Dampfmaschine von Hettstedt

Aus Sachsen-Anhalt-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Nachbau befindet sich heute im Mansfeld Museum

Im Mansfeld Museum in Hettstedt (Mansfeld-Südharz) steht der Nachbau der ersten deutschen Dampfmaschine Wattscherbauart, die 1785 unweit des heutigen Museums in Betrieb genommen wurde. Sie war die erste in Preußen gebaute Dampfmaschine, die auf die gleiche Art funktionierte wie die legendäre Dampfmaschine, die 1769 von James Watt in England zum Patent angemeldet worden war.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei Hettstedt wurde im 18. Jahrhundert Kupferschieferbergbau betrieben. 1782 sollte ein neuer knapp 100 Meter tiefer Schacht in Betrieb gehen, doch weil unter Tage immer wieder Wasser nachfloss, war das nicht möglich. Denn üblicherweise betrieben Pferde die Pumpe und diese konnten nicht genug Leistung aufbringen, um die Wassermassen dauerhaft abzupumpen.

Bereits vier Jahre zuvor hatte die Firma Boulton & Watt aus Birmingham ein Angebot für die Wattsche Dampfmaschine gemacht, doch sie hatte eine hohe Beteiligung gefordert. Statt das Angebot anzunehmen, schickte die Bergbaufirma Carl Friedrich Bückling auf Studienreise nach England, wo er die Maschine genau untersuchen und die gesammelten Informationen später zum Bau der ersten eigenen Dampfmaschine nutzen sollte.


Dieser frühe Fall von Industriespionage hatte Erfolg: Am 23. August 1785 wurde die Dampfmaschine feierlich in Betrieb genommen, zwei Jahre später arbeitete sie zuverlässig. 1794 wurde sie nach Löbejün (Saalekreis) umgesetzt, wo sie bis 1848 weiterarbeitete.

Mansfeld Museum[Bearbeiten]

Im Mansfeld-Museum in Hettstedt befindet sich eine nach Originalplänen konstruierte Kopie der ersten deutschen Dampfmaschine.