In den 90er Jahren wandelte sich Dessau in vielen Bereichen: Zahlreiche der historischen Gebäude und Anlagen wurden restauriert und Baulücken geschlossen. Bereits 1986 erlebte das Bauhaus als Institution seine Wiederauferstehung. In einem seiner neu aufgebauten Meisterhäuser entstand 1993 das Kurt-Weill-Zentrum.

[Bearbeiten] Politik

Die Selbstverwaltung der Bürgerschaft in Dessau ist erstmals 1372 erwähnt. An der Spitze der Stadt stand zunächst der vom jeweiligen Fürst eingesetzte Schultheiß, der zusammen mit den Schöffen den Rat bildete. Der Rat wurde ab 1372 in zwei „Mittel“, ab 1600 in drei und ab 1785 wieder in zwei Mittel geteilt. 1832 wurde die Ratsverfassung aufgehoben. Bis in jene Zeit wechselten die Bürgermeister in Dessau nahezu jährlich. Danach gab es in der Stadt einen Stadtrat und eine Stadtverordnetenversammlung. Bis in jene Zeit unterschied man in eine „Stadt unter dem Rat“ und eine „Stadt unter dem Amt“, wobei letztere unter fürstlicher Verwaltung und Gericht stand. Beide „Städte“ wurden 1834 vereinigt. 1852 wurde eine neue Städteordnung eingeführt. Danach trug das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der Partei eingesetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den „Rat der Stadt“ als Exekutive mit einem Oberbürgermeister. Die Stadtverordnetenversammlung wurde vom Volk gewählt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde dieses Gremium, ab 1994 als Stadtrat bezeichnet, wieder frei gewählt. Der zunächst vom Stadtrat bestimmte Oberbürgermeister wurde seit 1994 direkt gewählt.

[Bearbeiten] Oberbürgermeister

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Sonstige Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Weblinks


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