Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt

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Bündnis 90 Die Grünen LSA.jpg
Basisdaten
Gründungsdatum: 26.-27. Juni 1993
Gründungsort: Wernigerode
Vorsitzende: Claudia Dalbert
Vorsitzender: Christoph Erdmenger
Schatzmeister: Claus-Jürgen Dietrich
Mitglieder: zirka 541
(Stand: 30. Juni 2010)
Website: Grüne in Sachsen-Anhalt

Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt ist einer der Landesverbände der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Er hat 541 Mitglieder (Stand 30. Juni 2010) und ist damit einer der kleineren Landesverbände.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach Auseinandersetzungen zwischen dem SED-Regime und der DDR-Opposition, der Öffnung der ungarisch-österreichischen Grenze und dem Aufdecken der Kommunalwahlergebnisfälschung spitzte sich die innenpolitische Lage in den Bezirken Magdeburg und Halle (Saale) zu. Bürgerrechtsbewegungen gewannen im heutigen Sachsen-Anhalt immer mehr an Bedeutung, so gründeten sich Demokratie Jetzt, das Neue Forum, die Vereinigte Linke, die Grüne Liga und der Unabhängige Frauenverband. Zudem existierte seit 1986 die Initiative Frieden und Menschenrechte.

Die Grüne Partei in der DDR wurde am 24. November 1989 gegründet.

Durch die Bildung einer Listenverbindung Grüne Liste / Neues Forum zwischen den Grünen und den Bürgerbewegungen wurde die Fünf-Prozent-Hürde bei den Landtagswahlen am 14. Oktober 1990 überwunden.

Am Tag nach der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl 1990 schlossen sich die bis zu diesem Zeitpunkt voneinander unabhängigen grünen Parteien der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik zusammen. 1991 vereinigten sich Demokratie Jetzt, die Initiative für Frieden und Menschenrechte sowie der größte Teil des Neuen Forums zur Partei Bündnis 90. Es wurde auch in Sachsen-Anhalt ein Landesverband gegründet.

Nach einer Urabstimmung über einen Assoziationsvertrag zwischen den Grünen und Bündnis 90 im April 1993 fand vom 26.-27. Juni eine Landesdelegiertenkonferenz Bündnis 90/Die Grünen in Wernigerode statt. Ein gemeinsamer Landesverband mit Vorstand und Satzung wurde gebildet.

Nach der Landtagswahl 1994 bildeten Bündnis 90/Die Grünen und die SPD mit dem Kabinett Höppner I die erste von der PDS tolerierte Minderheitsregierung in Deutschland. Diese Form der Zusammenarbeit mit der PDS wurde dadurch als Magdeburger Modell bekannt.

Zur Landtagswahl am 16. April 1998 konnten Bündnis 90/Die Grünen mit 3,2 Prozent der Stimmen nicht mehr in den Landtag einziehen. Auch bei den Landtagswahlen am 21. April 2002 und am 26. März 2006 verfehlte der Landesverband mit 2,1 und 3,6 Prozent jeweils den Einzug in den Landtag.

Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2011 hat der Landesverband Claudia Dalbert als Spitzenkandidatin aufgestellt. Auf den Plätzen zwei bis sechs folgen: Christoph Erdmenger, Cornelia Lüddemann, Sebastian Striegel, Dorothea Frederking und Sören Herbst.

Struktur[Bearbeiten]

Organisation[Bearbeiten]

Der Landesverband organisiert sich in 14 Kreisverbänden, die in den Städten Magdeburg, Dessau-Roßlau und Halle (Saale) als Stadtverbände auftreten. Hinzu kommen vereinzelt Regionalgruppen. Der Landesvorstand bildet die politische Spitze des Landesverbandes, welcher meist doppelt durch eine Frau und einen Mann besetzt ist und alle zwei Jahre neu gewählt wird.

Vorsitzende[Bearbeiten]

Vorsitzende Zeitraum
Beate Thomann und Gerhard Ruden 1993-1994
Ilona Pruß und Norbert Doktor 1995-1996
Undine Kurth und Ernst-Helmut Nahr 1996-1998
Undine Kurth und Eduard Stapel 1998-2000
Inés Brock und Thomas Bichler 2000-2002
Inés Brock und Ralf-Peter Weber 2002-2006
Undine Kurth und Christoph Erdmenger 2006-2008
Claudia Dalbert und Christoph Erdmenger 2008-2010

Seit dem 18. Juni 2010 war Claudia Dalbert alleinige Vorsitzende des Landesvorstandes, da Christoph Erdmenger nicht erneut bestätigt wurde. Bei einer Nachwahl eines zweiten Vorsitzenden am 25. September 2010 konnte sich Christoph Erdmenger dann jedoch mit 62 % der Stimmen gegen einen Gegenkandidaten (38 %) durchsetzen.

Positionen[Bearbeiten]

Die Grünen in Sachsen-Anhalt setzen sich unter anderem für eine Absenkung des Wahlalters bei Europa-, Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen auf 14 Jahre ein.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grüne wollen Wahlrecht auf 14 Jahre senken. In: Magdeburger Volksstimme, 10. November 2012

Weblinks[Bearbeiten]