Bistum Magdeburg

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Das Bistum Magdeburg ist eine Diözese der römisch-katholischen Kirche. Sitz des Bischofs ist Magdeburg. Kathedrale ist die Kirche St. Sebastian in Magdeburg. Bischof von Magdeburg ist seit 2005 Gerhard Feige.

Gliederung[Bearbeiten]

Das Bistum umfasst das Land Sachsen-Anhalt sowie einige angrenzende Gebiete in Sachsen und Brandenburg, die früher der preußischen Provinz Sachsen angehörten. Es gliedert sich in die Dekanate Dessau, Egeln, Halberstadt, Halle (Saale), Magdeburg, Merseburg, Stendal und Torgau.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Bistum steht in der Nachfolge des früheren Erzbistums, das durch die Reformation das evangelische Bekenntnis angenommen hatte und im Westfälischen Frieden 1648 aufgehoben wurde. Ebenfalls im Westfälischen Frieden wurde der Fortbestand von siebzehn katholischen Klöstern des ehemaligen Erzbistums Magdeburg und des Bistums Halberstadt garantiert. Sie wurden 1650 der Jurisdiktion des Nuntius in Köln unterstellt und kamen 1669 unter die Verantwortung eines neu gebildeten Apostolischen Vikariats des Nordens. Um diese Klöster bildeten sich kleine katholische Gemeinden.

Durch den Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 wurden die Klöster aufgehoben. Die Klostergemeinden wurden dagegen durch den preußischen Staat anerkannt und ihnen die Klosterkirchen übereignet. Katholische Gemeinden bestanden damit in Althaldensleben, Magdeburg, Meyendorf, Großammensleben, Egeln, Adersleben, zwei Pfarreien in Halberstadt, Huysburg, Hamersleben, Badersleben, Hadmersleben und später in Hedersleben. Dazu kamen noch vier Pfarreien in Halle (Saale), Aschersleben, Burg und Stendal, die im 18. Jahrhundert aus Missionen, für die Seelsorge an Studenten und Soldaten entstanden waren.

1811 wurde ein Fürstbischöfliches Kommissariat für das Elbe- und Saale-Departement und für den Distrikt Helmstedt eingerichtet, dem nun die anerkannten alten Kloster- und Missionspfarreien unterstellt werden. Erster Kommissar wurde der letzte Prior des Klosters Huysburg Carl van Eß.

Durch die päpstliche Bulle "De salute animarum" wurde das Fürstbischöfliche Kommissariat für das Elbe und Saale-Departement 1821 aus dem Apostolischen Vikariat des Nordens herausgenommen und durch eine Real- und Personalunion mit dem Bistum Paderborn verbunden. 1828 wurde der Sitz des Kommissariates wird von der Huysburg nach Magdeburg verlegt.

Wachsende Mobilität, insbesondere die Arbeitsmigration katholischer Eichsfelder und Schlesier, die in der Zuckerrübenindustrie und in der Landwirtschaft in der Magdeburger Börde Beschäftigung fanden, führten Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Anwwachsen des katholischen Bvölkerungsanteils. Der Regierungsbezirk Merseburg wurde 1862 aus dem Bischöflichen Kommissariat Magdeburg herausgelöst und dem Geistlichen Gericht Erfurt unterstellt.

1868 wurden die bisher dem Nuntius in München zugeordneten Pfarreien des Herzogtums Anhalt dem Bischof von Paderborn als Apostolisches Vikariat Anhalt unterstellt und durch Vertrag mit dem Vatikan 1921 endgültig an das Bistum Paderborn angeschlossen..

1929 schlossen die katholische Kirche und das Land Preußen ein Konkordat, durch das eine mitteldeutsche Kirchenprovinz errichtet wurde. Das Bistum Paderborn wurde zum Erzbistum erhoben. Der Regierungsbezirk Merseburg wurde wieder von Geistlichen Gericht Erfurt gelöst und dem Erzbischöflichen Kommissariat Magdeburg unterstellt.

Die Flüchtlingsströme nach dem Zweiten Weltkrieg bedingen die Gründung neuer Pfarreien, deren Zahl sich von 1945 bis 1955 um 108 vermehrt. Die deutsche Teilung bedingt eine stärkere Verselbständigung des Kommissariats. Der erzbischöfliche Kommissar, Propst Wilhelm Weskamp, wurde 1949 zum zweiten Weihbischof von Paderborn mit Sitz in Magdeburg ernannt und am 30. November des Jahres in der St.-Sebastians-Kirche in Magdeburg zum Bischof geweiht. Seine Zuständigkeit erstreckte sich auch auf die Katholiken des ehemals braunschweigischen Kirchenkreises Blankenburg, der dem Bistum Hildesheim angehörte.

Als Weskam zum Bischof von Berlin gewählt wurde, folgte ihm der Paderborner Generalvikar Friedrich Maria Rintelen in Magdeburg nach. 1970 wurde der bisherige Rektor des Norbertuswerkes in Magdeburg, Johannes Braun, zum Adjutor-Bischof von Weihbischof Rintelen ernannt und übernahm nach dessen Resignation das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg.

Im Zuge der weiteren Verselbständigung des Kommissariates wurde Bischof Braun 1973 zum Apostolischen Administrator in Magdeburg ernannt. Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg wurde zum Bischöflichen Amt Magdeburg. Auf Braun folgte 1990 der Leiter des Seelsorgeamtes in Magdeburg, Leo Nowak.

Am 14. April 1994 wurde der Vertrag über die Errichtung des Bistums Magdeburg unterzeichnet, der am 8. Juli in Kraft trat. Das neue Bistum Magdeburg wurde als Suffragandiözese dem Erzbistum Paderborn zugeordnet. Erster Bischof wurde Leo Nowak. Seit 2005 ist Gerhard Feige Bischof von Magdeburg.

Weblinks[Bearbeiten]