Albrecht I. (Brandenburg)

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Denkmal Albrecht I. in der Zitadelle Spandau,Berlin

Albrecht I. von Brandenburg, auch Albrecht von Ballenstedt und Albrecht der Bär (* um 1100; † 18. November 1170 in Stendal ?), gründete im 12. Jahrhundert die Mark Brandenburg und war deren erster Graf. Den Beinamen "der Bär" erhielt er möglichrweise in Anlehnung an seinen größten Widersacher, Heinrich "den Löwen" vom Herrschergeschlecht der Welfen oder da er vielleicht in Bernburg (der Burg des Bären) geboren wurde. Er war außerdem einer der bedeutendsten Askanier, eine ursprüngliche schwäbische Dynastie, die sich im 6. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt ansiedelte.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Kurzbiografie

Albrecht war der einzige Sohn des askanischen Grafen Otto von Ballenstedt und Eilika Billung von Sachsen, sein tatsächlicher Geburtsort ist nicht überliefert, ebenfalls ist der oft angegebene Sterbeort Stendal nicht vollkommen sicher belegt. Seine Grabstätte befindet sich hingegen mit einiger Sicherheit im Schloss Ballenstedt, dem damaligen askanischen Hauskloster. Er führte unteranderem die Titel:

  • Graf von Ballenstedt (1123–1170)
  • Fürst und Markgraf der Lausitz (1123-1131)
  • Herzog von Sachsen (1138-1142)
  • und Markgraf der Nordmark sowie von Brandenburg ( ging aus der Nordmark hervor) (1134-1170)

Sein Hauptinteresse war auf die östlichen Gebiete gerichtet, außerdem gründete er erfolgreich die Mark Brandenburg und verschrieb sich mehrmals im Reichsdienst einigen Kriegs- und auch Kreuzzügen.

[Bearbeiten] Begründer der deutschen Ostexpansion und der Mark Brandenburg

Albrecht trieb die Expansion nach Osten entscheidend voran, nicht zuletzt da er die, im großen Slawenaustand von 983, verloren gegangene Nordmark als Brandenburger Mark faktisch wieder ins "Heilige Römische Reich" eingliederte. 1134 wurde Albrecht I. von Kaiser Lothar zum Markgrafen der Nordmark ernannt, der Kaiser bezweckte damit wohl unteranderem dass Albrecht seinen Machtbereich nicht übermäßig ausdehnte. 1150 konnte Albrecht die Brandenburg von einem slawischen Stamm ohne Kampf übernehmen, nachdem deren Herrscher verstarb, angeblich habe er damals noch beabsichtigt eine vom heiligen Römischen Reich unabhängige Herrschaft über die brandenburgischen Slawen zu errichten. Die Burg Spandau ließ er als askanische Burg neu errichten. Diese Ereignisse werden von manchen Historikern mit dem Jahr 1150 als eigentlicher Beginn der Geschichte der Mark Brandenburg gesehen. In einer Urkunde von 1157 nennt sich Albrecht I. erstmals selbst als Markgrafen von Brandenburg, zuvor nannten ihn unteranderem bereits der Kaiser so, deshalb gilt dieses Jahr als tatsächliches Gründungsjahr der Mark. Das Gebiet der Mark von Brandenburg entsprach nicht der heutigen Flächenausdehnung, lediglich das Havelland und die Zauche zählten dazu. Erst in den folgenden 150 Jahren gelang es den Askaniern ihren Herrschaftsbereich bis an die Oder auszudehnen.

[Bearbeiten] Konkurrenz zu Heinrich dem Löwen

Nachdem Kaiser Lothar III. 1137 starb, wollte seine Frau mit Hilfe eines Fürstenkonvents die Machtverhältnisse in Sachsen und dem Reich mittels einer Königswahl neu regeln. Dabei favorisierte die Kaiserin ihren Schwiegersohn Heinrich den Stolzen (Vater von Heinrich dem Löwen).Albrecht war jedoch selbst an Sachsen interessiert und verhinderte den Konvent in dem er Quedlinburg brennen ließ und sich mit dem später gewählten König Konrad von Hohenstaufen verbündete und so, nach dessen Königswahl, von Konrad zum Herzog von Sachsen ernannt wurde. Mehrere sächsische Fürsten, die mit Heinrich dem Stolzen verbündet waren, schlossen sich bereits 1138 gegen Albrecht zusammen. Die ersten Kämpfe konnte Albrecht mit seinen Verbündeten, den Hohenstaufern, gewinnen, doch noch im selben Jahr gelang es seinen Gegnern die Bernburg zu plündern und nieder zu brennen. Danach verlor Albrecht den Großteil der Schlachten sodass er praktisch bereits 1139 als Herzog entmachtet war, obwohl er formell noch bis 1142 diesen Titel trug. Auch Albrechts Verbündete verlies der Kampfmut, manche wechselten sogar auf die gegnerische Seite. Auf dem Frankfurter Reichstag 1142 wurde der Sohn Heinrich des Stolzen, Heinrich der Löwe, schließlich mit dem Herzogtum Sachsen belehnt. 1152 starb der König und sein Nachfolger Friedrich Barbarossa unterstützte den Welfen-Herzog Heinrich. Bis zu Albrechts Tod kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Heinrich dem Löwen und Albrecht dem Bären. 1154 erhielt Heinrich Bayern und 1158 wurde seine Macht noch fester gesichert und Albrecht war gezwungen dies hinzunehmen. 1163 schlossen sich einige Fürsten, zu Gunsten Albrechts, in einer Koalition gegen Heinrich und dessen harte Politik zusammen, doch erst im Winter 1166 brachen tatsächlich offene Kämpfe aus, die mit der Belagerung der welfischen Burg Haldersleben durch die Koalitionsmächte unter Albrecht begannen. Die Einnahme der Burg gelang diesen jedoch nicht, es kam zu einem vorrübergehenden Waffenstillstand. Nachdem die Verbündeten Albrechts sich erholt hatten und neue Mächte sich der Koalition anschlossen, kam es 1167 wieder zum offenen Kampf. Albrecht und seine Waffengänger eroberten unteranderem Goslar, sowie weitere sächsische Städte und Burgen und verwüsteten das Land, doch 1168 konnte Barbarossa die beiden Parteien erst zum vorläufigen, 1170 schließlich zum dauerhaften Frieden zwingen. Damit bewahrte dieser Heinrich vorm Machtverlust und verhinderte den Sieg Albrechts und seiner Verbündeten. Noch im selben Jahr verstarb Albrecht, möglicherweise in Stendal.

[Bearbeiten] Literatur

  • Helmut Assing: Albrecht der Bär. Markgraf von Brandenburg (1150/57–1170). In: Eberhard Holtz und Wolfgang Huschner (Hrsg.): Deutsche Fürsten des Mittelalters. Fünfundzwanzig Lebensbilder. Edition Leipzig, Leipzig 1995, S. 221–233, ISBN 3361004373.
  • Erich Freiherr von Guttenberg: Albrecht. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, S. 160 f. Onlinefassung
  • Lutz Partenheimer: Albrecht der Bär. 2. Auflage, Böhlau Verlag, Köln 2003. ISBN 3-412-16302-3
  • Lutz Partenheimer: Die Kriege Albrechts des Bären. in: Die frühen Askanier. Beiträge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts. Bd 28. Halle 2003, S. 35-71. ISBN 3-928466-58-5 (online)
  • Lutz Partenheimer: Die Entstehung der Mark Brandenburg. Mit einem lateinisch-deutschen Quellenanhang. 1. und 2. Auflage, Köln/Weimar/Wien 2007.


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