Bahnbetriebswerk Halberstadt

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Wasserturm und Wasserkran des ehemaligen Bw Halberstadt

Das Bahnbetriebswerk Halberstadt (Bw Halberstadt) war eine Betriebseinrichtung der Deutschen Reichsbahn bzw. Deutschen Bahn AG in Halberstadt.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Halberstadt-Magdeburger Eisenbahn errichtete 1843 in Halberstadt einen ersten Lokschuppen, der aber schon nach wenigen Jahren den Bedürfnissen nicht mehr genügte. 1868 wurden eine neue Hauptwerkstatt und einer Betriebswerkstatt mit elfständigem Ringlokschuppen und 16 m-Drehscheibe errichtet. 1880 wurde der Ringschuppen auf 22 Stände ausgebaut. 1881 nahm die Preußische Staatsbahn auf der Ostseite des Empfangsgebäudes zusätzlich zwei Rechteckschuppen für Rangier- und Güterzuglokomotiven in Betrieb. 1894 entstand hier ein weiterer Ringlokschuppen. Bei der verheerenden US-amerikanischen Luftangriffen auf Halberstadt am 8. Mai 1945 wurde das Werk zu 90% zerstört.

Die Deutsche Reichsbahn ließ ab 1953 das Bw Halberstadt mit einem 17ständigen Ringschuppen neu errichten. Bis 1959 wurde es um eine neue 23 m-Drehscheibe, einen Kohlehochbunker, Wasserturm, Verwaltungs- und Sozielgebäude erweitert. Am 29. Oktober 1988 endete im Bw Halberstadt der planmäßige Einsatz regelspuriger Dampflokomotiven in Deutschland.

Dem Bw Halberstadt unterstanden die Einsatzstellen Hessen (1950-1969), Osterwieck (1950-1992) und Oschersleben (1963-1992).

Bei Überführung in die Deutsche Bahn AG wurde das Bahnbetriebswerk in einen Betriebshof und das Werk Halberstadt Mitte unterteilt. Der Betriebshof übernahm auch die Zuständigkeit für die ehemaligen Bw Blankenburg (Harz) und Güsten. Damit waren in Halberstadt etwa 1500 Mitarbeiter und 165 Triebfahrzeuge stationiert, die aber stückweise reduziert wurden. Seit 1999 wurde das frühere Bahnbetriebswerk nur noch durch die DB Regio genutzt. Der Fahrzeugeinsatz in Halberstadt endete am 31. Januar 2003. Die Werkstatt wurde am 30. Juni des Jahres geschlossen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Klaus-Jürgen Kühne: Bahnbetriebswerke der DDR 1949-1993. Stuttgart 2011, S. 107.
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